Handball-Bundesliga

Ex-Bundestrainer Prokop löst Ortega bei den Recken ab

Männer am See
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Arbeiten jetzt auch auf Vereinsebene zusammen: Ex Bundestrainer Christian Prokop (l.) und Fabian Böhm von den Recken.

Hannover - Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf hat einen neuen Trainer für seine 13. Saison in der eliteklasse verpflichtet. Christian Prokop (42) löst ab dem 1. Juli Antonio Carlos Ortega (49) ab und sagte für zwei Spielzeiten zu. Ein spektakulärer Trainerwechsel, denn Prokop war knapp drei Jahre Coach des deutschen Nationalteams.
Die Personal-Rochade waberte bereits seit rund sechs Wochen durch die Handball-Szene. Vor dem gestrigen Bundesliga-Spiel der Recken bei HBW Balingen-Weilstetten (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet) sorgten die Hannoverabner nun endlich für klare Verhältnisse. Knackpunkt war offenbar noch, wie Prokop aus dem Vertrag mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB) herauskommt, der noch bis ins nächste Jahr lief. Nun haben sich der DHB und Prokop offensichtlich geeinigt – so war der Weg frei für die neue Aufgabe in Hannover, wo Prokop schon von 2006 bis 2009 beim damaligen TSVAnderten (heute HSV Hannover) in der 3. und 2. Liga tätig war. Völliges Neuland ist die Landeshauptstadt für den in Leipzig ansässigen Sachen-Anhaltiner (geboren am 24. Dezember 1978 in Köthen) nicht.
Trainer war Prokop (Bachelor-Studium in Hildesheim) zuvor bei Eintracht Hildesheim (2003/04), MTV Braunschweig, TSV Anderten, SC Magdeburg II, Post Schwerin, TuSEM Essen und SC DHfK Leipzig (2013 bis 2017), wo er zum „Trainer der Saison“ gewählt wurde. Vom 1. Juli 2017 bis zum 6. Februar 2020 coachte er die Nationalmannschaft in 53 A-Länderspielen (38 Siege), hatte einen Fünf-Jahres-Vertrag ohne Ausstiegsklausel.
Gespielt hat Prokop (verheiratet mit Gattin Sabrina, ein Sohn, eine Tochter) zuvor bei Anhalt Bernburg, Dessauer HV, HC Wuppertal, GWD Minden und HG 85 Köthen.
Prokop: „Die TSV ist ein ehrgeiziger Verein mit einem modernen Image. Mir imponiert seit Jahren die Entwicklung und Integration eigener Nachwuchsspieler ins Bundesligateam. Zudem freue ich mich auf eine hungrige Mannschaft, die eine gute Rolle in der Liga spielen möchte.“ Eine schwere Knieverletzung stoppte 2003 die Spieler-Karriere von Prokop, der mit der Familie nach Niedersachsen ziehen wird.
Ortega war seit Wochen in Barcelona im Gespräch. Als Rechtsaußen gewann er mit den Katalanen sechs Mal die Champions League. „Das ist eine Riesen-Chance für mich“, sagte er schon vor Wochen. Sein erst im vergangenen Februar bis 2023 verlängerter Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Unter Ortega zogen die Recken dreimal ins Pokal-Final Four ein, 2018 standen sie sogar im Finale.
Recken-Sportchef Sören Christophersen: „Für uns war klar, dass wir den Wechselwunsch von Carlos nur erfüllen können, wenn wir eine zukunftsfähige Alternativlösung gefunden haben. Mit Christian Prokop können wir den passenden Trainer zu unserem Anforderungsprofil präsentieren, der über die ausgeprägte Fähigkeit verfügt, junge Spieler weiterzuentwickeln und einen reichen Erfahrungsschatz aus ambitionierten Projekten mitbringt. Er passt hervorragend in unsere Vereinsphilosophie, die auf der Weiterentwicklung von jungen Spielern und Talenten aufbaut. Christian hat in der Vergangenheit Mannschaften auf Top-Niveau trainiert und steht für Handball mit ausgeprägtem Kampfgeist, hoher Attraktivität und großer Leidenschaft, den wir unseren Fans bieten wollen. Ich freue mich darauf, Christian zur neuen Saison als Trainer bei den Recken begrüßen und gemeinsam angreifen zu können.“

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