Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf spielt die beste Serie der Klubhistorie

„Eine außergewöhnliche Saison”

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Morten Olsen und Cristian Ugalde Garcia (r.) verabschieden sich: Der Spielmacher geht zurück nach Dänemark, das Ziel des Linksaußen ist noch unbekannt.

Hannover – Eine ganz starke Saison gespielt und dann ein solches Ende! Als Tabellenvierter nach der angewandten Quotienten-Regelung schließt die TSV Hannover-Burgdorf ihre elfte Sa(siehe nebenstehende Tabelle), in der sie sich zum dritten Mal auch für die European Handball-League qualifizierte.

„Unser bestes Ergebnis der Vereinsgeschichte“, sagt Sven-Sören Christophersen, dessen Team vor der Serie unter anderem Routiniers wie Häfner, Johannsen, Lehnhoff und Ziemer verloren hatte. Gleichwohl betonen er und alle weiteren Beteiligten der Nie- dersachsen, dass der Abbruch die einzig richtige Entscheidung gewesen ist. „Diese Entscheidung ist unter den gegebenen Umständen aus unserer Sicht alternativlos gewesen. Trotzdem hat sie natürlich auch für uns einen traurigen Beigeschmack. So bemerkenswert die Saison 2019/20 aus sportlicher Sicht für die Recken war, so unerwartet wurde sie auch beendet und damit unweigerlich als außergewöhnlich in Erinnerung bleiben“, sagt Eike Korsen, kaufmännischer Geschäftsführer der Recken. Für Korsen gibt die Entscheidung zum Saisonabbruch jetzt aber ein Stück Klarheit für die nächsten Tage und Wochen. „Wir versuchen, uns den Stolz auf das davor Erreichte zu erhalten, auch wenn das in der aktuellen Zeit verständlicherweise in den Hintergrund gerät.“ Auch Christophersen ordnet die Situation realistisch ein: „Natürlich hätten wir die Saison gern final zu Ende gespielt. Wir sind stolz, in der Topgruppe der besten Liga der Welt vertreten zu sein. Jetzt machte es aber keinen Sinn mehr, die Serie fortzusetzen.“ Mit sieben Siegen waren die Recken in die Saison gestartet – ein grandioser Auftakt, dem zwei Pokal-Highlights folgten: Erst das fast unglaubliche 26:20 in Flensburg (auch in der Meisterschaft 23:22 geschlagen), dann das 31:30 in Mannheim (Viertelfinale) durch Morten Olsens Last-Second-Treffer. Bis zum Jahresende 2019 gab es nur drei Niederlagen in Melsungen, Kiel und Leipzig. Christophersen: „Unser Start war erfrischend. Wir haben befreit gespielt wie auf einer Welle.“ Am 8. März bestritten die Recken, die ihren Zuschauerschnitt auf 6718 (Platz 4) verbesserten, ihr letztes Bundesliga-(Heim-)Spiel gegen FrischAuf Göppingen, was mit 30:32 verloren ging. Es wird die letzte Partie für vier Spieler gewesen sein: Morten Olsen geht nach zehn Spielzeiten in Deutschland zurück nach Dänemark, spielt für Gudme weiter. Joshua Thiele schließt sich GWD Minden an. Wohin der spanische Linksaußen Cristian Ugalde geht, ist noch unbekannt. Timo Kastening wechselt zur MT Melsungen. Bitter für das Quartett, dass es keine offizielle Verabschiedung mehr geben kann, wie sie für das letzte Punktspiel gegen Leipzig vorgesehen war. Apropos Kastening: Mit den Recken hat der „Handballer des Jahres“ das Pokal-Final4 in Hamburg erreicht. Das wurde erst von Anfang April auf Ende Juni verlegt – und inzwischen in die kommende Saison. Dann aber wird der Rechtsaußen (144 Treffer, Platz 8 in der Torschützenliste) schon für seinen neuen Klub antreten und Tore werfen – die MT Melsungen, auf die die Hannoveraner im Halbfinale treffen. Eine verrückte Geschichte, genauso surreal wie der unvollendete Abschluss der Serie.

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