Recken verlieren gegen Wetzlar

Einstimmung auf Pokal misslungen

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Nejc Cehte lässt sich auf dem Weg zum Wetzlarer Tor nicht stoppen.

HANNOVER  - Das war alles andere als eine gute Einstimmung auf das Pokal-Final Four am kommenden Wochenende in Hamburg. Vor 6023 Zuschauern verlor Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf das Heimspiel gegen die HSG Wetzlar vollkommen zurecht mit 23:25 (10:14).

Ausschlaggebend war vor allem eine indiskutable Abwehrleistung in der ersten Halbzeit. Die Aufholjagd am Ende der Partie war schließlich nicht mehr von erfolg gekrönt. Im Verlauf der gesamten Partie lagen die Hannoveraner nur ein einziges Mal in front, als Vincent Büchner nach sieben Minuten zum 4:3 einwarf. Zuvor hatte Recken-Trainer Carlos Ortega mit einer ungewöhnliuchen Startformation aufgewartet. Mit Morten Olsen stand nur einer der etatmäßigen Spieler zu Beginn des Spiels „auf der Platte“. Eine Maßnahme, die sich in den ersten knapp 20 Minuten nicht auszahlte. Die Wetzlarer zeigten die absolut bessere Defensivleistung und hatten in Linksaußen Maximilian Holst einen sicheren Tor- und Siebenmeter-Schützen. Er steuerte in der ersten Halbzeit allein sieben Treffer für die Gäste bei, die zuvor nur drei Auswärtsspiele gewonnen hatten. Erst beim 6:9-Zwischenstand wechselte Ortega nach und nach seine Stammkräfte ein, brachte die Nationalspieler Böhm und Häfner. Doch viel besser wurde es mit ihnen auch nicht, vielmehr bauten die Hessen ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Beim 9:14 waren sie nach 27 Minuten erstmals auf fünf Tore enteilt. Nach 25 Minuten hatte auch Martin Ziemer im Tor Urban Lesjak abgelöst, auch der künftige Berliner überzeugte dann in der zweiten Halbzeit mehr als der Slowene, der nur eine Parade hatte – Ziemer dagegen insgesamt sechs. Beides keine Glanzleistungen! Nach knapp 40 Minuten hatten die HSGer ihre Führung auf 20:14 ausgebaut. Sky-Kommentator Stefan Kretzschmar kritisierte vor allem die Einstellung der Recken und deren Abwehrleistung: „Ein klarer Rückschritt gegenüber den letzten Spielen.“ Fünf Minuten vor Schluss brachte Büchner die TSV zwar noch mal auf 21:23 heran, doch den verdienten Sieg ließen sich die Wetzlarer nicht mehr nehmen. „Wir haben alles vermissen lassen“, meinte Recken-Kreisläufer Evgeni Pevnov hinterher. Auch von den sonstigen Leistungsträgern war wenig zu sehen. „Das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr war nicht gut, im Angriff gab es zu viele technische Fehler.“ Sportchef Christophersen: „Die Hypothek des 11:18-Rückstandes nach 35 Minuten war zu hoch.“„Wir haben gut gewechselt und gedeckt und ein großes Herz gezeigt“, meinte HSG-Coach Kai Wandschneider. „Torwart Ivanisevic war für mich der Matchwinner.“ Kollege Ortega: „Unser Angriff hat nicht zur nötigen Form gefunden.“ Bitter zudem: Mit Büchner, Brozovic und Ugalde beklagten die Recken hinterher der angeschlagene Spieler. Recken: Lesjak, Ziemer – Johannsen 4, Cehte 4, Mävers, Pevnov 2, Häfner 1, Atman 2, Böhm 2, Ugalde, Srsen, Olsen 1, Brozovic 1, Feise, Kastening 4/4, Büchner 2. Beste Wetzlarer Torschützen: Holst 10/5, Lindskog 3, Mirkulovski 3, Björnsen.

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