Handball-Bundesliga

Können die Recken den Höhenflug fortsetzen?

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Torhüter Urban Lesjak gehört zu den Garanten des Höhenflugs der Recken. Das soll auch beim Auswärtsspiel beim TSV GWD Minden so sein.

Hannover – Klatschsalven, Standing Ovations, Jubel pur – die 9 800 Zuschauer in der ausverkauften Tui-Arena kamen aus dem Feiern nach dem 32:19 der Recken gegen Stuttgart gar nicht mehr heraus.

Der Zuschauer-Schnitt stieg durch den Rekordbesuch jetzt auf 6 401 Besucher pro Spiel an. Und 30:8 Punkte hatte die TSV Hannover-Burgdorf zum Jahresschluss auch noch nie. Und dabei wäre sogar die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga möglich gewesen – wenn der THW Kiel nicht in Göppingen 27:26 gewonnen hätte. So blieb es für die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega bei Platz eins für vier Stunden. Um kurz nach 15.30 Uhr war der achte Heimsieg dieser Saison perfekt, um kurz nach 19.30 Uhr hatte Kiel in Göppingen gewonnen. Egal, sei’s drum… Jetzt haben die Recken die Chance, das Jahr sogar noch besser abzuschließen. Am Sonntag (16 Uhr) schließen die Hannoveraner das 2019 mit dem Auswärtsspiel bei GWD Minden in der Kampa-Halle ab – das letzte Match in dieser altehrwürdigen Arena, die nicht mehr den Feuerschutz-Bestimmungen und somit nicht mehr genutzt werden darf – ein Politikum in der ostwestfälischen Stadt, in die Jung-Recke Joshua Thiele zur kommenden Saison wechseln wird wie vergangene Woche bekannt wurde. In aller Munde war gegen Stuttgart aber die sensationelle Leistung von Hannovers Torhüter Urban Lesjak. Der Slowene stellte mit 25 Paraden einen neuen Saisonrekord der HBL auf. „Überragend“, „herausragend“, „super“ – die Lobeshymnen von Trainer Ortega, Sportchef „Smöre“ Christophersen und seinen Mitspielern wollten überhaupt nicht enden. Mit diesem tollen Auftritt machte Lesjak auch Werbung in eigener Sache: Sein Vertrag läuft aus, er würde natürlich gern bei den Recken bleiben. „Meiner Familie gefällt es in Hannover gut“, meinte er, doch auch Lesjak weiß, dass es um harten Profi-Sport geht und nicht wie zu Weihnachten um Gefühle. Einen „unerwartet entspannten Sieg“ hatte Rückraumspieler Ivan Martinovic gesehen. „Wir haben unser Können so positiv demonstriert“, fand Kreisläufer Evgeni Pevnov, der die Journalisten augenzwinkernd anpflaumte: „Jetzt haben wir so hoch gewonnen, aber ihr habt auch immer was zu meckern…“ Happy war auch Christophersen: „Der Zuschauerzuspruch ist herausragend, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Danke dafür. Auch deshalb sind wir zuhause noch ungeschlagen.“ Will heißen: Die Fans pushen das Team immer wieder nach vorn. Christophersens Hoffnung: „Im Idealfall schließen wir das Jahr jetzt mit einem Sieg in Minden ab. Und im Februar machen wir da weiter, wo wir jetzt aufgehört haben.“ Eigentlich schade, dass nach dem Minden-Spiel nun die Pause wegen der EM folgt, bei der „Smöre“ wieder als Experte beim ZDF auf Sendung ist. Übrigens: Am 1. Februar (Sonnabend, 20.45 Uhr) geht es für die Recken weiter: Mit dem Heimauftritt gegen den THW Kiel. Der Zweite gegen den punktgleichen Ersten. Mehr Spitzenspiel geht nicht. Da winkt wieder eine ausverkaufte Halle.

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