Handball-Bundesliga

Recken spielen nach Sechs-Tore-Rückstand noch remis

TSV Hannover Burgdorf - THW Kiel
+
Youngster Martin Hanne will am Sonntag gegen "Die Eulen" aus Ludwigshafen mit den Recken punkten. 

Hannover - Was für ein Ende, was für ein Endspurt der Recken beim 30:30 (16:13)-Unentschieden beim SC Magdeburg! Acht Minuten vor Schluss schien die Partie in der Handball-Bundesliga bei der 30:24-Führung der Gastgeber schon entschieden.

Doch die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega kam per 6:0-Lauf noch einmal zurück und holte noch ein Zähler. Sekunden vor Schluss hatte die TSV Hannover-Burgdorf sogar nochmal den Ball, konnte den letzten Angriff aber nicht mehr zum Sieg nutzen. Das wäre wohl zu viel des Guten gewesen… 

Herausragender Torschütze war Timo Kastening mit starken 13 Treffern – sein Karriere-Bestwert! Gegen Kiel hatte der Shooting-Star der EM noch ein schwarzen Tag erwischt, musste nach nur einem Tor bei fünf Versuchen nach 16 Minuten vom Feld. Nun zeigte er in der mit 6600 Zuschauern ausverkauften GETEC-Arena, was ihn bei der EM zum besten deutschen Torschützen gemacht hatte.

„Ich hatte ein Scheiß-Spiel gegen Kiel. Umso mehr freue ich mich, wieder die Bude getroffen zu haben“, meinte Kastening bei Sky. „Ein Punkt in Magdeburg ist für Hannover immer ein super Gefühl. Unser Glück war, dass das Spiel schon so früh entschieden schien. Magdeburg hatte schon gewonnen, aber dann haben wir einige Bälle geklaut. Es war eine geile Aufholjagd.“

In der Tat schienen die Punkte nach 52 Minuten weg zu sein. Doch Spielmacher Morten Olsen mit zwei Siebenmetern, Kastening, Vincent Büchner und nochmals zweimal Kastening (zuletzt per Siebenmeter) sorgten noch für den unverhofften Ausgleich. Entgegen kam den Recken dabei auch zwei fast gleichzeitige Zeitstrafen gegen Magdeburgs Ex-Recke Erik Schmidt und Petr Chrapkowski – in dieser Zeit verkürzten die Recken auf 28:30.

Vor dem glücklichen Ende hatten die Hannoveraner aber in vielen Phasen nicht gut ausgesehen. Nach einem guten Start mit drei Führungen übernahm der SCM das Kommando, führte 6:3, doch die recken glichen wieder zum 6:6 und 8:8 aus. Danach riss es ab, auch weil von den Rückraum-Halben Böhm (links) und Cehte (rechts) nichts kam. Der Slowene warf zunächst 0 von 6 – eine bittere Zwischenbilanz. Auch der Auftritt von Olsen, dem der SCM-Hallensprecher vorm Anpfiff höhnisch zum 13. Platz der Dänen bei der EM gratulierte, war durchwachsen. Gefahr ging hauptsächlich von rechtsaußen Kastening aus.

Auch nach dem Wechsel hatte Magdeburg „den Hut auf“. Nach 43 Minuten führte das Team von Trainer Bennet Wiegert 24:18, Kastening scheiterte mit einem Siebenmeter am zweiten SCM-Torwart Thulin, der für Jannik Green bei Strafwürfen Platz machte. Mühsam hielten die Recken Anschluss, gaben aber dabei eben nicht auf. Olsen saß meist draußen, der junge Schwede Alfred Jönsson führte Regie. Hannovers Spanier Cristian Ugalde führte die offensive 5-1-Deckung auf der Spitze, was dem SCM nicht behagte. So sprach beim 30:24 alles für Magdeburg – ehe der starke Schlussspurt der Recken kam.

„Kompliment an unser Team“, meinte Sportchef „Smöre“ Christophersen. „Wir haben eiskalt die Chance genutzt. Zunächst war es aber nicht flüssig genug. Beide Teams kamen mit ihren ersten Aufstellungen nicht klar.“

„Mir fehlen die Worte“, war SCM-Coach Wiegert perplex. „50 Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Jetzt fühlen wir uns wie die Verlierer. In der doppelten Unterzahl haben wir taktisch undiszipliniert gespielt. Ein verschenkter Punkt!“

Für die Recken geht’s schon Sonntag (16 Uhr, Tui-Arena) zuhause gegen Die Eulen Ludwigshafen weiter. Das Hinspiel gewann Hannover nach viel Mühe mit 26:24. „Das wird kein einfaches Spiel“, warnt Christophersen vor dem Tabellenvorletzten, der erst fünf Siege eingefahren hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare