TSV Hannover-Burgdorf

Recken feiern vierten Sieg in Serie - jetzt wartet der EHF-Cup

+
Wiederholung erwünscht: Evgeni Pevnov beim Heimsieg der Recken gegen HC Eurofarm Rabotnik.

HANNOVER - Nach der WM-Pause läuft es für die Recken in der Handball-Bundesliga weiter gut. Vor 3013 Zuschauern gewann die TSV Hannover-Burgdorf bei GWD Minden mit 32:29 (14:13) und fuhr damit den vierten Sieg in Folge in der Meisterschaft ein. Am Sonntag geht es im EHF-Cup weiter.

Erfolgreichste Torschützen beim Sieg bei GWD Minden waren Timo Kastening und Fabian Böhm, die jeweils siebenmal trafen. Dabei kam Rechtsaußen Kastening sechsmal nur zu Siebenmetern aufs Feld, weil er beim EHF-Cup-Spiel am vergangenen Sonntag in Tatabanya gestürzt und zudem erkrankt war. Auf dem Feld stand er erst ab der 53. Minute. In den hellblauen Euro-Trikots hatten die Recken, die auf den erkrankten Spielmacher Morten Olsen (Magen-Darm-Probleme) verzichten mussten, den besseren Start, gingen durch Ilija Brozovic in Front und führten 5:3. Doch nach zehn Minuten war Minden im Match, glich aus zum 5:5 und lag durch den Norweger Christoffer Rambo, der genau so hart wirft, wie es der Name ausdrückt, 6:5 vorn. Es war aber die einzige Führung der Westfalen im ersten Durchgang. Hannover übernahm wieder, trotz vieler Lücken in der Abwehr, die Minden immer wieder ausnutzte. Bis zur Halbzeit führten die Recken immer wieder mit einem Tor, das die Mindener jeweils ausglichen. Kurz vor der Pause traf Vincent Büchner zweimal, auch zur 14:13-Halbzeitführung. Auch im zweiten Abschnitt hatte Hannover den besseren Auftakt, ging durch Fabian Böhm, Kastening und den starken Häfner, der teilsweise von den Westfalen kurz gedeckt wurde und für Olsen auf der Mitte aushalf, mit 17:14 in Front. Nejc Cehte erhöhte sogar auf 19:15 (39.). Dann war’s aber wieder mal wie abgeschnitten, denn Minden drehte die Partie und zog dank einer 5:0-Serie auf 20:19 nach vorn. Nervenflattern bei den Recken? Nein, sie blieben cool. Urban Lesjak löste den in der ersten Halbzeit guten Martin Ziemer im Tor ab, parierte einen Siebenmeter von Zwizej (47.). Zwei verwandelte Strafwürfe von Kastening brachten einen 25:23-Vorsprung des Ortega-Teams. Mehr als auf einen Treffer (28:29) ließen die Hannoveraner ihren Kontrahenten nun nicht mehr herankommen. Kastening mit seinem sechsten Siebenmeter, Büchner und nochmals Kastening mit seinem einzigen Feldtor warfen den 32:29-Erfolg der Recken heraus. „Teilweise war es sehr brenzlig, als Minden ausglich“, meinte Kapitän Häfner. „Aber allergrößten Respekt ans Team, alle haben ihre Leistung gebracht. Wir wollen in der Tabelle unten rauskommen, die Hinrunde war ja alles andere als gut.“ Recken: Ziemer, Lesjak – Johannsen (3), Cehte (3), Mävers (1), Thiele, Pevnov (1), Häfner (5), Böhm (7), Ugalde, Srsen, Brozovic (3), Feise, Kastening (7/6), Büchner (2). Beste Mindener Torschützen: Rambo (9), Michalczik (7).

Am Sonntag geht es weiter: Es ist das schon entscheidende Spiel. Am Sonntag müssen die Recken nur drei Tage nach dem vierten Bundesliga-Sieg in Folge mit dem 32:29 in Minden nun im EHF-Pokal gegen Grundfos Tatabanya KC ran. Los geht’s um 13 Uhr in der Swiss-Life Hall. Im Kampf ums Viertelfinale hilft den Hannoveranern wie dann auch in den letzten beiden Partien nur ein Sieg. „Wir müssen Sonntag gewinnen, sonst ist der EHF-Cup vorbei“, so Kai Häfner. Die Recken haben die Zeichen der Zeit nach den beiden bisherigen beiden Auswärtspleiten in Nasice (Kroatien) und Tatabanya erkannt. Um den Recken-Kapitän selbst ranken sich derzeit mehr als nur Gerüchte. Er soll für 2020 bereits einig sein mit der MT Melsungen. Von den Nordhessen wird kolportiert, er sei bereits zum Medizin-Check bei den Nordhessen gewesen. Jetzt gehe es, so wird spekuliert, darum, ob er nicht schon zur nächsten Saison zur in Kassel spielenden MT wechselt. Dann müsste er aus dem Recken-Vertrag herausgekauft werden. Die finanziellen Mittel dazu sind bei den vom Pharma- und Medizinbedarfs-Unternehmen B. Braun unterstützten Melsungern sicher vorhanden. Auch bei Lars Lehnhoff deutet sich an, dass er nach 15 Jahren keinen neuen Vertrag erhalten wird. Bitter für das 32-jährige Urgestein aus Celle, das alle Höhen und Tiefen durchgemacht hat. Nach Torwart Martin Ziemer wäre er der zweite, der keinen weiterführenden Vertrag erhält. Die Recken hoffen, dass Olsen am Sonntag gegen Tatabanya wieder dabei ist. Der Däne soll mithelfen, den zweiten wichtigen Euro-Sieg einzutüten. Dabei dürfen sie aber nicht wieder wie im „Hinspiel“ so oft an Ungarn-Torwart Laszlo Bartucz (über 20 Paraden) scheitern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare