EHF-Cup

27:27 reicht den Recken wohl nicht 

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Kai Häfner (hier beim EHF-Cup-Spiel gegen Benfica Lissabon) trifft gegen den ungarischen Spitzenclub dreimal ins Schwarze – am Ende spielen die Recken nur 27:27.

HANNOVER - Das war es dann wohl mit dem EHF-Cup für die Recken: Im „Rückspiel“ gegen Grundfos Tatabanya kam Handball-Bundesligist TSV Hannover Burgdorf am Sonntag nur zu einem 27:27 (14:14) gegen die Ungarn und kann sich damit den Einzug ins Viertelfinale abschminken.

Wie schon bei den beiden Auswärts-Niederlagen in Bitola und Nasice fehlte dem Team von Trainer Carlos Ortega die internationale Cleverness und Reife, um auf der Euro-Bühne zu bestehen. Nach dem 32:29-Sieg in Minden am vergangenen Donnerstag hatte Trainer Ortega Dänen-Spielmacher Morten Olsen wieder dabei. Aber der Weltmeister agierte nicht zum ersten Mal zwischen Genie und Wahnsinn. Tolle Anspiele und Tore auf der einen Seite – Böse Abspielfehler auf der anderen Seite. Böhm brachte die Recken zwar in Front, aber danach führten die Ungarn 2:1. Überhaupt war es schlampiger Start der Hannoveraner, die mehrere Chancen liegen ließen. Nach elf Minuten lag Tatabanya 6:4 vorn, nur drei Minuten später führten aber die Recken 8:7 und wenig später sogar 11:8. Doch immer wieder schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, die die Magyaren konsequent ausnutzten. Phasenweise stellte Hannover durchaus eine gute Abwehr, leistete sich kurz danach aber wieder böse Lücken. Zwei schlimme Olsen-Fehler ermöglichten den Ungarn, auf 14:12 wegzuziehen. Timo Kastening versemmelte seinen zweiten Siebenmeter, war dann aber zweimal zum 14:14-Halbzeitstand erfolgreich. Die Recken mal wieder auf der Leistungs-Achterbahn. Auch nach dem Wechsel ging die Berg- und Talfahrt weiter. Die Recken gingen mit 19:17 in Front, lagen dann aber wieder nach knapp 49 Minuten 21:22 zurück. Sie wirkten einfach nicht stabil genug, leisteten sich immer wieder absolute Aussetzer. Zudem wirkte die Mannschaft aufgrund der Doppelbelastung mit Bundesliga und Euro-Spielen ausgelaugt. Prägnantestes Beispiel dafür war unter anderem auch Kapitän Häfner. Beim 23:25 schienen den Recken die Felle schon davon geschwommen zu sein, doch sie kämpften sich nochmals auf 26:26 heran und gingen durch einen Geniestreich von Olsen (wie passend) 27:26 in Führung. Doch die Ungarn glichen zehn Sekunden vor Schluss noch zum 27:27 aus. Dass die Stimmung hinterher auf dem Nullpunkt war, versteht sich von selbst. „Wir sind selbst schuld“, meinten Häfner und Kreisläufer Pevnov unisono. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, so kann man international nicht bestehen.“ Coach Ortega lobte zumindest noch die Abwehr. Zudem gereizte Stimmung, weil in einem Presseartikel bekannt wurde, dass die Recken angeblich mit Urgestein Lars Lehnhoff (15 Jahre im Team) nicht weiter verlängern wollen. Lehnhoff zeigte sich sehr enttäuscht, der Klub meint, der Sachverhalt sei nicht ganz korrekt wiedergegeben worden. Bei den Recken ist Feuer unterm Dach – und das trotz vier Siegen in der Bundesliga. Das Euro-Aus liegt allen schwer im Magen. Weiter geht es jetzt erst am 14. März gegen Bundesliga-Spitzenreiter Flensburg. Recken: Ziemer, Lesjak – Johannsen, Cehte (1), Mävers (5/5), Pevnov (1), Häfner (3), Böhm (5), Olsen (5), Brozovic (1), Kastening (5/1), Büchner (1), Ugalde, Feise, Srsen. Beste Werfer Tatabanya KC: Vujovic 8/3, Juhasz 6, Vrankovic 4.

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