Obergrenze gefordert

„Wölfe wichtiger als alles andere?“: Hunderte protestieren am Aktionstag Wolf

Mit einem landesweiten Aktionstag Wolf wurde am Sonntag in Niedersachsen für eine Wolfsobergrenze protestiert. Mit dabei waren vor allem Weidetierhalter.

Friesland – Mehrere Hundert Menschen kamen allein auf den Deichen in Tossens (Wesermarsch) und Dangast (Friesland) zusammen, um gegen die Wolfspolitik zu demonstrieren. Auch in Schillig, Dorum und der Gemeinde Wurster Nordseeküste war einiges los.

LandkreisFriesland
Fläche608 km²
Bevölkerung98.460 (2019)
HauptstadtJever

Der NDR berichtet, dass es es vielen Teilnehmern gar nicht um den Wolf an sich ginge, sondern um den Umgang mit ihm und dass es so nicht weitergehen könne. Die Teilnehmer kamen mit Plakaten, auf denen Botschaften wie „Stoppt den Wolf“ oder „Wölfe wichtiger als alles andere?“ standen, verteilten Informationsmaterial und bildeten coronakonforme Menschenketten. Ein Schäfer machte vor einigen Wochen Schlagzeilen mit einer makabren Protestaktion gegen den Wolf.

Betroffene Weidetierhalter informieren über zu große Wolfspopulation

Landvolk, Landfrauen und fünf weitere Organisationen hatten zu dem landesweiten Aktionstag am Sonntag aufgerufen. Auch im Landesinneren von Niedersachsen gab es mehrere Veranstaltungen, wo Verbandsvertreter und betroffene Weidetierhalter über die aus ihrer Sicht zu große Wolfspopulation informieren und mit Besuchern ins Gespräch kommen wollten. In Verden fand eine regionale Veranstaltung auf dem Deich in Rieda statt.

Mit verschiedensten Aktionen, so wie hier 2018, informierten die Weidetierhalter am 11. Juli.

Wolf in Niedersachsen: Bessere Förderung von Schutzmaßnahmen

In Rodewald im Landkreis Nienburg wollten sich zum Beispiel Pferdezüchter und Landvolk-Kreisverbände mit Vertretern der Politik treffen. Dort sorgt noch immer ein Gerichtsbeschluss zum Abschuss des Rodewalder Wolfes für Zoff.

Die Organisationen fordern die „sofortige Einführung eines echten Wolfsmanagements, inklusive einer Bestandsregulierung in Niedersachsen und auf Bundesebene“, wie es in einem Aufruf heißt. Außerdem sollen Schutzmaßnahmen wie Zäune besser gefördert und Ausgleichzahlungen für Schäden durch Wölfe veranlasst werden.

Umweltminister fordert „neue Normalität“ für den Umgang mit dem Wolf

Ausgerottet werden soll der Wolf nicht. Das hatte auch Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers betont: „Wir fordern ein eindeutiges Wolfsmanagement mit einer Obergrenze, die bei Erreichen den offiziellen Abschuss erlaubt.“ Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte bereits gezielte Abschüsse von Wölfen.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) äußerte Verständnis für die Verunsicherung unter den Menschen durch die Ausbreitung des Wolfs und forderte eine „neue Normalität“ für den Umgang mit dem Tier. Trotz strengen Schutzes müsse es möglich sein, Tiere aus besonders auffälligen Rudeln zu schießen, wenn andere Mittel nicht wirkten, sagte Lies.

NABU lehnt Wolfmanagement mit Obergrenze ab

Der Naturschutzbund (NABU) Deutschland lehnt ein Wolfmanagement mit Obergrenze und Bestandsregulierung ab. Die einzige dauerhafte Lösung zum Schutz von Nutztieren und Wölfen könne nur in der Umsetzung konsequenter und fachgerechter Herdenschutzmaßnahmen bestehen. Der NABU unterstützt darum beim Aufbau von wolfabweisenden Zäunen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Landvolk Niedersachsen

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