Kalte Jahreszeit

Inzidenz klettert hoch: Virologe warnt vor Corona im Winter - droht die nächste Welle?

Coronavirus Infektionen im Winter.
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Bei kalten Temperaturen sind Abstände und Mund-Nasen-Schutz besonders wichtig.

Steht uns eine nächste Corona-Welle bevor? Ein Virologe warnt nun davor. Zur Grippe-Saison in diesem Jahr hat er jedoch eine andere Meinung als viele Experten.

München - Kälte und Corona, das vergangene hat Jahr gezeigt, dass diese Kombinationen durchaus Gefahren mit sich bringen kann. Zum Herbst ist der Anstieg der Infektionen noch recht gering, aber das könnte sich im Winter ändern, prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Im vor uns liegenden Herbst und Winter müssen wir von einer deutlichen Verschärfung des Infektionsgeschehens ausgehen.“ Karl Lauterbach erwartet zudem immer mehr Impfdurchbrüche im Herbst.

Der Anstieg der Corona-Infektionen geht weiter

UniverstitätLudwig-Maximilians-Universität München
AdresseGeschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München
Studentenzahl51.420
Gründung1472, Ingolstadt

Ein Grund dafür sei vor allem, dass sich das Leben der Menschen im Winter wieder eher auf Innenräume verlagert. Anders als beispielsweise im Sommer, wo mehr Leute an der frischen Luft seien. Im Winter werde zudem mehr Bus und Bahn gefahren. Im Schnitt verbringen Menschen bei Kälte demnach mehr Zeit auf engem Raum als bei Wärme. All das begünstige ein schnelleres Ausbreiten des Virus.

Virologe empfiehlt Corona-Lockerungen

Doch die Corona-Maßnahmen müsse man deshalb nicht verschärfen, wenn es nach Keppler geht: „Grundsätzlich müssen wir in dieser Phase der Pandemie in verschiedenen Bereichen Lockerungen versuchen, um zu sehen, was gut vertretbar ist und wo man noch Hygienemaßnahmen oder Testungen zur Absicherung beibehalten muss.“

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Insgesamt hält Keppler die Impfquote in Deutschland für ausreichend, „das ist der zentrale Baustein - viele Genesene, eine hochwertige Testinfrastruktur und ja, auch ein gutes Verständnis der Übertragungswege des Virus. Situationsbezogene Schutzmaßnahmen zählen natürlich auch dazu“, so Keppler. Anders seien Lockerungen kaum denkbar. Zuvor war sogar von einem neuen Lockdown zum Herbst die Rede.

Virologe erwartet keine schwere Grippesaison

Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sogar dazu aufgerufen, sich gegen die Influenza impfen zu lassen, denn viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rechnen in den kommenden Monaten sowohl mit einer Corona- als auch mit einer Grippe-Welle. Virologe Keppler ist anderer Meinung: „Ich erwarte keine schwere Grippesaison“, sagt er entgegen der Meinung vieler Expertinnen und Experten.

Die Grippe wandere pro Winterhalbjahr abwechselnd von der Süd- zur Nordhalbkugel und wieder zurück. Auf der Südhalbkugel waren zwei Winter hintereinander kaum Infektionen zu verzeichnen. “Einen effizienten Eintrag des Virus bei uns im bevorstehenden Winter halte ich daher für unwahrscheinlich“, sagte Keppler.

Der Fokus müsse demnach im Winter weiterhin auf Corona liegen. Doch klein reden möchte Keppler die Influenza deshalb trotzdem nicht: „Alle Personen, denen die Ständige Impfkommission auch in früheren Jahren die Grippeimpfung empfohlen hat, sollten sich wie zuvor impfen lassen.“ Also generell Menschen ab 60 Jahren, Vorerkrankte, Schwangere und medizinisches Personal. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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