Urlaub in Zentralasien

Stopover im wundersamen Kasachstan

Hazrat-Sultan-Moschee
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Prunkvoll und mehr als geräumig ist die Hazrat-Sultan-Moschee in Kasachstans Hauptstadt. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Handabdruck
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Auf dem Bajterek-Turm können Besucher dem Präsidenten Nursultan Nasarbajew die goldene Hand geben. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Das Kazakh Eli Monument
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Monumentalbau: das Kazakh Eli Monument auf dem Unabhängigkeitsplatz von Nur-Sultan. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Blick auf Nur-Sultan
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Bizarrer Gigantismus: Blick vom Bajterek-Turm auf Nur-Sultan. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Sicht vom Bajterek-Turm
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Wer eine gute Aussicht über Kasachstans Hauptstadt haben möchte, fährt auf den Bajterek-Turm. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Grünlicher Wolkenkratzer
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Was ist denn das? Die zwei grünlichen Wolkenkratzer erinnern vage an Eierpicker. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Atyrau
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Futuristisch mutet die Atyrau-Brücke in Nur-Sultan an - die Stadt setzt auf gewagte, architektonische Prestige-Projekte. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Hauptstadt Nur-Sultan
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Willkommen in Nur-Sultan: Kasachstans Hauptstadt wirkt auf viele Reisende etwas befremdlich. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn
Bajterek-Turm
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Der Bajterek-Turm ist ein Wahrzeichen Nur-Sultans - eine Stadt, die schon häufig ihren Namen gewechselt hat. Foto: Bernadette Olderdissen/dpa-tmn

Einen Tag lang ein bisschen Kasachstan erkunden? Das geht! Zum Beispiel auf einem Stopover in der futuristischen Hauptstadt Nur-Sultan oder in Almaty. Eindrücke aus einem unbekannten Land.

Nur-Sultan (dpa/tmn) - In Kasachstan Hauptstadt Astana ragen überall Baukräne in den Himmel. Viele Konstruktionen liegen schon länger brach. Und überhaupt, die Stadt scheint gewisse Identitätsprobleme zu haben - so oft hat sie bereits ihren Namen gewechselt.

Einst hieß sie Akmolinsk, ab 1961 Zelinograd, 1992 schließlich Akmola, ab 1998 Astana und erst seit März 2019 Nur-Sultan, zu Ehren des langjährigen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Wobei viele Einheimische bei Astana geblieben sind.

Zurück in die Zukunft

Nur-Sultan sieht ein wenig so aus, als habe sich hier ein besonders verrückter Architekt ausgetobt. Man sieht Pyramiden, Tempel auf Hausdächern, Kaufhäuser in Form von Staubwedeln, Türme wie Eierpicker. Über dem Wirrwarr thront auf einem weißen Stahlgerüst eine goldene Kugel, das Wahrzeichen Astanas. Der 100 Meter hohe Bajterek-Turm soll einen mythologischen Lebensbaum darstellen.

Von oben lässt sich das architektonische Durcheinander, für das internationale Stararchitekten wie Kisho Kurokawa und Norman Foster verantwortlich sind, besser aushalten.

In schwindelerregender Höhe darf jeder Besucher einmal dem ehemaligen Präsidenten Nursultan Nasarbajew die Hand schütteln - indem er seine Rechte in den goldgerahmten, echten Präsidenten-Handabdruck auf einem Podest legt und sich dadurch ewiges Glück sichert, wie es heißt.

Monumentalbauten und leere Straßen

Die architektonische Vielfalt Nur-Sultans, die Milliarden von Dollar aus den Öl- und Gasvorkommen des Landes zu verdanken ist, erhebt sich mitten aus der Steppe. Obwohl über eine Million Menschen in der Hauptstadt leben, fast zehn Prozent der Bevölkerung, sind kaum Menschen auf der Straße zu sehen.

Selbst auf dem Unabhängigkeitsplatz mit dem Kazakh Eli Monument schaut der heilige Vogel Samruk von der Spitze ins Leere. Groß, größer, am größten - so lautete auch das Motto, als 2012 die Hazrat-Sultan-Moschee entstand, die größte Zentralasiens.

Ja, ein Tag in Nur-Sultan führt einem zweifelsfrei vor Augen: Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Almaty ist das Kontrastprogramm

Nur-Sultan wirkt auf viele unnahbar und verwirrend - Almaty im Südosten stellt das genaue Gegenteil dar. Die mit 1,9 Millionen Einwohnern größte Metropole des Landes und einstige Hauptstadt schmiegt sich an die bis zu 4000 Meter hohen Gipfel des Tian Shan.

Vom knapp 372 Meter hohen Fernsehturm auf dem Kök-Töbe-Berg reicht der Blick über Bäume und Wolkenkratzer bis zu den schneebedeckten Bergspitzen. Kein Wunder also, dass die Einwohner Almatys in ihrer Freizeit gerne dasselbe tun wie die Münchener: Sie ergreifen jede Gelegenheit, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen.

Am Eisschnelllauf-Stadium südlich der Stadt etwa treibt ein Trainer seine Schulklasse bereits um neun Uhr morgens die Berge hoch. Das Stadium befindet sich kurz vor dem beliebten Berg- und Skiressort Shymbulak, an dessen Talstation die Stühle der zahlreichen Restaurants mit Schafsfellen ausgelegt sind. Serviert werden Pizza und Latte macchiato, aber auch Beschbarmak, das Nationalgericht aus Hammel- oder Pferdefleisch. Nur Leberkäse mit Knödeln fehlt.

Und während die Gondeln Besucher bis auf 3200 Meter Höhe befördern und der Schnee mitten im Sommer ein Lächeln auf die Gesichter der Wintersportler aus Almaty zaubert, scheint etwas spürbar zu sein: ein Gefühl von Zugehörigkeit, das Nur-Sultan fehlt.

Info-Kasten: Stopover in Kasachstan

Anreise: Ab Deutschland erfolgt die Anreise ab Frankfurt über Nur-Sultan oder Almaty, etwa mit Air Astana oder Lufthansa. Sollte man mit Air Astana nach Südostasien weiterfliegen, bietet die Airline ein Stopover-Paket in einer der beiden Großstädte an.

Reisezeit: Gerade für Städtetrips eignen sich am besten der Frühling und der Herbst, wenn es nicht allzu heiß ist.

Einreise: Die visumfreie Einreise für deutsche Staatsangehörige ist laut Auswärtigem Amt (AA) bis zum 1. Mai 2021 ausgesetzt. Reisende müssen also bei der zuständigen Botschaft ein Visum beantragen.

Corona-Lage: Kasachstan ist von der Pandemie laut AA stark betroffen, es gibt eine Reisewarnung. Das Land ist Corona-Risikogebiet.

© dpa-infocom, dpa:201209-99-627498/5

Infos zu Stopover-Paketen von Air Astana

Reise- und Sicherheitshinweise für Kasachstan

Rubriklistenbild: © Bernadette Olderdissen

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