Heimniederlage

Recken verlieren gegen ersatzgeschwächte MT Melsungen mit 29:36

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lija Brozovic erzielt in dieser Szene einen Treffer für die Recken, die aber das Heimspiel gegen Melsungen verlieren.

HANNOVER - Was für ein enttäuschender Auftritt der Recken nach der Länderspiel-Pause! Gegen die MT Melsungen kassierte das Team des Trainerduos Carlos und Iker Romero, die gerade ihre Verträge verlängerten, vor 5013 Zuschauern eine herbe 29:36 (15:22)-Pleite.

Mit einer Aufwärtstendenz in diesem richtungsweisenden Match ist es nicht geworden. Für die Recken war es unter Ortega erst die zweite Heimniederlage in seiner Tätigkeit in Hannover. Die erste und bislang einzige hatte es am 19. April gegen die Rhein-Neckar Löwen gegeben. Der Trend zeigt bei den Recken derzeit nach unten. Nach der 34:37-Pleite in Stuttgart cvor der Länderspiel-Pause zeigten die Hannoveraner auch gegen die Nordhessen vor allem in der Defensive eine nicht erstliga-reife Leistung. Nur rund zehn Minuten vermochten die Gastgeber gegen die MT mitzuhalten. Mait Patrail glich bei seinem ersten Einsatz nach seiner Verletzungspause (Bandscheibenvorfall) den 0:1-Rückstand aus. Nach dem 4:4 zogen die Nordhessen langsam, aber sicher weg, nach 13 Minuten lagen die Recken bereits 5:9 hinten. Während die Nordhessen überaus effektiv agierten und von gefühlten 25 Angriffen in der ersten Halbzeit 22 Tore erzielten, agierten die Recken fahrig und verloren vor allem im Angriff viele Bälle. „22 Gegentore in der ersten Halbzeit sind indiskutabel“, ärgerte sich Recken-Sportchef Sören Christophersen. „Wir kommen langsam in eine prekäre Lage.“ Damit spielte er besonders auf die erneute Verletzung von Mait Patrail an. Der Este schied nach 38 Minuten mit einer heftigen Verletzung am rechten Knie aus. „Das sah nicht gut aus“, meinte selbst Melsungens Manager Axel Geerken hinterher. Eine Diagnose soll es am Montag geben. Bei Patrails Ausscheiden war die Partie längst entschieden. Die MT hatte das Spiel weiter gut im Griff, die Recken hechelten hinterher und vergaben zu allem Überfluss auch noch drei Siebenmeter, die der starke MT-Keeper Sjöstrand hielt. Melsungen verwaltete die Partie clever. Bezeichnend, dass Rückkehrer Kai Häfner (zweites Spiel nach seiner Verletzung) zum erfolgreichsten Torschützen avancierte. „Sowas darf nicht passieren“, meinte der Recken-Kapitän. „Wenn man 36 Gegentore bekommt, kann man kein Spiel gewinnen. Wir müssen schnell rauskriege, woran das liegt.“ Auch Linksaußen Lars Lehnhoff war bedient: „Alle haben Scheiße gespielt! Wir kriegen unsere Abwehr zurzeit nicht in den Griff, verlieren zu viele Zweikämpfe.“ Und auch Coach Ortega hatte das Übel erkannt: „Wir müssen unsere Defensive verbessern. 22 Gegentore in der ersten Hälfte waren zuviel. Der Angriff war mit 29 Toren okay.“ Ex-Nationalspieler und Sky-Experte Pascal Hens fasste alles prägnant zusammen: „Ein perfektes Auswärtsspiel von Melsungen.“ TSV: Lesjak, Ziemer – Cehte (1), Mävers, Patrail (1), Thiele, Pevnov (1), Lehnhoff (2/2), Häfner (7), Ugalde (1), Krone, Srsen, Olsen (6), Brozovic (4), Feise (2), Kastening (5). Beste Melsunger: Lemke (6), Birkefeldt (6), Pavlovic (6).

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