Gefährliche Krankheiten

Zecken-Gefahr in Niedersachsen steigt - ein Landkreis bleibt FSME-Risikogebiet

Zecken können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose auf Menschen übertragen. Einziges FSME-Risikogebiet in Niedersachsen ist der Landkreis Emsland.

  • Zecken in Niedersachsen: Landkreis Emsland ist Risikogebiet
  • Milder Winter kann zu Anstieg der Zeckenpopulation führen
  • In Niedersachsen elf Fälle von FSME in 2019

Hannover - Seit 2019 gilt der Kreis Emsland als Risikogebiet der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME. Die gute Nachricht 2020: Es gibt keine neuen Risikogebiete. Doch man muss sich überall im Norden vor den Blutsaugern hüten.

Spaziergänger im Wald und auf Wiesen müssen in diesem Frühjahr besonders auf Zecken achten. Grund ist der Winter, der keiner war. Er hat den kleinen Blutsaugern nach Expertenmeinung besonders gute Überlebenschancen geboten. Ein kleiner Teil der ein bis zwei Millimeter großen Spinnentiere überträgt die gefährlichen Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

Zecken in Niedersachsen: Elf FSME-Fälle in 2019 bekannt

„Durch den relativ milden Winter wird die Fortpflanzung von Kleinnagern wie zum Beispiel Mäusen begünstigt“, sagte Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt der Deutschen Presse-Agentur. „Da unter anderem Mäuse als Wirtstiere für Zecken fungieren und Zecken generell bei milden Temperaturen besser überwintern können, ist ein Anstieg der Zeckenpopulation in diesem Jahr grundsätzlich möglich“, sagte der Sprecher in Hannover.

Vergangenes Jahr sind seinen Angaben nach in Niedersachsen elf Fälle von FSME verzeichnet worden. Dabei sei in drei Fällen die Ansteckung nicht im Bundesland erfolgt. Die meldepflichtige Viruskrankheit greift die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen an.

Landkreis Emsland ist Niedersachsens einziges FSME-Risikogebiet

Schwerpunkt in Niedersachsen war mit fünf Infektionen der Landkreis Emsland. Er ist seit 2019 als einziger Kreis im Land als FSME-Risikogebiet eingestuft ist. Es sei davon auszugehen, dass die fünf Patienten sich im Emsland infiziert hätten, sagte Scharlach. Derzeit falle aber kein anderer Landkreis oder keine kreisfreie Stadt unter die Kriterien für ein FSME-Risikogebiet.

Zecken können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose auf Menschen übertragen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Bewohnern von Risikogebieten oder Besuchern, die dort in Kontakt mit Zecken kommen könnten, sich gegen FSME impfen zu lassen. Einzelne Fälle sind in den vergangenen Jahren auch im Elbe-Weser-Dreieck, in der Region Hannover, im Harz und bei Wolfsburg aufgetreten, berichtet kreiszeitung.de*.

Festes Schuhwerk und geschlossene Kleidung schützen vor Zecken

Keine Impfung gibt es gegen die Borreliose. Die Bakterienkrankheit verursacht Rötungen und grippeähnliche Symptome, kann aber auch Herz oder Hirn schädigen. Weil Borreliose nicht meldepflichtig ist, gebe es keine Informationen zu Fallzahlen, sagte Scharlach. „Es wird aber davon ausgegangen, dass Borrelien deutschlandweit und damit auch in Niedersachsen in bis zu 30 Prozent der Zecken vorkommen.“

Die winzigen Tiere lauern im Gras oder auf Zweigen, um auf Menschen oder Säugetiere überzuspringen. Als Schutz gelten festes Schuhwerk, geschlossene Kleidung oder chemische Antizeckenmittel. Nach Spaziergängen sollte man den Körper auf Zecken absuchen. Tiere, die sich bereits festgebissen haben, können mit einer Pinzette oder einer sogenannten Zeckenkarte vorsichtig entfernt werden.

dpa

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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