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9-Euro-Ticket-Nachfolger: Althusmann gegen komplett kostenlosen Nahverkehr

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Von: Yannick Hanke

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Ende August 2022 läuft das 9-Euro-Ticket nach drei Monaten aus. Doch was folgt dann? Kostenloser Nahverkehr zumindest nicht, geht es nach Bernd Althusmann (CDU).

Osnabrück – Nach dem 9-Euro-Ticket ist vor dem ... ja, vor was denn eigentlich? Verschiedene Modelle, die ebenfalls auf einen deutlich kostengünstigeren Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abzielen, werden zumindest diskutiert – aber nicht umgesetzt. Wie so oft scheitert es an der konkreten Finanzierung. Soll der Bund in die Bresche springen? Gibt es alternative Lösungen?

Komplett kostenloses Fahren in Nahverkehrszügen scheidet schon mal aus – wenn man Bernd Althusmann (CDU) heißt.

9-Euro-Ticket: Nachfolgelösung muss her – doch Bernd Althusmann (CDU) schließt „spanisches Modell“ aus

Der Wirtschaftsminister von Niedersachsen, der Stephan Weil (SPD) bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 9. Oktober 2022 als Ministerpräsident beerben will, sträubt sich gegen solch eine Lösung als Nachfolger des 9-Euro-Tickets. „Das spanische Modell ist sicherlich nicht auf Deutschland übertragbar“, heißt es von Bernd Althusmann gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) spricht mit kritischem Blick in ein Mikrofon. Im Hintergrund wird ein Schild mit der Aufschrift „ÖPNV umsonst für alle!“ hochgehalten.
Nachfolgelösung fürs 9-Euro-Ticket: Von einem kostenlosen Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hält Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) schon mal nichts. © Friso Gentsch/dpa/Dominik Bund/imago/Montage

Gemeint ist hiermit die kostenlose Nutzung von Nahverkehrszügen in Spanien, die als Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket im Raum steht – aber natürlich auch finanziert werden müsste. Grundsätzlich spricht sich Bernd Althusmann dafür aus, dass die Nutzung des ÖPNV „kostengünstig und einfach“ sein muss. Das habe bereits der Erfolg des millionenfach verkauften 9-Euro-Tickets gezeigt.

9-Euro-Ticket als gute Entlastung für Bürger in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und Energiepreise

Denn durch das 9-Euro-Ticket, das jeweils Gültigkeit für Juni, Juli und August 2022 hatte respektive noch hat, wären die Menschen in Deutschland entlastet worden. Vor allem mit Blick auf die schwierige Phase „hoher Inflation und hoher Energiepreise“. Nun sei es aber an dem Bund, „eine Fortsetzung zu gewährleisten“.

Besteht also die Möglichkeit, dass das 9-Euro-Ticket erhalten bleibt oder zumindest in ähnlicher Form, nur zu höherem Preis, beispielsweise in Form eines 69-Euro-Tickets, zurückkehrt? Bernd Althusmann macht auf jeden Fall unmissverständlich klar, dass er die Bundespolitik in der Pflicht sieht. Die 16 Bundesländer müssten nach Ansicht von Niedersachsens Verkehrsminister deutlich mehr finanzielle Unterstützung erhalten, um Ticketpreise zu gestalten und notwendige Infrastrukturmaßnahmen vorzunehmen.

9-Euro-Ticket: Stephan Weil (SPD) bringt Schüler- und Azubi-Ticket als Nachfolgelösung ins Gespräch

Althusmanns großer Konkurrent bei der Landtagswahl in Niedersachsen, Ministerpräsident Stephan Weil, hat indes einen Vorschlag parat, wie es nach dem 9-Euro-Ticket weitergehen könnte. Der Sozialdemokrat plädiert dafür, vor allem Schüler, Auszubildende sowie ehrenamtlich Tätige zu entlasten. Weitere Bevölkerungskreise könnten bei dieser speziellen Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket hinzukommen.

Konkret spricht Stephan Weil von einem Schüler- und Azubi-Ticket für 30 Euro im Monat, das in Niedersachsen genutzt werden kann. Das Land gebe dafür 25 Millionen Euro noch in diesem und ab kommendem Jahr 30 Millionen Euro aus. Signale vom Bund hinsichtlich der Weiterfinanzierung wären natürlich wünschenswert. Doch mache sich Weil nur geringe Hoffnungen. Realistischer erscheint da das 0-Euro-Ticket, durch das Arbeitnehmer in der Region Hannover bald kostenlos Bus und Bahn fahren könnten. Nach dem 9-Euro-Ticket ist also vor einer ganzen Menge Ideen.

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