Handball-Bundesliga

Recken-Pleite nach verschlafener Anfangsphase  beim Bergischen HC

TSV Hannover Burgdorf - THW Kiel
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Die schlechte Anfangsphase der Recken macht Trainer Carlos Ortega nachdenklich.

Hannover - So hatten sich die Recken den „Neu-Start“ nach der zweiwöchigen Spielpause nicht vorgestellt! Beim Bergischen HC verlor Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf mit 27:28 (9:12) und rutschte dadurch in der Tabelle auf Platz vier ab.

Die Partie in der kleinen, mit 2560 Zuschauern ausverkauften Solinger Klingenhalle begann alles andere als nach Wunsch für die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega. Irgendwie schienen die Recken nicht „auf der Platte“ zu sein. Der BHC, der acht der vergangenen neun Spiele verloren hatte, begann couragiert und vor allem viel motivierter als die Niedersachsen, die so fast zwangsläufig einen Treffer nach dem anderen kassierten. Nach dem 0:4 nahm Ortega nach nur 5:52 Minuten die erste Auszeit. Half nichts. Die Bergischen erhöhten auf 5:0, ehe Timo Kastening, gerade zum „Handballer des Jahres“ gewählt, erst nach 8:34 Minuten der erste Gäste-Treffer gelang. Nach 14 Minuten waren die Recken zwar auf 4:6 herangekommen, doch ohne allzu große Mühe zog der BHC wieder auf 11:6 davon. Im Angriff taten sich die Hannoveraner sehr schwer, zudem zeigte BHC-Schlussmann Tomas Mrkva eine gute Partie, wehrte vor der Pause acht Würfe der Gäste ab. Ortega hatte auch seine zweite Auszeit genommen, doch auch danach besserte sich nur wenig im Spiel seiner Mannschaft. Bis zur Halbzeit war es schlicht ein enttäuschender Auftritt der Recken, auch weil Spielmacher Morten Olsen wiederholt mit den Schiedsrichtern haderte anstatt sich aufs Spiel zu fokussieren. Doch auch nach Wiederbeginn kamen Kapitän Böhm & Co. nicht in die Spur, mussten vielmehr das 9:14 hinnehmen. Zwar trafen nun Cehte (zweimal) und Böhm sowie Brozovic ins leere BHC-Tor zum 14:17, doch den Rückstand vermochten die Recken nicht entscheidend zu minimieren. Ortega versuchte es mit einer 5-1-Deckung mit Ugalde auf der Spitze, aber auch dies fruchtete nur überschaubar. Nach 41 Minuten kam Domenico Ebner für Urban Lesjak ins Tor. Doch auch diese Maßnahme sorgte nicht für einen Umschwung bei den Hannoveranern. Dann leistete sich der BHC-Schwede Max Darj eine Zeitstrafe – und die Recken schlugen zu! In gut 90 Sekunden traf Timo Kastening dreimal in Folge ins leere Tor der Gastgeber – nur noch 20:19. Nach genau 50 Minuten schafften die Recken schließlich den ersten Gleichstand seit Spielbeginn, als Ilija Brozovic zum 21:21 traf. Cristian Ugalde gelang kurz danach sogar die erste Führung – in Unterzahl. Böhm, Brozovic und erneut Ugalde brachten die Gäste mit 25:23 in Führung. Olsen und Cehte trafen wenig später zum 27:25. Aber die Recken konnten den Vorsprung nicht halten. Gutbrod und Boomhouwer glichen aus zum 27:27. Böhm versemmelte auf der Gegenseite den letzten Recken-Wurf, ehe Fabian Gutbrod Sekunden vor Schluss zum 28:27 einwarf. Bitteres Ende für die Recken, die sich diese Pleite aber selbst zuzuschreiben haben, weil sie die Partie viel zu nachlässig angingen. Stimmen zum Spiel gab’s von den Recken kurzfristig nicht – zu groß war offenbar der Frust über diese absolut vermeidbare Niederlage. Recken: Lesjak, Ebner – Cehte 3, Patrail 3, Mävers, Thiele, Pevnov, Jönsson 1, Böhm 6, Ugalde 2, Krone, Olsen 3/1, Brozovic 4, Feise, Kastening 4, Büchner 1. Beste BHC-Werfer: Gutbrod 7, Boomhouwer 6, Nippes 5.

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