30 Schiffstaufen

Kreuzfahrt trotz Corona: Diese Touren sind bald möglich

Kreuzfahrtschiffe warten auf Gäste. Vor dem 7. März wird aber kein Schiff aus Deutschland kommend einen Hafen anlaufen. Für die Zeit nach dem Lockdown haben die Reedereien Pläne für Abfahrten aus den norddeutschen Häfen. 2021 sollen noch weitere Schiffe getauft werden.

  • Kreuzfahrten sind über Ostern möglich.
  • MS Europa fährt von Bremen nach Bilbao.
  • 19 kleinere Schiffe sollen 2021 in Dienst gestellt werden.

Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat den für Anfang März geplanten Saison-Neustart auf den 20. März verschoben. Hintergrund sei die Entscheidung der Bundesregierung, den coronabedingten Lockdown bis in den März hinein zu verlängern, teilte das Unternehmen mit. Andere Kreuzfahrtreederei haben ebenfalls ihre Termine bis Anfang März gecancelt. Nichtsdestotrotz laufen die Planungen weiter. Welche Kreuzfahrten sind ab Kiel, Bremerhaven und Hamburg in den kommenden Wochen geplant?

Anteile an TUI Cruisesje 50 % TUI und Royal Caribbean Group
Gründung2008
HauptstandortHamburg
FlotteMein Schiff

Die „Mein Schiff“-Flotte sticht ab 1. April wieder in See. Dreimal ist der Zielort Bremerhaven (Start sind Kanaren und Mallorca) und eine Tour mit Start/Ziel Hamburg. Voraussetzung ist ein negativer Coronatest. Unterwegs ist die Flotte mit maximal 60 Prozent Auslastung und für alle gilt: 1,5 Meter Abstand. Dazu gibt’s einen Desinfektionsplan. Die „Mein Schiff“-Flotte gehört zu TUI-Cruises.

Aida will schon im März wieder loslegen. Bis Ende April sind zehn Touren geplant. Die meisten starten ab Hamburg. „Wir starten am 20. März mit AIDAperla auf den Kanarischen Inseln in die Kreuzfahrtsaison 2021. Alle Kreuzfahrten werden in Übereinstimmung mit unseren umfassenden Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen sowie den nationalen und lokalen Gesetzen und Verordnungen zum Infektionsschutz durchgeführt“, heißt es auf der Homepage. Dazu gehören Abstand halten und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz.

Kreuzfahrten ab März wieder ab Deutschland möglich

Im März plant MSC keine Abfahrten ab Hamburg. Ab April fährt die MSC Preziosa je einmal rund um die britischen Inseln und entlang der norwegischen Küste. Bevor Gäste an Board gehen dürfen, wird ein Antigen-Abstrichtest gemacht. „Ergänzend zu den täglichen Temperaturkontrollen wird bei allen Gästen ein zusätzlicher Covid-19-Test während der Kreuzfahrt durchgeführt“, schreibt MSC.  Dazu ist das Schiff mit maximal 70 Prozent ausgelastet. Abstandsregeln und mehrmals tägliche Desinfektion von Schiffsbereichen gehören zum Sicherheitskonzept.

Die „Costa Firenze“ wird 2021 einige Monate in Europa fahren - dabei ist das Schiff eigentlich für den chinesischen Markt konzipiert worden.

Costa plant im März und April keine Abfahrten ab Bremerhaven und Kiel. Der italienische Konzern konzentriert sich auf sein Heimatland. Am 27. März geht die Costa Smeralda ab Savona auf Reise. Wenn es ab 4. Juni in Deutschland losgeht, erwartet die Urlauber ebenfalls ein umfangreiches Hygienekonzept. Vor der Einschiffung wird ein Covid-19-Antigen-Schnelltest (Tupfertest) durchgeführt. Außerdem werden alle Gäste einer Körpertemperatur- und Gesundheitskontrolle unterzogen. Zudem wurde die Anzahl der Passagiere an Bord verringert. Es gilt das Abstandhalten und die öffentlichen Bereiche werden mehrmals täglich mit neuen Desinfektionsmethoden desinfiziert.

Hapag Lloyd fährt über Ostern mit der MS Europa von Bremen nach Bilbao. Hapag Lloyd hat einen 10-Punkte-Plan entwickelt, um unter Coronabedingungen fahren zu dürfen. Im Kern sind es vergleichbare Maßnahmen wie alle anderen Reedereien auch machen. Dazu gehören Schnelltest, eine geringere Auslastung der Schiffe und regelmäßige Gesundheitschecks von Reisenden und Crew.

Taufe für 30 Kreuzfahrtschiffe, viele davon kleinerer Bauart

Obwohl die Kreuzfahrtbranche seit rund einem Jahr von Corona gebeutelt wird, wird es 2021 neue Schiffe geben. Aktuell ist die Taufe von 30 Kreuzfahrtschiffen geplant, heißt es auf dem Portal Onboardradio.de. Dabei handelt es sich überwiegend (19 Stück) um kleinere Schiffe wie Segelyachten und Expeditionsschiffe. Zu den größeren gehört auch die von vielen erwartetet Aida Cosma. Ob die für Dezember geplante Taufe stattfinden kann, hängt auch vom Coronaverlauf ab.

Eine Schiffstaufe ist heute ein großer Medienauflauf. Licht und Showeffekte sorgen für Spektakel. Höhepunkt ist dann das Werfen der Sektflasche an den Schiffsbug. Dies übernehmen nahezu nur Frauen, dies soll Glück bringen. Zu den bekanntesten deutschen Taufpaten gehören beispielsweise Sängerin Lena Meyer-Landrut oder das Model Eva Padberg.

Trotz dieser optimistischen Ankündigungen tritt der Präsident des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Alfred Hartmann, auf die Bremse. Schlecht sehe es auch bei den Fähr- und Förderschiffen aus, die zu den Inseln fahren. „Der Markt ist sehr eingeschränkt“, sagte Hartmann mit Blick auf die Osterferien. Ähnlich verhalte es sich bei den Kreuzfahrtschiffen. „In dem Bereich haben wir noch große Sorgen, nicht nur bei den Reedereien, sondern auch bei den Werften, die keine neuen Aufträge bekommen.“

Rubriklistenbild: © Filippo Vinardi

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