Handball-Bundesliga

Viel Wirbel beim Recken-Heimsieg gegen Leipzig

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Abschiedsstimmung bei den Recken: Fünf Spieler werden verabschiedet – Lars Lehnhoff, Domagoj Srsen, Kai Häfner, Martin Ziemer und Torge Johannsen (v.l.).

Hannover – Wenigstens doch noch ein Happyend für die Recken: Im letzten Heimspiel ihrer zehnten Saison in der Handball-Bundesliga kam die TSV Hannover-Burgdorf vor 5077 Zuschauern zu einem 30:28 (15:16) gegen den SC DHfK Leipzig.

Ausgerechnet „Abgänger“ Torge Johannsen war mit sechs Treffern der erfolgreichste Torschütze. Mit dem achten Heimsieg glichen die Recken glich das Team von Trainer Carlos Ortega die Heimbilanz zumindest noch auf schmale 17:17-Punkte aus. 

Abschiedsstimmung schon vor dem Anpfiff. Spalier beim Einlauf standen die Bundesliga-Wasserballer vom entthronten Meister Waspo 98 Hannover in knappen Badehosen. Mit dabei bei den Recken auch noch einmal Lars Lehnhoff, der hinterher ebenso wie Martin Ziemer, Kai Häfner, Domagoj Srsen und Johannsen verabschiedet wurde. Immer noch offen ist dagegen, wie es mit dem Langzeitverletzten Mait Patrail weitergeht. Verabschiedet wurde er nicht, ein neues Angebot lässt aber auch weiter auf sich warten.

Unterdessen kündigte Geschäftsführer Eike Korsen bei „Sky“ an, dass der Etat in der kommenden Saison „angepasst“ werden solle. Beim Budget müsse „gespart“ werden, meinte er ins Mikrofon des Bezahlsenders.

Der nach seiner Gehirnerschütterung ins Team zurückgekehrte Morten Olsen eröffnete die Partie mit dem 1:0. Und es war wie zuletzt so oft gehabt: Die Hannoveraner fingen gut an und legten ein 4:1 vor, doch beim 4:4-Ausgleich ging die ganze Chose schon wieder anders herum. Zwar konnte die Recken nochmals einen Zwei-Tore-Vorsprung vorlegen (7:5, 8:6).

Doch nachdem Olsen mit einem Siebenmeter am starken SC-Keeper Putera gescheitert war, gerieten die Recken ins Hintertreffen. Beim 9:10 (17.) durch Philipp Weber gingen die Sachsen erstmals in Front. Timo Kastening verwandelte den zweiten Recken-Strafwurf zum 11:10, aber in der Folge lagen die Leipziger immer einen Treffer in Führung. Der Angriff agierte zu ausrechenbar und hinten packte man einmal mehr nicht hart genug zu. So ging es mit einem 15:16-Rückstand in die Pause.

Unfassbar, aber in diesem an sich bedeutungslosen Spiel dennoch wahr: Nach der Pause eskalierte das letzte Heimspiel sogar noch. Die Recken drehten das Match wieder, warfen einen 18:16- und 20:17-Vorsprung heraus. Aber die Sachsen kamen erneut zurück, verkürzten auf 19:20. Dann Siebenmeter für Hannover: Kastening tritt an, trifft Leipzigs zweiten Torwart Rene Villadsen im Gesicht – und sieht dafür Rot (41.). Die Fans auf den Rängen sind empört, gellendes Pfeifkonzert für die Schiris Otto und Pieper. Soviel steht fest: Der Recken-Rechtsaußen, gerade erst wieder für die Nationalmannschaft nominiert, hat dem SC-Goalie mit Sicherheit nicht mit Absicht ins Gesicht geworfen. Dennoch verteilten die Referees nun Strafen en gros – am Ende sechs für die Recken und drei an Leipzig.

Die Partie wurde nun zudem auch immer härter. Nachdem Ugalde zuvor schon wegen Meckern vom Feld musste, häuften sich die Fouls. Aber die Recken behielten überwiegend kühlen Kopf in der aufgeheizten Stimmung. Und sie wahrten ihren kleinen Vorsprung weiter, weil Ziemer in seinem letzten Heimspiel zur Hochform auflief.

Jeder Treffer der Recken wurde von den Zuschauern begeistert gefeiert. In den letzten 90 Sekunden bekam auch Lehnhoff noch seinen Einsatz – der Mann, der über 1000 Tore für die Hannoveraner geworfen hat. Am Ende brachte Hannover den Sieg ins Ziel. Coach Ortega: „Wir haben mit Herz gespielt.“ Sportchef „Smöre“ Christophersen: „Der Sieg war wichtig für die Platzierung. Wir waren wach und nochmal da.“ Dann begann die große Abschiedsparty.

Das letzte Spiel bestreiten die Recken am Pfingstsonntag bei Titelkandidat Kiel.

Recken: Lesjak, Ziemer – Johannsen 6, Cehte 3, Mävers, Thiele, Pevnov 2, Lehnhoff, Häfner 4, Böhm 3, Ugalde 1, Srsen, Olsen 5, Brozovic 5, Feise, Kastening 1/1.

Leipzigs beste Torschützen: Weber 8, Jurdzs 6, Binder 5

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