Sprachförderung: Sanktionen für Verweigerer

Hannover - Eltern von Vorschulkindern mit ungenügenden Deutschkenntnissen müssen ihren Nachwuchs in Niedersachsen zu einem verpflichtenden Sprachförderungskurs schicken. Tun sie das nicht, könnten ihnen künftig Sanktionen drohen.

„Wir prüfen derzeit die rechtlichen Möglichkeiten dafür“, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums heute in Hannover. Welcher Art diese Strafmaßnahmen seien, könne die Behörde derzeit aber noch nicht sagen. Auch über die Zahl der Eltern, die ihre Kinder nicht zu den Kursen schicken, gebe es keine Statistiken.

Die Landtagsopposition kritisierte die Sanktionspläne als ungeeignet. Besser seien niedrigschwellige Beratungen der Eltern, beispielsweise in Familienzentren, erklärte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt. Vielen Eltern sei vermutlich gar nicht klar, dass die Sprachförderung vor der Einschulung verpflichtend sei, hieß es bei den Landtagsgrünen. Mit voreiligen Sanktionen würde man sie nur abschrecken. Auch die Linksfraktion lehnte Strafmaßnahmen ab.

Seit 2002 werden die Sprachkenntnisse all jener Kinder getestet, die im Jahr darauf eingeschult werden sollen. Bei Defiziten müssen die Eltern diese zu speziellen Sprachförderkursen schicken. Landesweit profitieren nach Angaben des Ministeriums durchschnittlich etwa 14 Prozent der Kinder von dem Unterricht, im Schuljahr 2009/10 waren das mehr als 11.000 Kinder. Niedersachsen investiert jedes Jahr rund 52 Millionen Euro in die Sprachförderung in Kindergärten und Schulen.

dpa

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