Neue Corona-Maßnahmen

Verschärfter Lockdown in Niedersachsen seit Sonntag: Was ist noch erlaubt?

An diesem Sonntag tritt der verschärfte Lockdown in Kraft. Anders als andere Bundesländer stellt das Land Niedersachsen den Kommunen frei, ob die neue 15-Kilometer-Regel gilt.

Hannover - Der Harz ist überfüllt und das Weihnachtsfest hinterlässt Spuren. Obwohl Niedersachsens Corona-Zahlen noch immer unter dem Niveau anderer Bundesländer liegen, greift seit Sonntag ein verschärfter Lockdown. Die Regeln gelten bis Ende Januar.

LandNiedersachsen
Bevölkerung7,982 Millionen
HauptstadtHannover
MinisterpräsidentStephan Weil

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf Lockerungen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ab Februar. „Mein klares Ziel ist, dass die zusätzlichen Beschränkungen nicht über den Januar hinaus verlängert werden müssen“, sagte Weil. „Wir werden die strengen Maßgaben natürlich nicht einen Tag länger aufrechterhalten als notwendig. Das gilt sowohl für den wirtschaftlichen als auch für den gesellschaftlichen und privaten Bereich.“

Doch was ändert sich für die Niedersachsen? Vor allem die Kontaktregeln sind von den neuen Corona-Maßnahmen betroffen. Über den eigenen Hausstand hinaus sind Treffen nur noch mit einer einzigen weiteren Person möglich, und zwar draußen und auch drinnen im Privaten. Die Schulen bleiben weitgehend bis Ende Januar geschlossen, für Kindertagesstätten gibt es eine Notbetreuung.

Kontaktregeln für junge Eltern gelockert

Die Corona-Kontaktregeln in Niedersachsen für junge Eltern und ihre Kinder werden hingegen gelockert. Kinder bis drei Jahre dürfen demnach bei Kontakten einer Betreuungsperson, etwa einem Elternteil, dabei sein, wie eine Regierungssprecherin am Sonntag erklärte. Eine Mutter mit Baby darf also die Großeltern besuchen oder mit einer anderen Mutter mit Baby spazieren gehen. Als Begründung hieß es, dass kleine Kinder ununterbrochen betreut werden müssen.

Allerdings gilt die Ausnahme immer nur für ein Elternteil und nicht pro Kind: Die Mutter dürfte also mehrere ihrer Kinder mitbringen, wenn diese jünger als drei Jahre sind. Der Partner oder die Partnerin müsste in den Beispielen aber in jedem Fall zu Hause bleiben.

Maske auf: Seit Sonntag gilt ein verschärfter Lockdown, der vor allem die Kontakte der Niedersachsen noch weiter einschränkt.

Die Treffen mit Kleinkindern sollen zunächst über den Wortlaut der am Sonntag in Kraft getretenen Verordnung hinaus geduldet werden. Mit der nächsten Änderung der Verordnung ist auch eine ausdrückliche Regelung vorgesehen. Mögliche Konstellationen, die jetzt erlaubt sind, stellt die Regierung auf niedersachsen.de/coronavirus vor.

In Sachen Reiserückkehr ist Niedersachsen härter als andere Bundesländer. Von Montag an gelten verschärfte Quarantäne-Regeln. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Corona-Maßnahmen in Niedersachsen im Überblick.

Ab wann greifen die verschärften Corona-Beschränkungen?
Die neue Corona-Verordnung gilt seit Sonntag bis zum 31. Januar. Die neue Quarantäne-Verordnung für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten gilt bundeseinheitlich ab Montag.
Was gilt genau für Schulen und Kindergärten?
An Grundschulen gibt es in der ersten Woche nach den Ferien Distanzunterricht, anschließend bis Halbjahresende Unterricht im Wechselmodell (Szenario B). An den weiterführenden Schulen wechseln die Klassen, in denen keine Abschlüsse anstehen, komplett ins Distanzlernen (Szenario C). Das gilt auch für die berufsbildendenden Schulen. In den Abitur- und Abschlussklassen wird Unterricht in geteilten Klassen erteilt (Szenario B). Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6, die nicht in der Präsenzlerngruppe sind, ist eine Notbetreuung geplant. In den Kindertagesstätten gibt es eine Notbetreuung mit bis zu 50 Prozent der Gruppengröße. In Anspruch nehmen können die Notbetreuung Eltern, die in relevanten Berufen arbeiten und die Betreuung sonst nicht sicherstellen können, außerdem gibt es eine Härtefallregelung.
Und was ist mit der Tagesmutter oder privaten Betreuungsgruppen, wenn Eltern sich etwa in der Notlage gegenseitig aushelfen?
Die private Betreuung von Kindern in Kleingruppen aus mehreren verschiedenen Familien bleibt erlaubt. Außerdem bleibt es Eltern gestattet, Kinder aus mehreren Familien zur Betreuung zu bringen oder dort abzuholen.
Etliche Kinder leben in Patchwork-Familien oder haben getrennte Eltern. Wie verhalten sich da die Kontaktbeschränkungen?
Die Kinder gehören zu den Haushalten beider Eltern, entsprechend müssen sie beim Besuch des jeweils anderen Elternhaushalts nicht als zusätzliche, externe Person berücksichtigt werden.
In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 200 soll die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden. Wie will das Land solche Maßnahmen umsetzen?
Anders als andere Bundesländer verpflichtet Niedersachsen die Landkreise nicht zu einem solchen Schritt, sondern stellt ihn den Kommunen frei. Diese könnten die Lage vor Ort am besten bewerten und einschätzen, ob so eine Maßnahme für einen ganzen Kreis zweckmäßig und notwendig ist, sagte eine Regierungssprecherin. Anders auch als andere Länder will Niedersachsen die Wohnadresse und nicht den Wohnort zum Ausgangspunkt des 15-Kilometer-Radius machen. Bewohner einer Großstadt würden sonst gegenüber denen einer kleinen Gemeinde bevorzugt.
Wie verhält es sich mit den verschärften Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten?
Niedersachsen ist hier strenger, als es die nach Bund-Länder-Beschluss vorgelegte Musterregelung vorsieht. Auch Menschen, die eine zweifache Impfung gegen eine Corona-Infektion nachweisen können und solche, die nachweislich bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben, werden nicht von der Quarantäne-Pflicht befreit.

Rubriklistenbild: © dpa/Hauke-Christian Dittrich

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