Heimsieg gegen Gummersbach

Recken zeigen sich wieder verbessert

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Timo Kastening erzielt sieben Treffer beim 30:24-Heimsieg der Recken gegen Gummersbach.

Hannover – Die Recken haben sich zurückgemeldet: Gegen den VfL Gummersbach schafften sie vor 4021 Zuschauern einen hochverdienten 30:24 (14:11)-Sieg. Es war der erste Heimerfolg seit dem 21. Februar gegen die Füchse Berlin.

Recken-Coach Carlos Ortega musste auf seinen Regisseur Morten Olsen wegen einer schweren Gehirnerschütterung verzichten – er musste sogar ins Krankenhaus. Dafür war wie erhofft Pavel Atman wieder dabei. Nach der Standpauke von Sportchef Sven-Sören Christophersen am vergangenen Freitag nach der Blamage in Bietigheim (27:29) wirkten die Hannoveraner engagierter und zielstrebiger – gerieten aber zunächst in Rückstand durch Gummersbachs Baumgärtner. Doch Rechtsaußen Timo Kastening glich aus, der erste Siebenmeter von drei verwandelten Strafwürfen bis zum 4:4.

Auf der anderen Seite parierte Urban Lesjak einen Siebenmeter von Marvin Sommer, was den Recken offenbar Auftrieb verlieh. Fabian Böhm gelang kurz danach die erste Führung für die Gastgeber (10.), die Ilija Brozovic und erneut Böhm auf 7:4 ausbauten. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Nach dem 8:5 glichen die Bergischen zum 8:8 aus. Schon wieder Achterbahn-Handball in der Tui-Arena. Rauf und runter, immer wieder. Auch danach, denn Hannover zog wieder nach vorn und führte nach dem 10:10 wieder 13:10 durch zwei Treffer von Atman. Zur Pause legten beide Teams noch je einen Treffer nach – 14:11 nach 30 Minuten. Brozovic traf ins leere VfL-Tor.

Auch nach dem Wechsel wahrten die Recken ihren Vorsprung. Durch zwei weitere Treffer von Böhm bauten sie sogar auf 18:13 aus (35.). Gummersbach kam in der Folge nicht näher als auf drei Tore heran, auch wegen Torwart Lesjak (14 Paraden), der sogar mit dem Kopf abwehrte. Die Gäste erwiesen sich doch als spielerisch limitiert, konnten die Hannoveraner nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen. Vielmehr gab es auch noch Kunststückchen: Cristian Ugalde passet den Ball auf den heranfliegenden Kai Häfner, der zum 27:21 vollstreckte – ein perfekter Kempa-Trick.

Und es gab noch weitere tolle Angriffe: Aus der Abwehr wurde im Umschaltspiel Nachwuchsmann Hannes Feise bedient, der seinen zweiten Treffer zum 30:23 einnetzte. Schon vier Minuten vor dem Ende erhoben sich die Zuschauer zu „standing ovations“. Das hatten sich die Recken durchaus endlich mal wieder verdient. Aber man darf nicht vergessen, dass Gummersbach zu den Abstiegskandidaten zählt und eben nicht Kiel oder Flensburg ist.

„Das war ein sehr emotionaler Auftritt, wir wollten die Halle hinter uns bringen“, meinte Nationalspieler Böhm. „Der Sieg war wichtig in unserer Situation“, sagte Trainer Ortega, der von den Youngsters nur den starken Hannes Feise brachte. „Wenn alle mit Herz spielen, dann ist die Leistung auch anders.“ Und auch Sportchef Christophersen war wieder glücklicher: „Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt. Unsere Abwehr präsentierte sich anders, die Torwart-Paraden haben stabilisiert. Die Führungsspieler waren wieder Führungsspieler und gingen voraus. Wir haben ein Zeichen gesetzt.“

Recken: Lesjak, Ziemer – Johannsen, Cehte, Mävers, Thiele, Pevnov 1, Häfner 6, Atman 3, Böhm 6, Ugalde 3, Srsen, Brozovic 2, Feise 2, Kastening 7/4, Büchner.

Gummersbachs beste Torschützen: Zhukov 7, Baumgärtner 4, Sommer 4.

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