Magath wehrt sich bei juristischer Schlacht

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Wieder gibt es Ärger auf Schalke. Magath, 2010 noch Vizemeister mit Schalke, fordert weiterhin seine Abfindung.

Gelsenkrichen - Nach der ungütlichen Trennung streiten sich Felix Magath und Schalke weiter. Dieses Mal geht's um die Abfindung. Es könnte zu einem Rechtsstreit kommen.

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Vorwürfe, Dementis, Winkelzüge - die Trennung des FC Schalke 04 von Felix Magath wird zur juristischen Schlammschlacht. Vor allem die verblüffende Maßnahme des entmachteten Alleinherrschers, nur wenige Stunden nach seiner Abberufung selbst zu kündigen, sorgte für Rätselraten. Erste Vermutungen, er wolle damit klein beigeben und auf eine millionenschwere Abfindungen verzichten, dementierte der scheidende Trainer vehement. “Von einem Schuldeingeständnis bin ich ganz weit entfernt. Ich habe mir nämlich nichts zuschulden kommen lassen“, sagte Magath dem “Kicker“. “Mein Vertrag beinhaltete ein Sonderkündigungsrecht, das ich unter diesen Umständen nutzen konnte.“

Der viel bestaunte arbeitsrechtliche Kniff könnte sich für Magath lohnen. “Wenn er ein Sonderkündigungsrecht hat, kann er innerhalb der Laufzeit von sich aus kündigen. Und dann spricht auch vieles dafür, dass das gleichzeitig kombiniert wurde mit einer fixen Vereinbarung, was dann noch zu zahlen ist. Man bekommt üblicherweise 75 Prozent der Restlaufzeit“, sagte der Sport- und Arbeitsrechtsexperte Klaus Sturm der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Doch Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sieht einem möglichen Verfahren “gelassen entgegen“: “Durch das heutige Verhalten von Felix Magath fühlen wir uns bestätigt und stellen fest, dass er keine Ansprüche mehr gegen den FC Schalke 04 hat.“

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Dieser in der Bundesliga-Geschichte einmalige Vorgang dokumentiert das zerrüttete Verhältnis. Anders als in üblichen Fällen, bei denen Trainer allein aus sportlichen oder zwischenmenschlichen Gründen geschasst werden, geht es “auf“ Schalke angeblich um finanzielle Verfehlungen eines zum Alleinherrschers beförderten Fußball-Lehrers. Nach Informationen der “Bild“ liegen dem Aufsichtsrat zwei Rechtsgutachten vor, die Magath belasten. Das Anfertigen der Expertisen könnte eine Erklärung dafür sein, warum der Revierclub die eigentlich schon vor Tagen beschlossene Trennung so lange herausgezögert hat.

In diesen Gutachten soll es um Prämienzahlungen in Höhe von rund drei Millionen Euro an die Profis für das Erreichen der Champions League und um rund vier Millionen Euro teure Nebenabsprachen mit Spielerberatern gehen. Derartige Vorwürfe würden die fristlose Kündigung rechtfertigen. Die wiederum war nötig, um sich überhaupt frühzeitig von Magath trennen zu können. “Magath hatte einen Vierjahresvertrag und aus dem kommen sie nur raus, wenn sie einen fristlosen Kündigungsgrund haben“, sagte Sturm. Befristete Verträge von Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern seien innerhalb der Laufzeit nicht ordentlich kündbar. 

Mit Verweis auf die drohende juristische Auseinandersetzung wollte Tönnies zu diesen Vorwürfen nicht konkret Stellung nehmen, unterstellte Magath aber, schlecht gewirtschaftet zu haben. “Dass die Kaderkosten nachhaltig gesenkt worden seien, halte ich für eine Behauptung von jemandem, der vielleicht nicht ganz genau hingeschaut hat.“

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Gut möglich, dass den Bossen bei der momentan anstehenden Zusammenstellung der Lizenzunterlagen die Augen geöffnet wurden. “Wir mussten jetzt handeln, denn wir bewegen uns innerhalb bestimmter Fristen“, begründete Tönnies das Aus für Magath. Viele Beobachter werten das als Indiz, dass der Aufsichtsrat damit verhindern wollte, sich strafrechtlich angreifbar zu machen. Schließlich ist es Aufgabe des Gremiums, auf Satzungsverstöße des Vorstandes in einem festgelegten Zeitraum zu reagieren.

Magaths Medienanwalt Ralf Höcker kündigte Gegenwehr an. Demnach wird der FC Schalke um Fleischfabrikant Tönnies auch in den nächsten Tagen nicht zur Ruhe kommen: “Man sollte nicht glauben, dass ein Fußballverein anders funktioniert als ein Fleischzerlegungsbetrieb. Wenn man einen Mitarbeiter loswerden will, dessen Nase dem Chef nicht mehr passt, werden oft formale Regelverstöße gesucht.“

sid

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