DHB-Pokal

Morten Olsen trifft in letzter Sekunde zum Recken-Sieg

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Jubel beim entscheidenden Torschützen: Morten Olsen sorgt mit seinem Treffer für den Einzug in das Final Four in Hamburg.

Hannover – Nach zwei, drei schwächeren Partien in der Handball-Bundesliga hat die TSV Hannover-Burgdorf im DHB-Pokal wieder „einen rausgehauen“. Morten Olsen warf das Team von Trainer Carlos Ortega im Viertelfinale in allerletzter Sekunde zum 31:30 (17:14)-Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen.

Damit stehen die Recken wieder im „Final Four“-Turnier am 4. und 5. April in Hamburg. Als erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge! Mit der Schlusssekunde kannte der Jubel bei den Hannoveranern in der SAP-Arena keine Grenzen mehr. Olsen versuchte, sich das Trikot vom Laib zu reißen – klappte aber nicht. Blitzschnell wurde der geniale Däne von seinen Teamgefährten umringt, alle herzten den Superstar. „Wir haben überragend gefightet, ein Super-Gefühl“, strahlte er. „Wir haben einen Monat nicht so gut gespielt – es war mal wieder Zeit, dass wir ein ordentliches Spiel machen.“ Das ist den Recken in der Tat vollauf geglückt! Aber was war das für ein verrückter Spielverlauf! Martinovic gleicht Mannheims erste Führung aus, dann kassieren der Kroate und Kapitän Fabian Böhm Zwei-Minuten-Strafen. Hannover für 1:35 Minuten in doppelter Unterzahl. Mannheims überragender Andy Schmid wirft seine ersten beiden Tore – am Ende sollten es sagenhafte 16(!) sein. So wird das Spiel letztlich auch zu einem Duell von Mannheims Schweizer Star gegen Hannovers Super-Dänen! Zurück zum Spiel: Recken-Rechtsaußen Kastening schnippelt einen Siebenmeter an den linken Pfosten, die Löwen gehen auch dank Schmid 5:3, 7:5, 9:7 und 11:9 (18.) in Front. Doch dann ein Bruch im Spiel der Gastgeber. Und die Recken nutzen die Situation, starten selbst einen 6:0-Lauf, führen 15:11 und 17:13. Mit dem Pausenpfiff semmelt Olsen noch einen Siebenmeter übers Löwen-Gehäuse. Statt 18:14 nur 17:14 zur Halbzeit. Nach Wiederbeginn ist Andy Schmid nicht mehr zu bändigen. Der Schweizer wirft die ersten sieben Tore für die Löwen im zweiten Durchgang, ist nicht zu stoppen, will das Match allein entscheiden. Sieht auch lange Zeit so aus, zumal Ilija Brozovic und Cristian Ugalde zweimal an Mannheims Keeper Andreas Palicka (14 Paraden) scheitern – der zweite Mannheimer Held! Beim 24:20 und 25:21 scheint das Spiel weg zu sein für die Recken. Auch weil Kastening den dritten Siebenmeter vergibt, nur die Latte trifft. Dann aber diese zweite unglaubliche Wende! Jetzt übernimmt Olsen persönlich das Match! Der Däne, Kastening, Evgeni Pevnov und wieder Olsen gleichen zum 26:26 (51.) aus – die Mannheimer Fans können es nicht fassen. Das Spiel wird endgültig zum Krimi. Kastening, Olsen (Siebenmeter) und Mait Patrail bringen die Recken dreimal ein Tor nach vorn, Mannheim gleicht jeweils aus. Knapp drei Minuten vor Schluss Zeitstrafe für Patrail. Angriff Hannover. National-Außen Uwe Gensheimer foult Kastening, Olsen haut den Siebenmeter zum 30:29 rein. Patrick Groetzki egalisiert bei 59:20 Minuten zum 30:30. Letzter Angriff Recken: Gelbe Karte für die Löwen-Bank. Dadurch erlischt das angezeigte Zeitspiels Hannovers. Olsen hat den Ball, die Sekunden laufen runter. Vier, drei, zwei – da zieht der Däne fast ansatzlos ab und die Kugel schlägt im rechten Torwinkel ein. Aus, vorbei! Der Rest ist nur noch Recken-Jubel. „Olsen ist ein Teufelskerl, eine Sensation“, verschlägt es selbst Handball-Ikone Stefan Kretzschmar bei Sky fast die Sprache. „Vielleicht sollten sie in Hannover die Halle nach Olsen nennen oder eine Straße.“ Bei den Löwen fließen Tränen, Mannheim-Star Andy Schmid ist völlig geplättet: „Wir waren zu wenig geil auf Hamburg, hatten die falsche Attitüde.“ Uwe Gensheimer: „Das tut weh! Andy und Olson haben sich gegenseitig angestachelt. Hannover hat mit viel Cleverness in der Crunch- time gespielt.“ Total happy dagegen natürlich Recken-Kapitän Fabian Böhm: „Super, große Freude! Nach zwei schwächeren Spielen freue ich mich umso mehr. Das war ein riesengroßer Schritt. In Hamburg ist einiges möglich. Olsen hat super Regie geführt.“ Und die Recken wieder nach Hamburg geworfen! Recken: Ebner, Lesjak – Cehte 2, Martinovic 3, Patrail 2, Thiele, Pevnov 1, Jönsson, Böhm 3, Ugalde 1, Krone, Olsen 10/4, Brozovic 5, Feise, Kastening 4, Büchner. Mannheims Tore: Schmid 16, Gensheimer 4/1, Larsen 3, Kohlbacher 3, Groetzki 2, Petersson 2. 

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