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Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket in Niedersachsen?

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Von: Johannes Nuß

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Ende August läuft das 9-Euro-Ticket und damit das Entlastungspaket aus. In Niedersachsen werden die Rufe nach einem 365-Euro-Jahresticket lauter.

Hannover – Wenn Ende August das 9-Euro-Ticket aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung ausläuft, werden wohl oder übel alle wieder die normalen Preise zahlen müssen. Doch Fahrpreise werden in der Zukunft auch noch angepasst werden müssen. Wie wird es also weitergehen? Aus Niedersachsen gibt es erste Forderungen. Auch der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte und sein Amtskollege Stephan Weil fordern weitere Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger.

9-Euro-Ticket läuft Ende August aus: Bund-Länder-Gruppe berät über ein mögliches Nachfolgeticket

Kurz vor einem ersten Treffen einer Arbeitsgruppe auf Bund-Länder-Ebene heute werden dazu auch die Stimmen von Verbänden in Niedersachsen immer lauter, die ein Nachfolgeticket in Form eines Jahrestickets für 365 Euro fordern. Die Zahlen sprechen für sich, bis Mitte Juli wurden in ganz Deutschland mehr als 30 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft.

Passagiere stehen am Hauptbahnhof vor einem fahrenden Zug.
Am 31. August 2022 läuft das 9-Euro-Ticket aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung aus. Wie geht es jetzt weiter? (Archivbild) © Roberto Pfeil/dpa

Wenige Tage vor dem Ende des 9-Euro-Tickets im Nahverkehr werden die Rufe nach einem dauerhaft günstigen Angebot für Bus und Bahn in Niedersachsen lauter. Am Donnerstag sprachen sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Umweltorganisation BUND und das Nahverkehrsbündnis Niedersachsen für die Einführung eines landesweit gültigen 365-Euro-Jahrestickets aus. Von der künftigen Landesregierung forderten die Verbände außerdem, den Nahverkehr sowohl in den Städten als auch auf dem Land massiv auszubauen.

Verbände fordern 365-Euro-Ticket als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket das Ende August ausläuft

„Es braucht jetzt eine Verkehrspolitik aus einem Guss, die dauerhaft attraktive Angebote schafft, auf die sich die Menschen verlassen können“, sagte DGB-Bezirkschef Mehrdad Payandeh. BUND-Landeschefin Susanne Gerstner erklärte, der Umstieg auf Bus und Bahn sei auch „ein konkreter Beitrag zum dringend erforderlichen Energiesparen“.

Forderungen nach einer Fortsetzung oder einem alternativen Ticket werden auch aus der Landesregierung immer lauter. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Spitzenkandidat der CDU zur Landtagswahl 2022 in Niedersachsen erklärte, die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs müsse „kostengünstig und einfach“ sein, das habe der Erfolg des 9-Euro-Tickets gezeigt. „Es entlastet die Menschen in der schwierigen Phase hoher Inflation und hoher Energiepreise. Der Bund ist jetzt gefordert, eine Fortsetzung zu gewährleisten“, sagte er.

9-Euro-Ticket läuft Ende August aus: Finanzminister Lindner streitet sozialen Nutzen ab

Althusmann nimmt dabei auch die Bundesregierung in die Pflicht. „Es kann ja nicht sein, dass der Bund das Ticket initiiert, die Umsetzung den Ländern überlässt, sich für den Erfolg feiern lässt und dann keine Verantwortung für eine Anschlusslösung übernehmen will“, sagte der Wirtschaftsminister dem NDR. Darüber hinaus brachte Althusmann eine norddeutsche Lösung ins Spiel. Ähnliche Stimmen waren in der Vergangenheit auch schon aus Schleswig-Holstein zu vernehmen.

Widerspruch kommt aus den Reihen der Bundes-FDP. Zumindest Bundesfinanzminister Christian Lindner ist gegen eine Fortführung. In diesem Zusammenhang brachte er ganze Gruppierungen gegen sich auf, weil er immer wieder von „Gratismentalität“ sprach und einen sozialen Nutzen durch das 9-Euro-Ticket vehement verneint. (Mit Material der dpa)

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