Recken-Arbeitssieg bei den Eulen / Morten Olsen verletzt

„Ich bin stolz auf unsere kämpferische Leistung”

TSV Hannover Burgdorf - FÃŒchse Berlin
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Am Ende kann Carlos Ortega doch noch jubeln. Vor allem mit der ersten Halbzeit ist der Trainer nicht zufrieden.

Hannover – Was war das denn für ein komisches Spiel? 57 Minuten lagen die Recken zurück oder konnten höchstens ausgleichen. Doch in den letzten drei Minuten drehte Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf das Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen doch noch und gewann nach 22:22-Zwischen- stand durch Treffer von Fabian Böhm (2), den herausragenden Torschützen Timo Kastening (9) und Nejc Cehte doch noch mit 26:24 (10:11). 

Diese Punkte nimmt man gern mal mit, auch wenn sie am Ende eher glücklich waren. Auf alle Fälle waren es Big Points, die die Recken auf Platz drei hievten. Mit Wut im Bauch waren die Recken in die Kurpfalz gefahren, nachdem Diebe beim Abschlusstraining am Mittwoch Handys und andere Wertsachen aus der Kabine geklaut hatten. Doch auf die Platte bringen konnten die Hannoveraner ihren Frust darüber nicht. Die Eulen machten das Spiel, die Niedersachsen taten sich schwer, kamen kaum in die Partie. Spielmacher Morten Olsen wirkte uninspiriert, sodass ihn Trainer Carlos Ortega nach einer Viertelstunde vom Feld nahm. Gegen die harte Eulen-Abwehr konnten sich die Recken nur selten durchsetzen, immer wieder prallten sie davon ab wie von einer Gummiwand. Nach 15 Minuten hatten Kapitän Fabian Böhm & Co. nur kümmerliche vier Tore erzielt, nachdem man schon in der Anfangsphase mit 1:3 in Rückstand geraten war. Ortega nahm die erste Auszeit und schimpfte: „Wir geben nicht 100 Prozent!“, wetterte der Spanier. Für jeden Treffer mussten die Gäste hart kämpfen, auf der anderen Seite hatten sich die Ludwigshafener nach 25 Minuten auf 10:5 abgesetzt. Auch weil der bereits 42-jährige, neue Torwart Gorazd Skof (zuvor Erlangen) bis zur Pause schon zwei Siebenmeter von Olsen und Brozovic und insgesamt acht Würfe pariert hatte. Nach der zweiten Recken-Auszeit beim 6:11 besannen sich die Hannoveraner aber ihren Stärken und nutzten eine Überzahl zu zwei Treffern ins leere Eulen-Gehäuse. So konnten sie bis zur Halbzeit wenigstens noch auf 10:11 verkürzen. Doch aus der Kabine kam eine schlechte Nachricht: Olsen verletzte sich durch einen Schlag des Gegenspielers am kleinen Finger der rechten Wurfhand, blieb nach der Pause auf der Tribüne. Gestern gaben die Recken bekannt, dass sich der Spielmacher eine schwere Kapselverletzung zugezogen hat. Olsen muss damit erst einmal eine Spielpause einlgen. Wie lange diese andauern wird, steht noch nicht fest. Langsam kämpften sich die Recken nach Wiederbeginn an die Eulen heran, schafften nach 38 Minuten durch den spanischen Linksaußen Cristian Ugalde den 15:15-Ausgleich – endlich! Doch mehrere Chancen zur Führung ließen sie schludrig verstreichen. 16:16, 17:17 - dann zogen die Gastgeber wieder auf drei Tore nach vorn (22:19). Ortega wechselte Urban Lesjak für Domenico Ebner im Tor ein. Mit zwei Siebenmetern brachte Kastening – die einzige Konstante im Recken-Spiel – auf 21:22 heran. Mait Patrail vollendete einen 3:0-Lauf der Hannoveraner zum erneuten Ausgleich (22:22). Gut drei Minuten vor Ende klappte es dann mit der ersten Führung im gesamten Spiel überhaupt, als Böhm zum 23:22 und danach zum 24:23 traf. Kastening warf zum 25:23 ein, Cehte sorgte für den 26:24-Endstand. Puh, durchatmen – Glück gehabt, Recken! „Absoluter Wahnsinn“, so Kastening bei Sky hinterher. „Die Stimmung in dieser Halle ist brutal, hier ist es nicht einfach. Ich bin stolz auf unsere kämpferische Leistung. Es ging nur darum, ein Tor als der Gegner zu erzielen.“ „Beim 6:11 war mir mulmig“, gestand Fabian Böhm. „Das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Abwehr der Eulen war sehr aggressiv. In der zweiten Halbzeit haben wir besonnener und ruhiger gespielt. Im Angriff hatten wir gute Antworten.“ Am Wochenende sind die Recken spielfrei, am Donnerstag (19 Uhr) geht’s gegen Erlangen in der Tui-Arena weiter. Recken: Ebner, Lesjak – Cehte 3, Martinovic, Patrail 5, Thiele, Pevnov, Jönsson, Böhm 3, Ugalde 1, Olsen 2/1, Brozovic 3, Feise, Kastening 9/2, Büchner. Ludwigshafens beste Torschützen: Müller 6, Neuhaus 5/2, Dippe 4, Remmlinger 4.

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