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Gas und Strom: EWE warnt vor Preisschock für Verbraucher

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Von: Hans Willms

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Die EWE erhöht Preise für Gas. Betroffen sind rund 100.000 Haushalte in Niedersachsen. (Symbolbild)
Die EWE erhöht Preise für Gas. Betroffen sind rund 100.000 Haushalte in Niedersachsen. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

EWE-Vorstands-Chef Stefan Dohler empfiehlt Strom- und Gas-Kunden, ihre monatlichen Abschläge anzupassen. Ansonsten wird’s im Herbst richtig teuer.

Oldenburg – Die EWE hat angesichts der sich zuspitzenden Lage auf dem Gasmarkt vor einem weiteren Preisschock gewarnt. Ein Vier-Personenhaushalt müsse damit rechnen, für Gas und Strom künftig rund 300 Euro mehr im Monat zu zahlen als vor der Gaskrise, sagte der EWE-Vorstandsvorsitzende Stefan Dohler im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Leider ist derzeit überhaupt nicht absehbar, dass sich die Situation schnell entspannen wird“, so Dohler. „Wir werden uns auf zwei oder sogar drei sehr harte Winter einstellen müssen.“ Um am Ende keine böse Überraschung zu erleben, empfahl der EWE-Vorstandsvorsitzende den rund 1,7 Millionen Kunden des Energieversorgers dringend, schon jetzt die monatlichen Abschläge anzupassen. „Wer später nicht ein paar Tausend Euro nachbezahlen will, der sollte seinen Abschlag für Strom verdoppeln und den für Gas verdreifachen.“

Einkaufskosten der EWE für Strom und Gas drastisch gestiegen

Wie drastisch die Preise im Laufe der vergangenen Monate in die Höhe geschossen sind, machte Dohler an den Einkaufskosten deutlich, die die EWE selbst berappen muss. Für eine Megawattstunde Gas zahlte der Versorger vor einem Jahr noch etwa 20 Euro, mittlerweile aber rund 170 Euro, der Preis für eine Megawattstunde Strom stieg von 55 Euro auf aktuell 360 Euro.

Die Gasspeicher in Deutschland seien derzeit zwar mit durchschnittlich 63 Prozent gefüllt, um auf der sicheren Seite zu sein, müssten die Kavernen Anfang Dezember aber eigentlich eher bei einem Füllstand von 90 Prozent liegen. „Wenn sich unsere Befürchtungen bewahrheiten und Russland nach der Wartung der Ostseepipeline die Lieferung komplett einstellt, wird das schwierig.“

Massive Schieflage birgt erheblichen sozialen Sprengstoff

Für die Politik sei es jetzt eine große Herausforderung, „die brutal steigenden Preise“ zumindest für diejenigen abzufedern, die die Rechnung künftig nicht mehr bezahlen könnten. „Da ist eine massive Schieflage zu erwarten, die erheblichen sozialen Sprengstoff birgt.“

Der EWE-Vorsitzende zeigte sich überzeugt davon, dass die Politik das Energiesicherungsgesetz ändern werde, so dass die Versorger die höheren Preise dann auch an die Kunden weiterberechnen können, die jetzt noch längere Laufzeitverträge zu günstigeren Konditionen hätten. Wichtig sei daher auch, jede Möglichkeit von Energiesparmaßnahmen in Betracht zu ziehen -– „und zwar jetzt und nicht erst im Winter.“

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