Chaos in Guinea

Bundesliga-Profi mittendrin: Spannungen, Putschversuch, Evakuierung

Frankfurts Aymen Barkok (r.) im Duell mit BVB-Star Erling Haaland.
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Frankfurts Aymen Barkok (r.) im Duell mit BVB-Star Erling Haaland.

Wegen eines mutmaßlichen Putschversuches ist nun ein WM-Quali-Spiel abgesagt worden. Mittendrin: Bundesligaprofi Aymen Barkok von Eintracht Frankfurt.

Conakry - Die Bundesliga* hat aktuell Pause, etliche Spieler sind derzeit für ihre Nationalmannschaften im Einsatz. Die Qualifikationsspiele für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Katar sind angesetzt - auch die DFB-Auswahl steht vor wichtigen Aufgaben.

Bei Eintracht Frankfurt* gibt es ebenfalls einige Abstellungen. Einer der Spieler, die aktuell rund um den Globus unterwegs sind, ist Aymen Barkok. Der 23-Jährige sollte mit der marokkanischen Nationalmannschaft am Montag eigentlich in Guinea auflaufen. In Westafrika ist die Lage momentan nach einem mutmaßlichen Putschversuch aber extrem angespannt.

Guinea: Putschversuch in Hauptstadt Conakry - Bundesligaprofi Barkok vor Evakuierung

Der Fußball-Weltverband FIFA hat das für Montag angesetzte WM-Qualifikationsspiel zwischen Guinea und Marokko nun abgesagt. Das Team Marokkos, das sich momentan in Conakry aufhält, soll sich laut der französischen Nachrichtenagentur AFP in Sicherheit befinden.

Der marokkanische Verband arbeite laut Funktionär Mohamed Makrouf daran, das Team zu evakuieren. Man befinde sich derzeit in einem Hotel, „weit weg von den Spannungen. Am Flughafen steht bereits ein Flugzeug.“ Wann die Partie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Was ist in Guinea passiert? Teile des Militärs haben gegen die Regierung geputscht und nach eigenen Angaben Präsident Alpha Condé gefangen genommen. Spezialkräfte der Armee hätten die Regierung „aufgelöst“, hieß es in einem Video der Putschisten, das der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag zuging. Das Verteidigungsministerium erklärte dagegen, ein Angriff auf den Präsidentensitz durch Spezialkräfte sei zurückgeschlagen worden.

Putsch in Guinea: „Wir haben auch beschlossen, die Regierung abzusetzen und die Grenzen zu schließen“

Nach der Gefangennahme des Präsidenten sei beschlossen worden, die Verfassung außer Kraft zu setzen und die Institutionen aufzulösen, hieß es in dem Video der Putschisten. „Wir haben auch beschlossen, die Regierung abzusetzen und die Grenzen zu schließen“, sagte der Chef der Spezialkräfte, Oberstleutnant Mamady Doumbouya in dem Video. Später wurde Doumbouyas Erklärung auch im Staatsfernsehen gezeigt, wo er in eine guineische Flagge gehüllt „Misswirtschaft“ anprangerte.

Auch Präsident Condé in der Gewalt der Putschisten ist in einem Video zu sehen. Das Staatsoberhaupt - in Jeans und Hemd auf einem Sofa sitzend - weigert sich darin auf die Frage der Putschisten zu antworten, ob er misshandelt worden sei.

Das Verteidigungsministerium erklärte, „die Aufständischen“ hätten in der Hauptstadt Conakry Angst und Schrecken verbreitet und den Präsidentenpalast angegriffen. Die Präsidentengarde, unterstützt von den Verteidigungs- und Sicherheitskräften, hätte die Angreifer jedoch zurückgedrängt.

Aus Conakry waren zuvor Schusswechsel gemeldet worden. Das Militär war vor allem auf den Straßen der Halbinsel Kaloum zu sehen, wo sich das Präsidialamt und zahlreiche Regierungsinstitutionen des westafrikanischen Landes befinden, wie ein AFP-Reporter berichtete. (akl/sid/afp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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