Handball-Bundesliga

Recken gegen THW: Mehr Topspiel geht nicht

+
Recken-Torhüter Domenico Ebner will auch nach dem Spitzenspiel gegen Kiel jubeln.

Hannover - Mehr Topspiel geht einfach nicht: Am Sonnabend um 20.45 Uhr trifft die TSV Hannover-Burgdorf als Tabellenzweiter der Handball-Bundesliga in der längst mit fast 10 000 Zuschauern ausverkauften Tui-Arena auf den einen Punkt besser platzierten Spitzenreiter THW Kiel.

Ein Gipfeltreffen der speziellen Art.Auch weil mehrere Spieler von der gerade beendeten EM aufeinandertreffen. Bei Hannover Spielmacher Morten Olsen, der aber unter einem Infekt leidet, Ilija Brozovic (Vize-Europameister mit Kroatien), Nejc Cehte (Halbfinalist mit Slowenien) sowie die Deutschen Fabian Böhm und Senkrechtstarter Timo Kastening. Auch Kiel stellt mehrere EM-Fahrer: Domagoj Duvnjak (Kroatien, bei der EM zum wertvollsten Spieler gewählt), Miha Zarabec (Slowenien), Harald Reinkind (Norwegen), Hendrik Pekeler und Patrick Wienczek (beide Deutschland). Bei den Recken stiegen die EM-Teilnehmer erst am Mittwoch wieder ins Training ein. Grenzwertig ist für die Spieler die Terminierung. Nur eine Woche nach dem EM-Ende sind sie schon wieder zur Bundesliga-Höchstleistung gefordert – ein Raubbau an den Kräften, Erholung und Regeneration waren nicht gegeben. Ein Problem, das den Top-Handball schon lange verfolgt. Mit einem Sieg könnten die „Recken“ Kiel, der das Hinspiel mit 32:23 gewann, wieder überholen. In Kiel trafen die Recken nur 47 Prozent ihrer Würfe, hatten zudem elf Ballverluste. Dass die Recken durch ihre herausragenden Leistungen in den Fokus der Handball-Prominenz gerückt sind, unterstreichen die Aussagen von Martin Schwalb. Der ehemalige Meistertrainer des HSV attestiert dem Team von Coach Carlos Ortega „eine sensationelle Saison“. Aber das Recken-Spiel sei von sehr wenigen Spielern abhängig: Olsen, Mait Patrail und Böhm müssten immer in Hochform agieren, um zu den Erfolgen zu kommen. Und mit Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen, Flensburg und Berlin habe Hannover noch sehr starke Auswärtsgegner. Für einen Kandidaten für einen europäischen Wettbewerb hält Schwalb die Recken aber allemal. Als Meister tippt er aber Kiel – es wäre der 21. Titel für den THW Kiel. Zur Einstimmung auf den Kiel-Hit gab es Anfang der Woche ein Kabinenfest: Co-Trainer Iker Romero hat zu seiner Vertragsverlängerung spanischen Schinken spendiert – das kam gut an! Das Team saß noch zusammen: „Die Stimmung ist einfach super, daraus beziehen wir auch unser selbstvertrauen“, meinte Torwart Domenico Ebner, dessen Mannschaft aber nur drei gemeinsame Trainingseinheiten hat(te). Ebner: „Das reicht, alle kennen das System, das ist ganz schnelle wieder da.“ Gegen Kiel laufen Böhm & Co. in einem speziellen Trikot auf: Mit einem Dress in besonderem Grün wollen sie auf ihre Talent-Kampagne „Zukunftshelden“ hinweisen. Übrigens: Zuhause sind die Recken nach wie vor ungeschlagen. Der einzige Punkt ging beim 29:29-Remis gegen die Rhein-Neckar Löwen verloren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare