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Stephan Weil optimistisch: Energiekrise in zwei Jahren überwunden

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Von: Yannick Hanke

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Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, während der Vorstellung seiner Wahlplakate für die Landtagswahl 2022. Niedersachsen wählt am 9. Oktober einen neuen Landtag.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist überzeugt, dass die Energiekrise bereits in zwei Jahren überwunden ist. © Julian Stratenschulte/dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) redet in einem Interview Klartext über die Energiekrise. Er verbreitet Optimismus und gibt zugleich den Mahner.

Hannover – Stephan Weil ist wahrlich kein Lautsprecher. Auf die ihm ganz eigene Art schenkt der Ministerpräsident Niedersachsens den Menschen und potenziellen Wählern reinen Wein ein. Probleme werden benannt, Lösungen skizziert. Ist der SPD-Politiker von einem Standpunkt überzeugt, vertritt er diesen auch mit aller Vehemenz. So auch im Sommerinterview mit dem NDR. Vor allem die Energiekrise in Deutschland, eine Folge des Ukraine-Kriegs, soll hierbei im Mittelpunkt stehen.

Stephan Weil glaubt, dass „Energiekrise nach zwei Jahren überwunden“ ist

„Ich glaube, dass wir diese Energiekrise nach zwei Jahren überwunden haben werden“, fällt Stephan Weil mit der sprichwörtlichen Tür direkt ins noch warme Haus. Der Ministerpräsident von Niedersachsen ist davon überzeugt, dass man bereits im August 2023 in der Lage sein werde, „über niedersächsische Häfen alles das an Flüssiggas zu importieren, was Deutschland bis jetzt an Erdgas aus Russland bezogen hat“. Aussichten, die sich in der Gaskrise in Deutschland momentan nur wenige vorstellen können. Weil, der vor der Landtagswahl in Niedersachsen 2022 von Widersacher Bernd Althusmann attackiert wurde, kann es.

Damit bezieht sich Stephan Weil auf den Bau von LNG-Terminals an verschiedenen Standorten im Norden Deutschlands. Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven, dessen Pipeline sich mittlerweile im Bau befindet, soll beispielsweise noch vor Weihnachten Flüssigerdgas weiterleiten können. Und gegenwärtig muss laut Weil hart daran gearbeitet werden, dass diese Projekte auch wirklich vorangetrieben werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nennt Wege aus der Gaskrise in Deutschland

Niedersachsen würde bei der Energieversorgung Deutschlands künftig eine tragende Rolle spielen, sagt Stephan Weil. Die „Klemme bei der Gasversorgung“ könne nach Ansicht des Sozialdemokraten nur über Niedersachsen gelöst werden. Eine große Chance sieht Weil aber auch in den Erneuerbaren Energien. Ein Beispiel hierfür seien Offshore-Windparks in der Nordsee, sie würden „die eigentliche Grundlage für die erneuerbare Versorgung bei uns in Niedersachsen und ganz Deutschland“.

Zudem müsse es nach Niedersachsens Ministerpräsident auch an Land deutlich mehr Windkraftanlagen geben. Dass unmittelbar davon Betroffene nicht nur in Jubelarien ausbrechen werden, ist sich Stephan Weil bewusst. Wenn in der Nähe von Bürgern Windräder stehen, müssten die An- und Einwohner auch etwas davon haben, beispielsweise finanzielle Vorteile.

Landtagswahl 2022 in Niedersachsen: Stephan Weil sieht „Vertrauensfrage“ als entscheidenden Faktor

Eine klare Absage weiß Stephan Weil indes dem umstrittenen Erdgas-Fracking in Niedersachsen zu erteilen – und das erneut. Das Fracking aufzunehmen, würde letztendlich nur zu jahrelangen Streitigkeiten führen. Gleichwohl der Gasmangel mit Sicherheit durch Erneuerbare Energien kompensiert wäre. Die Energiekrise nehme aber auch Einfluss auf den Wahlkampf.

Damit leitet Stephan Weil auf die Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag, 9. Oktober 2022, hin. Im Rennen mit seinem größten Konkurrenten, dem CDU-Politiker Bernd Althusmann, will Weil natürlich die Oberhand behalten und in dem Amt bleiben, das er bereits seit Februar 2013 innehat. Der Ausgang dieser Wahl würde im Kern eine Vertrauensfrage sein. „Dass ganz viele Menschen sich fragen werden, wem kann ich Macht anvertrauen, darum geht es ja, wem traue ich zu, Aufgaben zu lösen.“ Dafür bedarf es nicht zwingend eines Lautsprechers. Weils große Chance?

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