Erst Bundesliga - dann EHF-Cup

Nach Zittersieg für die Recken beim Schlusslicht: Sonnabend in Kroatien am Start

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Timo Kastening (hier beim Hinspiel) steuert beim 27:25-Auswärtssieg der Recken in Ludwigshafen acht Treffer zum Sieg bei.

HANNOVER - Was für ein Zittersieg für die Recken! Beim Tabellenletzten Eulen Ludwigshafen quälte sich Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf zu einem 27:25 (15:15)-Erfolg. Immerhin gelang damit der dritte Sieg nach dem 33:22 gegen Stuttgart und dem 24:21 gegen Bitola im ersten EHF-Cup-Spiel.

Die entscheidende Torwart-Parade gelang Martin Ziemer 26 Sekunden vor Schluss, als die Recken 26:25 führten und er gegen Ludwigshafens Frederic Stüber den Ball behauptete. Der nach der Saison scheidende Ziemer zeigte überhaupt endlich einmal wieder eine gute Leistung mit zwölf Paraden. „Wir sind sehr glücklich, gewonnen zu haben“, meinte Hannovers Kapitän Kai Häfner hinterher bei Sky. „Wir hatten das glücklichere Ende für uns“, gab er zu. Die Recken taten sich jedoch schwer vor 2041 Zuschauern beim Schlusslicht. In der ersten Halbzeit lag das Team von Trainer Carlos Ortega zwar durchweg in Führung, doch Häfner & Co. vermochten sich nicht entscheidend abzusetzen. Mehr als eine Zwei-Tore-Führung sprang nicht heraus Herausragender Mann im ersten Abschnitt war eben Nationalspieler Häfner, der gleich sechsmal traf und in der zweiten Halbzeit noch drei Treffer nachlegte. Nach dem 15:15 zur Pause gelang Ludwigshafens Jonathan Scholz nach Wiederbeginn beim 16:15 die einzige Führung für die Kurpfälzer. Doch mit drei Toren in Folge drehte Recken-Rechtsaußen Timo Kastening die Partie wieder. Aber die Eulen steckten nicht auf und erkämpften sich beim 18:18, 19:19 und 20:20 jeweils nochmal den Gleichstand. In der 54. Minute sorgte Häfner mit seinem achten Treffer für einen 24:21-Vorsprung, doch Ludwigshafen verkürzte erneut auf ein Tor (24:25). Mit Häfner (26:24) und Kastening (Siebenmeter mit Schluss) tüteten schließlich die beiden besten Torschützen den Sieg in der „Ebert-Hölle“ ein. Kapitän Häfner: „Das war eine kompakte Teamleistung. Wir haben einen Super-Job in der Abwehr gemacht.“ Nationalspieler Fabian Böhm schonte Trainer Ortega für das erste EHF-Cup-Auswärtsspiel am Samstag bei RK Nexe Nasice in Kroatien. Recken: Ziemer, Lesjak - Cehte (4), Mävers, Thiele, Pevnov (1), Häfner (9), Böhm, Krone, Srsen, Olsen, Brozovic (3), Feise, Kastening (8/4), Büchner (2). Beste Eulen-Torschützen: Salger (5), Müller (5).

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: 

Freitagvormittag fuhren die Recken mit dem ICE von Ludwigshafen nach Frankfurt, wo von aus es per Flieger nach Budapest ging. Von der ungarischen Hauptstadt fuhren sie per Bus in mehr als vier Stunden ins kroatische Nasice, wo am Samstagabend um 19.30 Uhr das erste Auswärtsspiel im EHF-Cup beim RK Nexe beginnt.

Die Kroaten führen derzeit die Tabelle der SEHA-Liga (zehn Teams aus sieben südost-europäischen Ländern) mit zwölf Siegen und drei Niederlagen an, punktgleich mit PPD Zagreb und Vardar Skopje (Mazedonien) „Nexe deckt sehr variabel mit 6-0 oder 5-1“, hat sich Christophersen informiert. „Das wird eine schwere Aufgabe.“ Tomi Vozab, Nexes bester Torschütze in der Liga (59 Treffer), taucht in der Aufstellung vom ersten EHF-Cup-Spiel der Kroaten in Tatabanya (Ungarn) aber gar nicht auf. Dort ragten Ante Gadza und Marin Jelinic mit je sechs Toren heraus. Nexes Torwart Moreno Car ist mit 34 Prozent gehaltener Würfe Liga-Zweiter.

Vor dem ersten EHF-Cup-Auswärtsspiel blickte Christophersen nochmal auf die enge Partie in Ludwigshafen zurück. „Wir haben die Nerven bewahrt in brenzligen Situationen, der Sieg war wichtig für die Moral.“ Mit der guten Leistung von Martin Ziemer sei auch „ein deutlicher Aufwärtstrend bei den Torhütern“ sichtbar. Christophersen: „Nach den ersten drei Siegen in diesem Jahr ist auch die Stimmung in der Truppe gut.“ Die beiden Bundesliga-Erfolge waren allerdings auch die Vorgabe. „Wir wollen in der Tabelle noch weiter nach oben“, meinte Kapitän Kai Häfner nach dem erst dritten Saison-Auswärtssieg in Ludwigshafen.

Dort kam Fabian Böhm nicht zum Einsatz, nachdem er vorm ersten EHF-Pokalspiel gegen Bitola (Mazedonien) beim Aufwärmen umgeknickt war. Er flog gestern aber genauso mit wie Linksaußen Cristian Ugalde. Christophersen: „Ob sie spielen können, ist aber ungewiss.“

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