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Corona in Niedersachsen: Inzidenz steigt, Impftempo sinkt – Impfpflicht bis Mai?

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter, während das Impftempo sinkt. Karl Lauterbach fordert die Impfpflicht und nennt einen konkreten Zeitraum.

Hannover – Die Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter leicht, ungleich die Impfbereitschaft der Bevölkerung – das Impftempo lässt nach. Karl Lauterbach nennt jetzt einen möglichen Zeitpunkt für die Impfpflicht, die auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) befürwortet. Deutschlandweit meldet das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals über 100.000 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus – perspektivisch könnte sich jeder anstecken.

Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 Quadratkilometer
Bevölkerung:7,982 Millionen (Stand 2019)

Corona-Pandemie: Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter leicht – Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will die Impfpflicht

Im Vergleich zum Vortag ist die Inzidenz in Niedersachsen leicht auf 462,4 gestiegen, während sie am Vortag noch bei 461,0 gelegen hatte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete zudem zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Gesamtzahl der an oder im Zusammenhang mit dem Virus verstorbenen Personen in Niedersachsen steigt damit auf 7.014.

Eine Impfung wird verabreicht. In Niedersachsen steigt die Inzidenz, während das Impftempo sinkt. Karl Lauterbach (SPD) fordert Impfpflicht bis spätestens Mai.
In Niedersachsen steigt die Inzidenz, während das Impftempo sinkt. Karl Lauterbach (SPD) fordert Impfpflicht bis spätestens Mai. © Ralf Hirschberger/dpa

Trotz der aktuell nur geringfügig steigenden Corona-Zahlen in Niedersachsen fordert Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Impfpflicht. In Anbetracht der gesamten pandemischen Dynamik der letzten Wochen und Monate sieht er in ihr die einzige Möglichkeit, den „Teufelskreis aus immer neuen Infektionswellen und zwischenzeitlichen Entspannungen“ zu durchbrechen. In seinem Bundesland sinkt das Impftempo aktuell, aus der Politik gibt es derweil zahlreiche Forderungen nach der Impfpflicht.

Steigende Inzidenz: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nennt Zeitpunkt für Impfpflicht gegen Corona in Deutschland

Die Inzidenz steigt: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der zuletzt vor der Rückkehr einer mutierenden Delta-Variante warnte, befürwortet die Impfpflicht schon länger. Jetzt nannte er einen konkreten Zeitpunkt für den möglichen Beginn. Um die Welle im Herbst noch abzuwenden, müsse die Impfpflicht bis April, spätestens Mai kommen. Ungeimpfte müssten noch drei Impfzyklen durchlaufen, Lauterbach hält deshalb Eile für geboten. Zugleich teilt er die Auffassung des Virologen Christian Drosten, der davon ausgeht, perspektivisch würde sich jeder infizieren – ein Argument gegen die Impfung ist das nicht, im Gegenteil.

Die Impfung schwächt auch im Infektionsfall Verläufe ab. Lauterbach erklärte, die Impfung würde nach drei Dosen vermutlich gegen so gut wie alle Varianten der Pandemie Schutz bieten, „zumindest vor schwerer Krankheit und Tod“. Zwischenergebnisse einer neuen Studie aus Israel legen nahe, dass auch eine vierte Impfdosis aktueller Impfstoffe nicht zum vollständigen Schutz gegen Omikron reicht. Auf Twitter reagiert Karl Lauterbach enttäuscht auf die Ergebnisse und fordert angepasste Omikron-Vakzine. Biontech plant bereits einen angepassten Omikron-Impfstoff, während Moderna an einem Vakzin arbeitet, das als Auffrischungsimpfung sowohl gegen das Corona-Virus als auch Influenza, also die Grippe wirken soll.

Impftempo in Niedersachsen nimmt trotz steigender Inzidenz in der Corona-Pandemie ab, die Impfpflicht soll das ändern

In Niedersachsen sinkt das Impftempo – das scheint nicht an mangelnden Möglichkeiten zu liegen, sondern an der Impfbereitschaft. Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs erklärte, es bräuchte aktuell nicht mehr Impfstellen in Niedersachsen, sondern mehr Impfwillige. In den ersten beiden Januarwochen wurden im Bundesland von Stephan Weil knapp über 900.000 Impfungen gezählt, ein Wert, der deutlich hinter den Dezember zurückfällt. In Niedersachsen arbeiten 226 mobile Impfteams und 4800 niedergelassen Ärzte an der Impfkampagne – auch in Apotheken soll bald geimpft werden.

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Johnson&Johnson-Geimpfte brauchen in Niedersachsen indessen zukünftig eine dritte Impfung für den Booster-Status, es gibt neue Regeln für den Impfstoff. Die Sorge vor Nebenwirkungen* spielt für viele zögernde Deutsche trotz steigender Inzidenz immer noch eine Rolle, es wird weitere Aufklärung benötigt. Wenn es nach Stephan Weil und Karl Lauterbach geht, soll eine Impfpflicht Abhilfe für das Problem der stockenden Impfkampagne schaffen – und das möglichst bald.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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