Löw will mit einem Titel im Gepäck abtreten

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Joachim Löw (l.) wurde mit Deutschland einmal Vize-Europameister und WM-Dritter als Teamchef. Nun hofft er auf einen Titel.

Franfurt/Main - Joachim Löw äußert sich in einem Interview zu seinem Schaffen als Bundestrainer, zu den Wechselgerüchten um Manuel Neuer und seiner eigenen Vertragsverlängerung.

Joachim Löw will anscheinend erst nach einem großen Titel als Bundestrainer abtreten. „Das ist immer das Ziel. Wir haben eine gute Entwicklung hinter uns und eine junge Mannschaft mit großen Perspektiven“, sagte Löw im Gepräch mit dem "Kicker": „Da ist die Motivation sehr groß, die Sache weiterzuführen und einmal mit einem Titel zu krönen. Diese Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg.“

Am vergangenen Dienstag hatte Löw seinen Vertrag bis einschließlich der WM 2014 in Brasilien verlängert. Der Bundestrainer und auch DFB-Präsident Theo Zwanziger hatten damit die Lehren aus dem Vertragstheater im WM-Jahr 2010 gezogen. Löw betonte erneut, dass sich Bayern München für ihn „als Thema“ nicht gestellt habe. Zuvor war über ein Trainerengagement Löws beim Rekordmeister spekuliert worden. Das Ausscheiden sieht Löw mit gemischten Gefühlen. Einerseits wird sein Bayern-Block ausgeruht sein und schon früher seine "individuelle Programme für die Nationalspieler" umsetzen können. Auf der anderen Seite findet er es schade, da die Bayern "dem Weiterkommen sehr nahe" waren und "eine tolle erste Halbzeit gespielt und über eine Stunde das Beste gezeigt" hatten, was er seit langen von den Münchnern gesehen habe. Zu den Wechselgerüchten um Manuel Neuer konnte Löw nichts sagen, da er "vor einem Jahr mal über seine Entwicklung und Pläne" gesprochen hat und seit dem nicht mehr.

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Den Zwist mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sieht Löw als ausgestanden an. „Es gibt keinen Kompetenzstreit mehr. Es gab Diskussionen, aber seit einigen Monaten arbeiten wir sehr professionell zusammen an der Schnittstelle zur U21“, sagte der Bundestrainer. Den Verjüngungsprozess im DFB-Team will er weiter forcieren: „Ich sehe viele junge Spieler mit großer Qualität, die vielleicht noch nicht 2012, aber dann 2014 eine wichtige Rolle spielen können.“

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Eine Nominierung für das EM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan in Kaiserslautern am 26. März (20.00 Uhr/ZDF) und das Länderspiel gegen Australien in Mönchengladbach (20.45/ZDF) stellte Löw Stürmer Andre Schürrle vom FSV Mainz in Aussicht. „Gut möglich, dass er unserem Kader angehören wird. Er hat in den letzten Wochen erfreuliche Leistungen gezeigt, ist sehr torgefährlich“, sagte Löw.

Mit Sorgenkind Michael Ballack will Löw zeitnah ein persönliches Gespräch führen. Der Nationalmannschaftskapitän wird nicht im Kader für die anstehenden Länderspiele stehen. Löw: „Er muss nach so langer Verletzungspause sein Leistungsniveau in Leverkusen erreichen. Dort geht es momentan aufwärts mit ihm.“

sid/ms

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