Drei Inseln betroffen

Nordsee: Paraffin landet an Stränden – Polizei ermittelt

An drei Nordseeinseln hat sich eine weiße Substanz angesammelt. Vermutlich handelt es sich um Paraffin - ein zunehmendes Problem an der Küste.

Borkum/Langeoog/Spiekeroog - An den Nordseestränden der Inseln Borkum, Langeoog und Spiekeroog ist vermutlich Paraffin angelandet. Eine weiße Substanz wurde an den Stränden gefunden, wie die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven am Mittwochabend mitteilte. Die Substanz sei wachsartig und kugelförmig - teilweise in der Größe eines Fußballs. Den ersten Erkenntnissen zufolge waren keine weiteren Inseln betroffen. Die Wasserschutzpolizei ermittelt nun, wie es zu den Verunreinigungen gekommen ist.

Paraffin wird unter anderem für Kosmetika, Kerzen oder Arzneimitteln verwendet und dient auch als Brennstoff. Das Erdölprodukt ist zunehmend ein Problem an der Nordsee. Schiffe transportieren den Rohstoff in Tankern. Auf See ist es zulässig, dass Schiffe ihre Tanks auswaschen. Dadurch gelangt der Rohstoff an die Nordsee-Strände. Eine Landtags-Anfrage der Grünen habe gezeigt, dass es 25 Fälle mit Paraffin in den vergangenen zehn Jahren gab.

Umweltverschmutzung an der Küste: Schwefelreinigung auf Schiffen verschmutzt die Meere

Unterdessen zeigt eine neue Studie die Umweltgefahren der Schwefelreinigung auf Schiffen. Stark schwefelhaltigen Schweröle als Treibstoff für Schiffe stehen seit gut einem Jahr unter Bann. Daher wurden Schiffe verstärkt mit Reinigungsanlagen ausgerüstet, sogenannten Scrubbern. Nach einer neuen Studie des Internationalen Rates für sauberen Verkehr (ICCT) könnte damit allerdings der Umwelt ein Bärendienst erwiesen worden sein. Denn tatsächlich leite die Technologie, die Luftverschmutzung durch Schiffe reduzieren soll, die Verschmutzung aus der Luft ins Meer, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie des ICCT (International Council on Clean Transportation).

„Das Waschwasser der Scrubber ist saurer als Meerwasser und enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), Nitrate, Sulfate und Schwermetalle, die alle der Tierwelt schaden und die Wasserqualität verschlechtern können.“
„Die Anzahl der Schiffe, die Scrubber einsetzen, ist als Reaktion auf die 0,5-Prozent-Schwefelvorschrift der IMO für 2020 stark angestiegen“, heißt es weiter. Ohne zusätzliche Vorschriften würden zehn Milliarden Tonnen Waschwasser jährlich in die Meere geleitet, 80 Prozent davon innerhalb von 200 Seemeilen vor den Küsten. (Mit Material der dpa)

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