Corona-Pandemie

Impfprämien: Freikarten für Fußballspiele – Uni-Stipendium als Impfanreiz

Die Impfkampagne in Deutschland war ins Stocken geraten, doch jetzt läuft sie langsam wieder an. Grund sind Impfprämien und Impfanreize, mit denen gelockt wird.

Hannover/Bremen – Impfen im Bus, mobile Impfteams, Impfzentren, eine Bratwurst als Impfanreiz oder sogar 500 Euro als Impfprämie im Sommer 2021: Um die Menschen zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus zu bewegen, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Die Schutzimpfung ist auch dringend geboten, vor allen Dingen mit Blick auf die derzeitige Infektionslage mit Covid-19. Derzeit jagt in Deutschland, Niedersachsen und Bremen eine Rekord-Inzidenz die nächste. Inzwischen sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus verstorben.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Aktuell sind bundesweit rund 56,6 Millionen Menschen (68,1 Prozent) komplett gegen das Coronavirus geimpft, mindestens einmal geimpft sind 58,8 Millionen Menschen (70,7 Prozent). Niedersachsen liegt mit 72,9 Prozent Erstimpfungen und 69,9 Prozent Zweitimpfungen leicht über dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit belegt Bremen in der Impfkampagne den Spitzenplatz. Im kleinsten Bundesland sind bereits 79,7 Prozent der Menschen zweifach gegen Corona geimpft und 82,3 Prozent mindestens einmal.

Impfprämien: Fußball-Zweitligist Hannover 96 lockt mit 1000 Freikarten gegen Dresden als Impfanreiz

Zum Erreichen der Herdenimmunität ist dies noch zu wenig, wie der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, jüngst anmerkte. Doch, wie bekommt man die Menschen dazu animiert, sich und die Gesellschaft in der Pandemie zu schützen? Allein die 2G-Regel beim Friseur, die 3G-Regel in Bus und Bahn oder die 3G-Regel am Arbeitsplatz sowie die Corona-Regeln im Supermarkt werden dies wohl nicht richten. Daher kommen momentan immer wieder Impfprämien beziehungsweise Impfanreize ins Spiel. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie man durchaus merkt.

Eine besondere Idee hat dieser Tage Fußball-Zweitligist Hannover 96 in Niedersachsen:  Mit 1000 Freikarten für das Heimspiel gegen Dynamo Dresden wollen der Verein und die Region Hannover eine weitere Impfprämie in der Coronakrise schaffen. Wer seit Dienstag, 23. November 2021, eine Erst- oder Booster-Impfung erhalten hat, kann sich ab kommenden Montag, 29. November 2021, mit seinem Impfpass zwei kostenlose Eintrittskarten für die Partie am 23. Januar im Fanshop der 96er abholen. Dabei ist es unerheblich, ob die Impfung von einem mobilen Impfteam oder einem niedergelassenen Arzt verabreicht wurde.

Um die Menschen an die schützende Spritze gegen Corona zu locken, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So gibt es etwa Tickets für ein Fußballspiel oder ein Stipendium als Anreiz. (kreiszeitung.de-Montage)

„Ich habe immer gesagt, dass wir die Impfquote erhöhen müssen“, erklärte Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Auch 96-Geschäftsführer Martin Kind meinte: „Wenn wir mit Hannover 96 einen Anreiz schaffen können, bei der Impf-Offensive zu helfen, dann tun wir das gerne und mit Überzeugung.“

Impfanreize in der Corona-Pandemie: Thüringen verschenkt eine Bratwurst als Impfprämie

In Thüringen wurden jüngst die Menschen mit einer kostenlosen Bratwurst zum Impfen gelockt. Mit Erfolg: eine nicht enden wollende Schlange staute sich vor der Impfstelle im Freistaat. Typisch berlinerisch wurde jetzt der Impfanreiz in der Bundeshauptstadt: Hier lockte die SPD-Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit einem Döner an die Spritze.

Die Impfanreize und Impfprämien zeigen bereits Wirkung bei den Menschen. War die Impfkampagne im Herbst erst ins Stocken geraten, bilden sich vor den Impfstellen wie in Hamburg vor der Elbphilharmonie* oder vor dem Hamburger Fischmarkt* im ganzen Land im ganzen Land wieder lange Schlangen. In Bremen etwa gibt es in den Impfstellen bis mindestens Ende des Jahres keinen Termin mehr für eine Booster-Impfung. Die Booster-Willigen sind entweder auf eines der mobilen Impfteams oder aber auf einen niedergelassenen Arzt angewiesen.

Doch auch im Ausland wird nicht im Impfanreizen und Impfprämien gespart*: So wurden beispielsweise im niederländischen Harlem Singles mit einem Blind-Date gelockt. Nach der Impfung traf man auf die Auserwählte oder den Auserwählten. Selbstverständlich mit dem gebührenden Abstand.

Impfprämien im Kampf gegen Corona: USA initiieren Lotterien, um Impfanreiz zu schaffen

Kreativ war man auch im Mutterland des Kapitalismus: den USA. Etliche Bundesstaaten organisierten hier Lotterien unter den Geimpften. In Ohio gab es dabei wöchentlich eine Million US-Dollar zu gewinnen. Ausgelost wurden die Gewinner unter Erstimpflingen.

In New York war es sogar noch mehr Geld, das ausgelobt wurde: 5 Millionen US-Dollar. Auch mit Universitäts-Stipendien für den Nachwuchs sollen die Menschen zum Impfen gebracht werden. In West-Virginia wanderten Pick-Ups und Jagdgewehre in den Lostopf.

Impfanreize in Thailand: Jede Woche eine Kuh im Wert von 250 Euro unter Impfwilligen verlost

In Thailand wird in ländlichen Bezirken unter Impfbereiten jede Woche eine Kuh mit dem für Landes-Verhältnisse unschätzbarem Wert von circa 10.000 Baht, das sind etwa 250 Euro, verlost. Der Bezirk Khon Kaen setzt sogar auf Edelmetall und verloste unter den ersten 2000 Geimpften drei Goldgeschmeide. Der Wert: Umgerechnet etwa 180 Euro pro Kette.

Ein weiteres Mittel zur Erhöhung der Impfbereitschaft sind außerdem Geld und Gutscheine, die es unmittelbar für die Impfung gibt. So bietet Griechenland jungen Menschen eine Bezahlkarte in Höhe von 150 Euro an, mit der sie etwa das Handy aufladen oder shoppen können. Und Serbien belohnt Impfwillige mit umgerechnet 25 Euro. Während hierzulande die Diskussion über die Impfpflicht nicht abreißt, sind in anderen Ländern auch weiterhin der Fantasie keine Grenzen gesetzt, um Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie so attraktiv wie möglich zu machen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa/Köhn/imago

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