Nations League

Corona-Regeln: Löw will Abläufe für EM üben

Das Länderspiel-Jahr beginnt für Joachim Löw und die Nationalelf mit großer Verspätung. Foto: Patrick Seeger/dpa
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Das Länderspiel-Jahr beginnt für Joachim Löw und die Nationalelf mit großer Verspätung. Foto: Patrick Seeger/dpa

Das Länderspiel-Jahr beginnt für Joachim Löw und die Nationalelf mit großer Verspätung. Die Nations League ist für den Bundestrainer wohl eher ein Experimentierfeld für die Fußball-EM im nächsten Jahr.

Stuttgart (dpa) - An die Nations League hat Joachim Löw keine guten Erinnerungen. Vor zwei Jahren gelang bei der Premiere gegen Holland und Frankreich in vier Spielen kein Sieg. Nur dank einer UEFA-Reform ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder bei den besten Teams dabei.

In Stuttgart bereitet der Bundestrainer seinen Kader auf die ersten Partien gegen Spanien und in der Schweiz vor. Die zweite Auflage des Wettbewerbs steht nun auch unter dem Zeichen der Corona-Krise.

Wie beeinflusst die Corona-Krise die Nationalmannschaft?

Wie in der Bundesliga und der Champions League müssen sich auch die Nationalmannschaften an ein strenges Hygienekonzept halten. Laut UEFA-Regeln werden alle Spieler und Betreuer nach Ankunft im Teamquartier einem Corona-Test unterzogen, weitere Tests folgen jeweils einen Tag vor den Spielen. Die deutsche Mannschaft wohnt in Stuttgart und Basel weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Fans sind zu den Spielen auch noch nicht zugelassen. Inwiefern nationale Quarantäne-Gesetze eine Partie wie das deutsche Auswärtsspiel im Risikogebiet Ukraine im Oktober gefährden könnten, ist noch unklar.

Wieso darf Deutschland in der A-Liga der Nations League spielen?

Ohne Sieg stieg die DFB-Elf bei der Premieren-Auflage 2018 als Gruppenletzter hinter Holland und Frankreich in die B-Liga ab. Doch die UEFA sorgte später für einen Verbleib in der höchsten Spielklasse. Auf Wunsch vieler Nationalverbände wie England und Italien, die sich bessere Vermarktungsmöglichkeiten als bei Testspielen erhoffen, wurde die A-Liga von zwölf auf 16 Teams aufgestockt. Deutschland durfte wie Polen, Kroatien und Island unter den Top-Mannschaften bleiben. Bei der Auslosung im März war man dafür im schlechtesten Topf, erwischte aber mit Spanien, der Schweiz und der Ukraine keine Hammergruppe.

Wie läuft der Wettbewerb?

Es gibt vier Spielklassen. In der höchsten Liga A spielen je vier Teams in vier Gruppen in Hin- und Rückspielen die Sieger aus. Diese vier Mannschaften qualifizieren sich für das Finalturnier im Juni 2021 kurz vor der EM. Dort wird in Halbfinale und Endspiel der Nations-League-Sieger ermittelt. Die Premiere 2018/19 hatte Portugal gewonnen. Die vier Gruppenletzten steigen für die nächste Auflage im Herbst 2022 in die B-Liga ab - diesmal dürfte es auch keine Hilfe durch die UEFA geben.

Wie wichtig nimmt Bundestrainer Joachim Löw die Nations League?

Mal so, mal so. Grundsätzlich schätzt Löw das Konzept, gegen leistungsstarke Kontrahenten zu spielen. "Die sportliche Wichtigkeit ist bei den Spielen natürlich gegeben, wir spielen gegen Spanien und die Schweiz. Die Nations League ist ein sehr guter Wettbewerb, die Mannschaften sind auf sehr hohem Niveau. Das ist auch gut für unsere Entwicklung der jungen Spieler", sagte der Bundestrainer. Löw weiß aber genau: Gemessen wird seine Arbeit am Abschneiden bei der EM im kommenden Sommer. "Priorität hat für mich vorausschauend die verschobene EM", sagte er. Die Nations League bleibt also auch Testfeld, "damit Automatismen eingeschliffen werden".

© dpa-infocom, dpa:200831-99-370394/2

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