Fitnessstudios und Vereine leiden

Home-Workout: So hat sich Sport in Corona-Zeiten verändert

Seitdem Fitnessstudios nicht mehr öffnen dürfen und auch Vereinssport fast nicht mehr möglich ist, hat sich für viele Menschen Sport in das eigene Zuhause verlagert.

Hannover – Gemeinsam schwitzen und auspowern ist in Corona-Zeiten, zumindest in Innenräumen, nicht möglich. Sportstudios bemerken die Skepsis vieler Kunden. Dafür boomen Online-Training und Home-Workouts.

Fitnessstudios in Niedersachsen hatten im Jahr 2020 rund 13 Prozent weniger Mitglieder als im Vorjahr. Das geht aus einer Studie des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) hervor.

Fitnessstudios in Niedersachsen: 13 Prozent weniger Mitglieder

Fitness- und Gesundheitsstudios mussten bundesweit mit einem Umsatzrückgang von 24,5 Prozent leben und haben etwa zwölf Prozent ihrer Mitglieder verloren. „In einer weiteren Umfrage konnten wir ermitteln, dass die Fitness- und Gesundheitsanlagen bundesweit seit dem 1. Januar weitere 13 Prozent der Mitglieder verloren haben“, sagt Alexander Wulf vom DSSV.

Das Online-Video-Portal Youtube ist seit dem ersten Lockdown dafür noch beliebter als zuvor: Während der Corona-Krise sei die Nutzung von Youtube um 15 Prozent gestiegen. Das haben interne Messungen von Youtube ergeben. Für den 1. Mai kündigen einige Fitnessstudios nun die Öffnung ihrer Filialen an und berufen sich dabei auf die Freigabe für Individualsport bei Inzidenzen unter 100.

In der Corona-Krise greifen immer mehr Mensch auf Fitness-Anleitungen für Home-Workouts zurück.

Zum Höhepunkt der Krise Mitte April 2020 hätten in einer Befragung durch Kantar 32 Prozent der deutschen Bevölkerung angegeben, noch mehr Onlinevideos und damit auch Youtube zu nutzen. In der Corona-Zeit hätten Fitness-Anleitungen für Home-Workouts in den eigenen vier Wänden zugelegt, sagt Youtube-Manager Andreas Briese. Als weitere Alternative gelten Online-Fitness-Anbieter wie Gymondo – dem aktuellen Testsieger der Stiftung Warentest in Sachen Fitness für zu Hause.

Mitglieder rennen den Sportvereinen weg

Die Corona-Pandemie macht nicht nur Fitnessstudios zu schaffen, auch Sport-Vereine leiden unter der Situation: Seit dem Lockdown ist Breitensport im Verein kaum noch möglich. Hallen sind geschlossen, das Training fällt aus, Wettbewerbe werden abgesagt. Die Mitgliederzahlen in den niedersächsischen Sportvereinen gehen deutlich zurück.

2021 sanken die Mitgliederzahlen bereits um rund 100.000, das sind knapp vier Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2020 sanken die Mitgliederzahlen gegenüber 2019 lediglich um 800, das waren nur 0,03 Prozent weniger. „Die größten Rückgänge zeigen sich bei Kindern, Mädchen und Frauen sowie in Ballungsgebieten“, heißt es seitens des Landessportbundes Niedersachsen.

Studie: Viele Jugendliche durch Corona häufiger in der Natur

Seit Beginn der Corona-Krise hält sich mehr als die Hälfte der Jugendlichen nach eigener Einschätzung häufiger in der Natur auf. Das ergab die erste Jugend-Naturbewusstseinsstudie, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Dienstag in Bonn vorstellte.

So gaben 52 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, viel häufiger oder zumindest etwas häufiger in der Natur unterwegs zu sein als vor der Corona-Krise. Natur spiele für sie als Raum für Sport und Bewegung eine wichtige Rolle.

Doch der zweite Lockdown in Deutschland hat Kinder und Jugendliche offensichtlich ausgebremst: Sie bewegen sich in der anhaltenden Schließungsphase weit weniger als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Training zu Hause: Sind Hüpfen und Springen immer erlaubt?

  • Welche Regeln gelten für Sport in der Wohnung?
  • Grundsätzlich gilt: Es gibt Ruhezeiten, an die sich alle halten sollten. In den einzelnen Ländern und Gemeinden können sich diese zwar unterscheiden. Im Allgemeinen kann man aber sagen: Von 22 bis 7 Uhr herrscht Nachtruhe. Zusätzlich gibt es eine Mittagspause von 13 bis 15 Uhr. An Samstagen gilt neben der Mittagspause eine Ruhezeit von 19 bis 8 Uhr. Sonn- und Feiertage gelten vielerorts als generelle Ruhetage.
  • Wie viel Sport ist angemessen?
  • Eine feste Regel dafür gibt es nicht. Eine Stunde Sport in einer Mietwohnung sollte aber in Ordnung sein. „Am besten ist es, Sie sprechen sich mit ihrem Nachbarn ab“, rät Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund.. Möglich wäre es zum Beispiel sich auf feste Zeiten zu einigen, an denen das Fitnessprogramm absolviert werden kann.
  • Und was gilt, wenn Kinder jetzt drinnen toben?
  • Zwar gilt Kinderlärm im Mietrecht als privilegiert. Das heißt: Kinder dürfen laut sein. Allerdings gibt es auch hier durchaus Grenzen: „Ballspielen in der Wohnung geht nicht“, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.

Rubriklistenbild: © Philipp Brandstädter/ dpa

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