Passungsprobleme in Niedersachsen

Studie: Fast jeder siebte Bewerber findet keinen Ausbildungsplatz

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Fast jeder siebte Bewerber in Niedersachsen findet keinen Ausbildungsplatz.

Viele Ausbildungsplätze sind zwar noch frei, doch rund 15 Prozent der Bewerber finden keine Stelle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität und des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen.

Göttingen - Ursache dafür seien laut der von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Untersuchung sogenannte Passungsprobleme. Die Zahl der unvermittelten Bewerber sei zwar von rund 13 600 im Jahr 2009 auf knapp 10 000 im Jahr 2018 gesunken. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen habe sich gleichzeitig fast verdreifacht. Sie lag im Jahr 2018 bei rund 3750. 

Von Passungsproblemen spreche man, wenn Betriebe Ausbildungsplätze nicht besetzen können und gleichzeitig Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden. Hauptgrund sei, dass Bewerber Betriebe für ungeeignet oder unattraktiv halten

Bewerber und Stellen passen nicht zusammen

Viele wünschten sich die Ausbildung in einem Großbetrieb. Offene Stellen gebe es oft aber nur in kleinen Firmen. Davon seien in Niedersachsen vor allem kaufmännische oder Verkaufsberufe sowie Berufe im Ernährungshandwerk und in der Baubranche betroffen. 

Bei einem Viertel der unbesetzten Stellen bestehe das Problem darin, dass die Berufswünsche der Jugendliche und die Ausbildungsstellen nicht zusammenpassen. Dies betreffe unter anderem die Hotel- und Gaststättenberufe, berichtet Kreiszeitung.de*.

Ähnliche Situation in Bremen

Schließlich blieben Ausbildungsplätze unbesetzt, weil sich Betriebe in anderen Regionen befinden als die Bewerber. Die Forscher raten angesichts des Fachkräftemangels dazu, in Regionen, in denen viel Bewerber leer ausgingen, öffentlich geförderte Ausbildungsplätze einzurichten. 

In Bremen ist die Lage nicht viel anders als in Niedersachsen. Nach Angaben der Forscher gibt es auch in der Hansestadt Passungsprobleme. Im Jahr 2018 wurden knapp 900 unvermittelte Jugendliche gezählt. Zugleich gab es rund 350 offene Stellen. Zudem gebe es rein rechnerisch kein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen. Auf 100 Bewerber kamen 92 Stellen.

dpa

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