Handball-Bundesliga

Recken feiern Remis gegen Löwen wie Sieg

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Riesenjubel bei den Recken: Nach einer famosen Aufholjagd holen die Hannoveraner ein 29:29-Unentschieden gegen die Rhein-Neckar-Löwen.

Hannover – Nein, das ist keine Wiederholung: Was für ein Wahnsinnsspiel, was für eine grandiose Stimmung in der TUI-Arena:Nach dem 31:28 gegen Magdeburg fünf Tage zuvor liefern die Recken erneut eine Riesen-Partie ab und schaffen ein 29:29 (12:15) gegen Ex-Meister Rhein-Neckar-Löwen.

8 141 Zuschauer (neuer Saisonrekord) feiern das Team von Trainer Carlos Ortega, das zuhause auch im sechsten Spiel ungeschlagen bleibt. Und fast hätte es nach einem 3:9-Rückstand sogar noch zum Sieg gereicht… Neun Sekunden sind noch auf der Uhr. Die Löwen mit Ballbesitz. Andy Schmid passt rechts rüber, doch Vincent Büchner fängt den Pass ab, spielt im Fallen zu Nejc Cehte. Der Slowene wirft vom eigenen Kreis aufs leere Gästetor, doch den Ball kullert erst drei Sekunden nach der Schlusssirene über die Linie. Was für ein Pech für die Recken. Doch das Remis ist insgesamt gerecht. Unter den Augen von Trainer Mirko Slomka, den 96-Spielern und Ex-Coach Breitenreiter erwischten die Mannheimer den besseren Start, gingen durch ihren Super-Star Andy Schmid in Front. Schon da hatten die recken zweimal Pech mit zwei Alu-Treffern. Kastening glich zwar aus, doch bis zum ersten Tor dauerte es lange sechs Minuten. In der Folge kam National-Linksaußen Uwe Gensheimer in Fahrt. Die Kurpfälzer gingen in Front und von den ersten sieben Toren der Gäste erzielte er vier. Und die Hannoveraner hatten weiter Pech im Abschluss: Nach knapp 17 Minuten hatten sie dann schon fünfmal nur Latte und Pfosten getroffen. Daran lag der deutliche 3:9-Rückstand nach 15 Minuten aber natürlich nicht allein: Vielmehr ließ die Chancenverwertung eben auch stark zu wünschen übrig. Nur 48 Prozent der Würfe landeten im gegnerischen Kasten, bei den Gästen waren es immerhin 62 Prozent. Völlig konträr zur ersten Halbzeit verlief die zweite. Die Recken kamen mit mehr Biss und Aggressivität aus der Kabine und boten den Kurpfälzern nun einen harten Fight. Beim 15:19 lagen sie zwar nochmals mit vier Toren hinten (37.), doch in der Folge holten sie Tor um Tor auf – zur Freude der Fans. Ganz speziell die 46. Minute: Torwart Lesjak entschärfte einen Löwen-Angriff und warf den Ball übers gesamte Feld ins leere Gästetor – 23:23. Dasselbe danach nochmal zum 24:23. Die Zuschauer? Nicht mehr zu halten! Doch beim dritten Mal hatte der Slowene Pech: Seine weite Bogenlampe landete an der Latte, es wäre das 25:23 gewesen. Danach aber wieder die Löwen vorn – 27:25 durch Andy Schmid. Aber Hannover blieb dran, glich immer wieder aus, nachdem vor allem Mads Larsen für die Löwen nach der Pause immer wieder getroffen hatte. Dessen letzte Führung egalisierte Vincent Büchner, ehe diese ominöse letzte Minute und die dramatischen letzten Sekunden kamen. Was für ein Handball-Krimi. „Mitte der zweiten Hälfte haben wir wieder gezeigt, was wir für einen geilen Charakter im Team haben“, meinte Evgeni Pevnov. „Riesig, was das Team leistet“, strahlte Kapitän Böhm. „Im Angriff haben wir uns anfangs aber schwer getan, aber wir sind geduldig geblieben. Wir wollen die Teams oben ärgern – und das Ärgern klappt im Moment ganz gut.“ Recken-Sportchef Christophersen: „Ein Handballfest mit enormer Dramaturgie und einem unvermuteten Goalgetter in unserem Tor.“ „Wir hatten in der ersten Halbzeit große Probleme im Angriff, aber wir haben nie den Glauben an uns verloren“, meinte Trainer Ortega. Nach der Länderspiel-Pause geht es gegen Nordhorn-Lingen (31. Oktober) weiter. Recken: Lesjak 2, Ebner – Cehte 3. Martinovic 4, Patrail 3, Thiele, Pevnov 3, Jönsson, Böhm 1, Ugalde 1, Olsen 4, Donker, Hanne, Brozovic, Kastening 6/3, Büchner 2. Rhein-Neckar-Löwen: Schmid 8, Larsen 8, Gensheimer 6/4, Petersson 3, Kohlbacher 3 und Groetzki 1.

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