Europaweite Vernetzung

Niedersachsen gibt Gas: Nächster Schritt zum Wasserstoff-Land Nummer eins

Ein Baustein der Energiewende ist Wasserstoff. Niedersachsen will seiner Vorreiterrolle gerecht werden und ist zwei europaweiten Allianzen beigetreten.

Niedersachsen will schon seit längerem Vorreiter in der Wasserstoff-Technologie sein. Laut einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums ist das Bundesland nun der European Clean Hydrogen Alliance (ECH2A) beigetreten. Zudem ist das Land neues Mitglied in der European Hydrogen Valleys Partnership (EHV). Die im Juli 2020 gegründete ECH2A soll den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffökonomie in Europa beschleunigen. Dies soll passieren, indem sie Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft zusammenbringt. Die Allianz zählt mehr als 800 Mitglieder. Der EHV gehören mehr als 40 europäische Regionen an, unter anderem Hamburg, Schottland sowie die niederländischen Provinzen Drenthe und Groningen.

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WirtschaftsministerBernd Althusmann (CDU)

Europa- und Regionalministerin Birgit Honé (SPD) vertritt die niedersächsischen Interessen in beiden EU-Initiativen und koordiniert damit ressortübergreifend auch die fachliche Mitwirkung der Landesministerien für Wirtschaft, Energie und Umwelt sowie Wissenschaften. Sie sieht in den Allianzen eine Chance zur europäischen Positionierung und stärkeren Vernetzung in einer gerade für Niedersachsens Regionen wichtigen Zukunftstechnologie: „Die Produktion und Nutzung von Wasserstoff eröffnet vielen Regionen in Niedersachsen Chancen auf Wachstum und Arbeitsplätze im Einklang mit dem Klimaschutz und den Zielen des Grünen Deals der EU“, sagte Honé. Sie hatte sich in Brüssel bereits im Europäischen Ausschuss der Regionen für eine EU-Wasserstoffstrategie stark gemacht.

ECH2A und Niedersachsen: Eine Allianz für grünen Wasserstoff

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) stellte heraus, dass die ECH2A das Ziel verfolgt, die Treibgasemissionen in allen Wirtschaftssektoren durch den Einsatz von grünem Wasserstoff zu senken. „Dieses Ziel verfolgen wir auch in Niedersachsen mit Nachdruck. Für mich ist es deshalb selbstverständlich, dass das Wirtschaftsministerium in der Allianz für grünen Wasserstoff in Europa mitarbeitet“, sagte Althusmann.

In Europa werden die Weichen gestellt für den Rechtsrahmen und die Förderung der Wasserstofftechnologie, betonte Energieminister Olaf Lies (SPD): „Daher ist es von großer Bedeutung, dass wir unsere Netzwerke auch in Brüssel weiter ausbauen“, sagte er. „Wir müssen von Anfang an mitreden können, wenn über Leitungsprojekte und den Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Herstellung von Wasserstoff beraten und entschieden wird. Für das Gelingen der Energiewende müssen wir diese dafür so zentrale Technologie auf allen Ebenen voranbringen“, ergänzte der Minister.

Niedersachsen ist zwei Zusammenschlüssen zum Thema Wasserstoff beigetreten.

Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) bezeichnete Wasserstoff als eine „Schlüsseltechnologie“ des Grünen Deals der EU. „Es gilt nun, Wasserstofftechnologien in konkrete Projekte umzusetzen und zugleich unsere Ausgangsposition im internationalen Wettbewerb zu verbessern. Die Mitgliedschaften in den beiden Wasserstoffnetzwerken helfen uns dabei“, sagte Thümler.

Die Nutzung von „grünem“ Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gilt als Schlüssel für eine klimaneutrale Industrie und Mobilität. Sowohl die EU-Kommission als auch die deutsche Bundesregierung haben deshalb Wasserstoffstrategien aufgelegt und Wasserstoff zu einem Schwerpunkt ihrer Förderung gemacht, die dem Markthochlauf den Weg ebnen sollen.

Norddeutsche Wasserstoffstrategie in Kooperation mit den Niederlanden

Niedersachsen wirkt an der Norddeutschen Wasserstoffstrategie mit. Es fördert den Einsatz Wasserstofftechnologien und kooperiert hierzu bereits mit den Provinzen der nördlichen Niederlande.

Bereits im September hatten die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame „Norddeutsche Wasserstoffstrategie“ auf den Weg gebracht. Im ersten Moment sieht es wie ein Gegenentwurf zu den Plänen der Bundesregierung. Denn sie hat auch eine Wasserstoffstrategie festgelegt. Schlussendlich ergänzen sich beide Wasserstoffstrategien. Das gemeinsame Ziel: Den Wasserstoff zu einer Erfolgsgeschichte „Made in Germany“ zu machen.

Mit diesem mit Wasserstoff angetriebenen Müllfahrzeug ist die Osterholzer Firma Faun in Serie gegangen.

Wasserstoff wird auf vielen Ebenen diskutiert. So prüft die Abfall Wirtschafts Gesellschaft (AWG) im Landkreis Diepholz aktuell die Umstellung ihrer Fahrzeugflotte auf mit Wasserstoff betriebene Entsorgungsfahrzeuge.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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