Politischer Flüchtling

Fußballer aus Bahrain kommt aus der Haft in Thailand frei

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Kommt aus der Haft in Thailand frei und kann nach Australien zurück: Hakim Al-Araibi. Foto: Sakchai Lalit/AP

Zweieinhalb Monate lang saß der geflohene Fußball-Profi Hakim Al-Araibi in Thailand im Gefängnis - immer in der Angst, in seine alte Heimat Bahrain abgeschoben zu werden. Jetzt kommt er überraschend frei.

Bangkok (dpa) - Das Abschiebe-Drama um den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Hakim Al-Araibi aus Bahrain ist vorbei. Der 25-Jährige durfte nach zweieinhalb Monaten Haft in Thailand am 11. Januar sein Gefängnis überraschend verlassen.

Zuvor hatte ein Gericht auf Antrag der thailändischen Generalstaatsanwaltschaft entschieden, dass das Auslieferungsverfahren gegen ihn eingestellt wird. Der Fußballer machte sich sofort auf den Heimweg nach Australien, wo er nach der Flucht aus seiner alten Heimat inzwischen lebt.

Der Fall des eigentlich ziemlich unbekannten Profis hatte international Schlagzeilen gemacht. Bahrain - ein autoritär regiertes Königsreich am Persischen Golf - wirft ihm vor, sich während des "Arabischen Frühlings" an Ausschreitungen beteiligt zu haben. In Abwesenheit wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Al-Araibi bestreitet alle Vorwürfe. Tatsächlich stand er während der vermeintlichen Tatzeit bei einem Fußballspiel, das live im Fernsehen übertragen wurde, auf dem Platz.

Die Flucht führte Al-Araibi 2014 bis nach Australien, wo er inzwischen als politischer Flüchtling anerkannt ist - was dort gar nicht so einfach ist. Sein Geld verdient er bei einem Verein aus Melbourne. Nach Thailand kam er, um mit seiner Frau die Flitterwochen nachzuholen. Auf Antrag Bahrains wurde er dann Ende November jedoch gleich bei der Ankunft auf Bangkoks Flughafen festgenommen. Australien protestierte dagegen. Seither gab es viel Hin und Her.

Die Freilassung kam nun recht überraschend. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde sie möglich, weil Bahrain signalisierte, dass es an einer Auslieferung kein Interesse mehr habe. Von dort gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Eigentlich hätte es erst am 22. April vor Gericht den nächsten Haftprüfungstermin gegeben. Eine Freilassung auf Kaution hatten die Behörden in Thailand abgelehnt. Stattdessen führten sie Al-Araibi vergangene Woche in Fußfesseln vor.

Australiens Premierminister Scott Morrison bedankte sich bei Thailand für die Hilfe. "Ich bin zufrieden, dass Hakim nach Hause kommt", sagte er vor Journalisten in Canberra. Al-Araibi spielt dort für den Verein Pascoe Vale in der Ersten Liga des Bundesstaats Victoria.

Bahrains Außenministerium erklärte, es nehme die Entscheidung zur Kenntnis. Al-Araibis Verurteilung bleibe in Kraft, das Königreich behalten sich das Recht vor, alle notwendigen legalen Schritte gegen ihn zu unternehmen. Gegen den Fußballer sei ein internationaler Haftbefehl ausgestellt worden, weil er vor dem Prozess geflohen sei.

Für die Freilassung hatten sich auch der Weltverband FIFA und das Internationale Olympische Komitee stark gemacht. Auch mehrere ehemalige und heutige Fußball-Profis wie Gary Lineker oder Italiens Nationalmannschafts-Kapitän Giorgio Chiellini setzten sich für ihn ein. Auf Twitter gab es unter dem Hashtag #SaveHakeem eine Kampagne, die von Hunderttausenden unterstützt wurde.

IOC-Mitteilung

FIFA-Mitteilung

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