14 tote Schafe liegen auf Wiese

„Wenn der Wolf kommt, ist Schluss“: Schäfer gibt nach Horror-Fund Hobby auf

Ein Hobbyschäfer macht einen grausigen Fund: 14 tote Schafe liegen auf seiner Weide. Ein Wolfsriss vermutlich. Der Mann zieht drastische Konsequenzen.

Friesoythe – Der 74-jährige Hobbyschäfer Franz Stammermann aus Friesoythe (Landkreis Cloppenburg), wo kürzlich Affen aus einem Tierpark ausgebüxt sind, fährt jeden Tag mit seiner Frau zu der Wiese, wo seine Ponys und Schafe grasen. Einfach, um nach dem Rechten zu sehen.

StadtFriesoythe
Landkreis Cloppenburg
Postleitzahl26169
BürgermeisterSven Stratmann (SPD)

Am Dienstag bot sich dem Ehepaar allerdings ein furchtbarer Anblick. Mehrere tote Schafe lagen auf der ganzen Wiese verstreut. Auch in dem Bach Marka trieben tote Tiere. Insgesamt sind nun 14 von 30 Schafen tot, drei Lämmer sind noch verschwunden. Auch in der Lüneburger Heide ist man alarmiert: Während der Lammzeit erobert sich auch dort der Wolf seinen Lebensraum zurück.

Hobbyschäfer ist sich sicher: Wolf hat Schafe getötet

Für Franz Stammermann steht fest, dass dafür ein Wolf verantwortlich gewesen sein muss. Darauf weisen zunächst auch die Bissspuren an den Schafen hin. Im angrenzenden Eleonorenwald wurden zudem in den letzten zwei bis drei Jahren immer wieder Wölfe gesichtet, das bestätigt auch Franz Stammermann. Im Grunde hat der Hobbyschäfer auch nichts gegen die Raubtiere. „Aber so geht es halt nicht mehr, das tut sich kein Hobbyschafhalter an“, sagt er gegenüber om-online.

Zwei Wölfe fressen an den Überresten eines Schafs. (Symbolbild)

Schrecklicher Fund: Wolfsberater nimmt Proben der toten Schafe

Ein Wolfsberater hat nun DNA-Proben der toten Tiere genommen, denn erst eine genetische Untersuchung kann sicher beweisen, ob es sich tatsächlich um Wolfsrisse handelt.

Die meisten seiner Tiere seien einfach nur getötet, aber nicht angefressen worden, erzählt Hobbyschäfer Franz Stammermann gegenüber der NWZ. Wie ein Wolf auf die Wiese hätte gelangen können, kann sich Stammermann hingegen nicht erklären. Den unter Strom stehenden Zaun habe er bereits vor längerer Zeit auf 1,30 Meter erhöht. Auch seine Isländer-Ponys, die auf Wölfe eigentlich abschreckend wirken, haben offenbar nichts genützt. Mittlerweile unterstützt das Nabu-Herdenschutzteam Tierhalter in einigen Regionen beim Aufbau von wolfabweisenden Weidezäunen.

Nach mutmaßlichem Wolfsriss: Franz Stammermann will Hobby aufgeben

Für den Hobbyschäfer bedeutet der mutmaßliche Wolfsangriff das Aus seines Hobbys. „Ich habe immer gesagt, wenn der Wolf kommt, ist Schluss“, so der 74-Jährige. So ein schreckliches Bild wie von den ganzen toten Tiere auf der Wiese wolle er nicht nochmal erleben.

Friesoythe: Enkel wollte kleine Schafsherde eigentlich übernehmen

Stammermann ist seit 40 Jahren Schäfer mit Leidenschaft. Bis vor vier Jahren war seine Herde noch über 300 Schafe groß, dann reduzierte sie sich auf 30 Tiere. Sogar sein Enkel Sören Hinrichs war so begeistert von den Schafen, dass er die kleine Herde mal übernehmen wollte. Doch daraus wird nun wohl nichts. Am Telefon habe er seinem Opa nach dem schrecklichen Vorfall gesagt: „Opa, ich glaube das war‘s dann.“

Schäfer geben aus verschiedenen Gründen ihr Hobby auf

Franz Stammermann ist nicht der Erste, der wegen eines tragischen Vorfalls sein Hobby an den Nagel hängt. Ein Züchter aus dem Landkreis Diepholz gab auf, nachdem seine Schafe gestohlen worden sind. Auch in Wippingen im Emsland zogen Anwohner Konsequenzen, nachdem ein Wolf eine 800-Kilo-Kuh gerissen haben soll. Im Landkreis Vorpommern-Rügen sorgte ein Schäfer, der endgültig genug von Wölfen hat, mit einer makabren Aktion für Aufsehen.

Immer wieder Sichtungen von Wölfen in Niedersachsen

Im Landkreis Cloppenburg wurde im Februar ein weiblicher Wolf erschossen. Die Abschussgenehmigung bezog sich allerdings auf einen männlichen Wolf, dem etliche Schafsrisse zugeordnet werden konnten. In Niedersachsen kommt es immer wieder zu Wolfsichtungen und Tierrissen.

In dem Bundesland lassen sich immer mehr Wölfe nieder, wodurch auch die Angst vor weiteren Wolfsübergriffen steigt. In Diepholz entdeckte vor Kurzem ein Landwirt drei Wolfsrisse in vier Tagen. Einige Menschen haben durch die vermehrten Wolfssichtungen mittlerweile auch Angst um ihre Kinder. Teilweise lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr allein in den Wald, wie im Landkreis Nienburg.

Manche Wölfe streunen sogar durch Wohngebiete, wie ein Wolf in Wildeshausen. Auch in Lohne wurde ein Wolf dabei gefilmt, wie er durch die Innenstadt trabte.  * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ALIMDI.NET / Arterra / Philippe via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare