Bundesliga-Abschluss

Recken verlieren letztes Punktspiel beim THW Kiel

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Fabian Böhm, hier beim Hinspiel, erzielt vier Treffer für die Recken, doch der THW Kiel wird seiner Favoritenrolle gerecht und schlägt die TSV Hannover-Burgdorf mit 30:26.

Hannover – Im letzten Spiel der zehnten Saison in der Handball-Bundesliga gab es für die Recken das erwartete Ergebnis: Beim THW Kiel verlor die TSV Hannover Burgdorf vor 10 250 Zuschauern mit 26:30 (13:15) und schloss die enttäuschende Erstliga-Saison mit 26:42-Punkten ab.

Recken-Trainer Carlos Ortega musste neben den Ausfällen von Mait Patrail und Lars Lehnhoff sowie Pavel Atman auch noch auf Kreisläufer Evgeni Pevnov verzichten, der sich eine Adduktoren-Zerrung zugezogen hatte. Die erneut gravierenden personellen Defizite glichen die Hannoveraner aber mit viel Einsatz aus. Als willfähriges Opfer für den Titel-Kandidaten Kiel, der mit einem eigenen Sieg und einer Flensburger Niederlage beim Bergischen HC noch selbst hätte Meister werden können, präsentierten sich die Recken nun überhaupt nicht. Vielmehr legten sie einen respektablen Start hin, gingen durch Kai Häfner in Front, führten durch Vincent Büchner, Timo Kastening mit 3:1 und kurz danach durch Fabian Böhm 4:2. Kiels herausragender Spielmacher Domagoj Duvnjak glich zwar zum 4:4 aus und beruhigte die Nerven der THW-Fans, die natürlich per Handy in den Düsseldorfer ISS-Dome schauten, wo Flensburg im Fernduell beim BHC führte. Erst nach zwölf Minuten brachte Duvnjak die Kieler erstmals in Führung, doch noch zweimal drehten die Recken, die nochmals sehr selbstbewusst und couragiert auftraten, die Partie zu ihren Gunsten. Erneut Böhm sorgte für das 10:9, Spielmacher Morten Olsen für das 11:10. Danach legte der THW jedoch einen 5:0-Lauf hin, führte 15:11, ehe Häfner und Joshua Thiele zum 13:15 zur Pause verkürzten. Auch nach dem Wechsel blieb das Ortega-Team dran am THW, der aber mit 19:14 nach vorn zog. Böhm, Torge Johannsen in seinem letzten Spiel (in dem er noch mit zwei Siebenmetern am ebenfalls scheidenden THWE-Keeper Andi Wolf scheiterte) und Ilija Brozovic warfen die Recken jedoch erneut auf ein Tor zum 19:20 heran (40.). Es blieb weiter eng, Kiel führte bis zur 52. Minute immer nur mit zwei oder drei Treffern. Drei Siebenmeter von Kiels Ekberg brachte den Gastgebern einen 28:24-Vorsprung, den sie bis zum Abpfiff wahrten. Fazit: Die Recken haben sich nach vielen schwachen Auftritten in dieser Bundesliga-Saison nochmal gut verkauft – viel besser sogar, als alle dachten. Torwart Urban Lesjak kam auf gute 13 Paraden, der nach Berlin wechselnde Martin Ziemer ging nur bei zwei Kieler Strafwürfen in den Kasten, bei denen er machtlos war. Häfner erzielte in seinem letzten Recken-Match nochmal drei Tore. Top-Torschütze Kastening kam mit seinen vier Treffern in Kiel auf insgesamt 190 „Buden“ – 40 weniger als in der vorherigen Saison herausragende HBL-Schützenkönig Casper Mortensen. Kastening, der jetzt noch zweimal für Deutschland in der EM-Qualifikation in Israel und gegen den Kosovo spielt, ist damit Vierter in der Torjägerliste dieser Spielzeit. Für die anderen Recken, die die Saison nur als 13. der Tabelle beendeten, ist jetzt Pause. Am 16. Juli startet die Vorbereitung für die elfte Saison in der Handball-Bundesliga, für die jetzt vor allem noch ein Ersatz für Kapitän Häfner gesucht wird. Recken-Neuzugang Domenico Ebner stieg mit Bietigheim nach einem 25:25 gegen Mitabsteiger Gummersbach nach nur einem Jahr wieder ab. Der neue Torwart: „Schade, ich hatte mir gewünscht, mit Hannover nächste Saison ein Heimspiel in Bietigheim zu haben. Recken: Lesjak, Ziemer – Johannsen 1/1, Cehte 2, Mävers 1, Thiele 1, Häfner 3, Böhm 4, Ugalde 1/1, Srsen, Olsen 4, Brozovic 4, Feise, Kastening 4, Büchner 1. Kiels beste Torschützen: Ekberg 7/5, Weinhold 7, Duvnjak 6. 

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