„zehnvoracht“: Eike Korsen spricht über Markenbildung im Profi-Handball

„Jeder soll Teil der Recken-Familie sein“

Geschäftsführer Eike Korsen zeigt, dass die „Recken“ 2009 als Golfball angefangen haben. Er erklärt, dass das Team mittlerweile die Größe eines Handball erreicht hat. Foto: Mosig

EIME Das „zehnvoracht“-Unternehmer-Netzwerk, das zum neunten Mal unter dem Dach des Vereins für Handel und Gewerbe tagte, hatte Bundesliga-Niveau. Und das lag nicht nur am üppigen Frühstücksbüfett im Landgasthaus Knoche, sondern auch am Referenten: Eike Korsen, neuer kaufmännischer Geschäftsführer des Handballbundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, sprach über die Etablierung der „Recken“-Marke.

Korsen, ein echter Junge des Leineberglandes und Ex-Spieler der SV Alfeld, berichtete über Steilpässe, mit denen das „Recken“-Team Tempo aufgenommen hat, um sich in der Sportstadt Hannover zu behaupten, denn als die Handballer 2009 erstklassig wurden, gab es neben 96 noch die Sparten Eishockey und Basketball. Behutsam habe man das Image der volksnahen Ritter mit eigener Sprache und typischen Spitznamen aufgebaut, so der Geschäftsführer, der die Markenentwicklung vor allem an der Spielstätte festmachte. War anfangs die Stadionsporthalle das Zuhause der „Recken“-Familie, so habe man 2011 mit einem Derby gegen Eintracht Hildesheim angefangen, die Tui-Arena zu bespielen. „Wir haben immer gebremst und die Anzahl der Spiele in der Arena behutsam gesteigert“, so Korsen über das familiäre Gefühl, das man aufs Messegelände transportieren wollte. Der Zuschauerschnitt wurde so stetig gesteigert – und das sei immens wichtig. Denn die Zentralvermarktung (unter anderem Fernsehgelder) spielt – anders als im Fußball – im Handball eine zu vernachlässigende Rolle. Nur knapp drei Prozent des „Recken“-Etats von etwa fünf Millionen Euro kommen aus diesem Topf. 70 Prozent kommen über die Eigenvermarktung, 25 Prozent von den Zuschauern. „Von daher müssen wir diese Zielgruppen pflegen. Wir können nicht einfach sagen, gebt uns Geld, sondern wollen Fans und Sponsoren Erlebnisse bieten“, erklärte der Experte. Einlaufkids, Vereinsdarstellungen in der Hallenzeitung, Auszeichnungen für in Südniedersachsen ehrenamtlich Engagierte und Halbzeit-Gewinnspiele seien nur einige Bausteine, um die Etat-Lücke zu den ganz Großen wie Kiel zu schließen. Korsen befand aber auch, dass Maßnahmen vom Glück in der sportlichen Entwicklung abhängen. Die Einführung des „Recken“-Begriffs sei kritisiert worden, aber just in diesem Jahr, 2012/13, spielten Lehnhoff und Co. die bis dato beste Saison der Vereinsgeschichte (6. Platz, 46 Punkte) und qualifizierten sich für den Europa-Cup: „Damit war die Kritik verstummt.“ Anders lief es vor zwei Jahren, als man in der gesamten Rückrunde nur einen einzigen Punkt holte und der Dauerkartenverkauf, der – unter Mühen – immer gewachsen war, auf einmal einbrach. Doch das Team hat sich gefangen und in der vergangenen Saison wieder Platz 6 erreicht. Laut Korsen verfüge man über Identifikationsfiguren und Nationalspieler, die „zum Anfassen sind“: „Jeder in der Halle soll spüren, dass er Teil der Recken-Familie ist.“ flo

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