Handball-Bundesliga

Recken nach Unentschieden im letzten Spiel Zweiter

+
Carlos Ortega wird zum "Trainer des Jahres" gewählt, doch ihm wäre es lieber gewesen, die Recken hätten Sonntag bei GWD Minden gewonnen.

Hannover – Ohne Krimi ging’s mal wieder nicht bei den Recken: Im letzten Spiel des Jahres und vor der EM-Pause kam Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf beim Tabellen-Sechzehnten GWD Mindenzu einem glücklichen 32:32 (16:15).

Obwohl die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega einen 23:27-Rückstand aufholte, war es letztlich ein Punktverlust für die Gäste, die den möglichen Auswärtssieg durch zu viele eigene technische Fehler in der zweiten Halbzeit liegen ließen. National-Rechtsaußen Timo Kastening ehrlich: „Wir hatten mehr Glück als Verstand. Ich weiß nicht, wie wir diesen Punkt geholt haben.“ Tolle Nachricht aber erstmal vor dem Spiel: Von den Sky-Zuschauern wurde Morten Olsen zum Spieler des Jahres und Carlos Ortega zum Trainer des Jahres gewählt. „Darüber freue ich mich sehr“, meinte Olsen. Für Mindens Coach Frank Carstens (einst Recken-Trainer) war die Partie ein „besonderes Spiel“ – schließlich war es das letzte Spiel in der 1970 gebauten Kampa-Halle, die im kommenden Jahr abgerissen wird, weil die Brandschutzbestimmungen nicht mehr erfüllt werden. Olsen und Pevnov brachten die Recken zunächst in Front, Kastening sorgte für das 3:1. Aber GWD glich aus, ehe Hannover wieder 5:3 führte. Die auch in der Folge leicht vorn, aber sie verstanden es nicht, sich abzusetzen, so konnten die Westfalen immer wieder ausgleichen – auch als Torwart Christensen zum 11:11 ins leere Recken-Gehäuse traf. Kurz danach warfen die Gäste erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 14:12 heraus. Mait Patrail überzeugte dabei mit seiner Ur-Gewalt bei den Würfen. Doch zur Pause stand nur eine 16:15-Führung auf der Anzeigetafel, weil Kastening mit einem Siebenmeter an Christensen scheiterte. Im zweiten Abschnitt häuften sich bei den Recken die technischen Fehler, zweimal flogen die Bälle glatt ins Aus, sodass Minden langsam Oberwasser gewann. Nach 37 Minuten kam Domenico Ebner für Urban Lesjak ins Tor, doch ein „Spiel der Torhüter“ war die Partie diesmal nicht. Auch die 5:1-Deckung mit Cristian Ugalde auf der Spitze brachte Hannover keine Vorteile. Vielmehr konnten die Recken vor allem Mindens Kevin Gulliksen und Christoffer Rambo (je neun Tore) überhaupt nicht stoppen. So war es auch kaum ein Wunder, dass GWD nach 44 Minuten mit vier Toren (27:23) in Front lag – die Recken schenkten ein ums andere Tor her. Immerhin kämpfte sich Hannover ganz langsam wieder heran, vor allem durch gelungene Aktionen von Ugalde. Der Spanier war es auch, der in der 57. Minute den Ausgleich zum 31:31 schaffte und wenig später sogar die 32:31-Führung erzielte. Durch einen Siebenmeter von Michalczik gelang Minden aber noch der Ausgleich. Den letzten Angriff verdaddelten die Recken, Minden konnte die letzte Aktion auch nicht mehr nutzen. Kastening: „Wir haben Glück gehabt, hatten zu viele Pass- und Fangfehler. Verrückt, wie viele einfache Tore wir kassiert haben.“ Leicht angefressen wirkte Coach Ortega: „Ich hätte lieber die zwei Punkte gehabt als Trainer des Jahres zu sein. Das war nicht unser Spiel. Wir brauchen jetzt in der Pause ein bisschen Ruhe.“ Recken-Sportchef Christophersen: „In der zweiten Halbzeit wurden die Zuschauer für Minden zum Faktor. Durch unsere leichten Fehler ist es eng geblieben. Wir hatten uns schon zwei Punkte erhofft, aber 31:9 zum Jahresabschluss sind herausragend.“ Recken: Lesjak, Ebner – Cehte 4, Martinovic 3, Mävers, Patrail 4, Pevnov 4, Böhm 3, Ugalde 5, Olsen 5/1, Brozovic 2, Feise, Kastening 2, Büchner Mindens beste Werfer waren: Rambo 9, Gulliksen 9 und Michalczik 6/5. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare