Handball-Bundesliga

Wieder kein Heimsieg für die Recken

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Einsatz in der Recken-Abwehr: Domagoj Srsen stoppt Christoph Theuerkauf.

Hannover – In der TUI-Arena kommen die Recken zurzeit auf keinen grünen Zweig. Auch gegen den TBV Lemgo Lippe gab es im Wochenspiel vor 4312 Zuschauern beim 27:27 (13:13) keinen Sieg. Der letzte datiert vom 7. Februar gegen Stuttgart. Danach folgten nun inzwischen fünf Spiele ohne Sieg.

Wie befürchtet, mussten die Hannoveraner zuvor schon auf Fabian Böhm verzichten. Der Nationalspieler laboriert an Bauchmuskelproblemen. Nachwuchsmann Hannes Feise brachte die Recken zunächst in Front, doch dann ging über Minuten gar nichts bei den Gastgebern. Lemgos Toptorschütze Tim Hornke warf zwar einen Siebenmeter vorbei, doch die Recken vermochten diese Einladung zur eigenen Führung nicht zu nutzen. Vielmehr versemmelten die Hannoveraner sechs Angriffe in Folge, darunter parierte TBV-Keeper Johannesson den Strafwurf von Kastening. Nach elf Minuten stand es 1:2, Tore waren zunächst Mangelware. Erst danach nahm die Partie Fahrt auf und in der Folge legten die Westfalen stets einen Treffer vor, den die Recken ausglichen. Beim 7:8 vergaben die Recken durch Veit Mävers ihren zweiten Siebenmeter – erneut parierte Johannesson. Zumindest aber zeigten die Hausherren, die bislang unter der Regie von Coach Ortega viermal gegen Lemgo gewannen, Kampfgeist. So glich Kai Häfner mit einem tollen Kempa-Trick auf Pass von Cristian Ugalde zum 12:12 aus, ehe Nejc Cehte zur ersten Führung seit dem 1:0 traf. Doch Lemgos Holländer Fabian van Olphen schaffte noch den 13:13-Ausgleich zur Pause. Eine erste Halbzeit, die einmal mehr nicht zufriedenstellte aus Recken-Sicht. Und auch zu Beginn der zweiten Hälfte geriet das Ortega-Team zunächst in Rückstand. Doch erneut kämpfte es sich zurück, machte aus dem 13:15 ein 17:15 (38.). Nach 41 Minuten hieß es sogar 20:17 für die Hausherren. Doch wie gewonnen, so zerronnen – wiederum glich Lemgo gegen die unkonzentrierten Recken, die dreimal Pfosten- und Latten-Pech hatte, zum 20:20 (45.) aus. Und es ging weiter wieder rauf und runter: Die Recken 23:21 in Führung, dann wiederum 24:25 hinten, obwohl Lesjak einen Siebenmeter von Hornke hielt. Am Ende auch noch jede Menge Hektik, als es eine umstrittene rote Karte gegen Torge Johannsen gab für ein Foul an Nationalspieler Tim Suton (57.) – doch der Übeltäter war eigentlich Brozovic. Lemgos bester Torschütze Dani Baijens brachte die Gäste kurz vor Ende erneut in Front, doch zehn Sekunden vor Schluss rettete Timo Kastening den Recken mit einem Tempogegenstoß-Tor wenigstens noch eine Punkt. „Wir haben Probleme im Angriff gehabt“, hielt Coach Ortega fest. „Wir müssen glücklich sein mit dem Punkt.“ Ganz anders bewertete Sportchef „Smöre“ Christophersen die Partie und fand deutliche Worte: „Für unser Anspruchsdenken ist das zu wenig. Wir müssen uns besser verkaufen, haben zu viele Geschenke gemacht. Gegenüber dem Berlin-Spiel habe ich keine Reaktion gesehen. Daher ist das Ergebnis ein Stück weit enttäuschend.“ Bei den Recken läuft es weiter nicht rund. Recken: Ziemer, Lesjak – Johannsen, Cehte 4, Mävers 1/1, Thiele, Pevnov, Häfner 2, Atman 2, Ugalde 4, Srsen, Olsen 6/2, Brozovic 1, Feise 2, Kastening 5, Büchner. Beste Lemgoer Torschützen: Baijens 8, Hornke 6/2 und Zieker 6/1.

Am Sonntag, 28. April (15 Uhr), steht für die Recken das Rückspiel im EHF-Pokal-Viertelfinale bei den Füchsen Berlin auf dem Programm. Die Reise in die Max-Schmeling-Halle könnten sich Kapitän Häfner & Co. im Grunde genommen sparen, denn das Hinspiel verloren sie am Ostersonntag enttäuschend mit 26:34. Einen Acht-Tore-Rückstand auswärts aufzuholen, dürfte zu 99,9 Prozent unmöglich sein – auch wenn Timo Kastening davon nach dem ersten Duell nichts wissen wollte und Häfner davon sprach, dass nun „ein Wunder“ her müsse. Berlin ist für die Recken von der TSV Hannovwer-Burgdorf aller Voraussicht nach (diesmal) keine Reise wert. Für Torwart Martin Ziemer dürfte es ein „Vorstellungsspiel“ werden, denn kommende Saison wird er bekanntlich im Kasten der Füchse stehen

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