Handball-Bundesliga

Recken besiegen Schlusslicht Nordhorn-Lingen

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Ilija Brokovic nutzt eine kleine Lücke in der Abwehr und trifft für die Recken.

Hannover – Da musste sich der Spitzenreiter gegen den Letzten der Handball-Bundesliga ganz schön strecken: Nur mit Dusel gewannen die Recken ihr Feiertags-Spiel gegen Nordhorn-Lingen mit 30:29 (15:15) vor mit 4150 Zuschauern ausverkauftem Haus. Das Niedersachsen-Derby wurde am Ende zum Krimi.

Schlechte Nachricht für die Recken vor dem Anpfiff: Nicht nur Evgeni Pevnov konnte nicht mit auflaufen – auch Morten Olsen musste passen. Der Spielmacher der Hannoveraner hatte sich einen Infekt eingehandelt, blieb zuhause. Kreisläufer Pevnov machte eine Oberschenkel-Verletzung aus dem Testspiel in der Länderspiel-Pause gegen Zweitligist Nettelstedt (29:28) zu schaffen. Zwar gingen die Nordhorner zweimal durch den Österreicher Robert Weber in Front, doch nach dem 2:1 für die Gäste übernahmen gleich die Hannoveraner das Kommando. Nejc Cehte zeiget sich erneut wieder in toller Form, steuerte drei Treffer in der Anfangsphase bei. Der Spanier Cristian Ugalde war mit einem tollen Dreger zum 5:2 erfolgreich. Nach elf Minuten hatten sich die Recken einen 6:3-Vorsprung herausgeworfen, doch die Gäste aus der Grafschaft Bentheim blieben vor allem dank ihres Rechtsaußens Weber dran, der nach 20 Minuten schon fünf Treffer auf seinem Konto hatte. Der Neuling erwies bis zur Pause als widerspenstiger Aufsteiger, der nicht gewillt war, sich vor dem Spitzenreiter zu verstecken und schon gar nicht klein beizugeben. Obwohl es nach 14 Minuten 8:5 für die Gastgeber hieß, war dies kein sanftes Ruhekissen für das Team von Trainer Carlos Ortega. Beim 8:7 hatte Julian Possehl die Chance, erstmals auszugleichen, doch dies blieb der HSG verwehrt – noch. Nach 20 Minuten war es dann tatsächlich so weit: Pavel Mickal, der wieiderholt mit seinen flotten Tempogegenstößen gefiel, warf zum 9:9 ein, woraufhin Ortega seine erste Auszeit nahm. Bis zur Halbzeit wurde die Partie dann zu einem „One-Goal-Game“. Hannover legte immer einen Treffer vor, die Gäste glichen stets wieder aus – unter anderem eben durch Mickal. . doch aus Possehl und Zweitliga-Torjäger Pöhle steuerten ihre Tore dazu bei. Zwei Minuten vor der Pause nutzten die Nordhorner dann die vielen kleinen Nachlässigkeiten der Hausherren zur erneuten Führung. Georg Pöhle traf zum 14:13 für die Grafschafter und Possehl legte sogar noch das 15:13 nach, nachdem der Ex-Recke Dominik Kalafut zuvor das 13:13 markiert hatte. Doch die Zwei-Tore-Führung sollte nicht von Bestand sein. Per Siebenmeter gelang Jung-Nationalspieler Timo Kastening das 14:15, dem der hünenhafte Este Mait Patrail drei Sekunden vor der Halbzeitsirene noch den 15:15-Ausgleich folgen ließ. Unglücklich aus HSG-Sicht der Auftakt zur zweiten Halbzeit. Torwart Ravensbergen unterlief ein Eigentor, das Alfred Jönsson gutgeschrieben wurde. Und ein Wechselfehler (Strafe gegen Miedema) brachte den recken das 17:15. Aber Nordhorn ließ sich nicht beirren, glich durch Mickal wieder aus, ehe der Linksaußen für die erneute 21:20-Führung sorgte. Die HSG bot der Nummer 1 der Liga mächtig Paroli. Und es blieb spannend! Ein Krimi am Donnerstagabend, Tatort Hannover: Die HSG jagte die Recken. Doch die konnten sich wieder auf 29:26 absetzen. Dennoch wurde es nochmal eng, als Nordhorn nicht zuletzt wegen einer Bankstrafe gegen die Recken auf 28:29 herankam. Böhm markierte jedoch das 30:28, das die HSG durch Weber auf 29.30 verkürzen konnte. „Ein glücklicher Sieg für uns“, gab Sportchef Smöre Christophersen zu. Recken: Ebner, Lesjak – Cehte 4, Martinovic 5, Mävers, Patrail 2, Thiele, Jönsson 4, Böhm 2, Ugalde 2, Donker, Hanne, Brozovic 7, Feise, Kastening 4/2, Büchner. HSG Nordhorn: Ravensbergen, Buhrmester – Verjans, Heiny 1, Leenders, Weber 8, Mickal 6, Miedema 1, Terwolbeck, de Boer 2, Zare, Smit, Seidel, Seidel, Possehl 4, Pöhle 4, Kalafut 2. 

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