3G vor dem Ende

Handy: 3G-Netz wird abgeschaltet - was das für alte Smartphones bedeutet

Mobiles Internet in Deutschland ist im internationalen Vergleich immer noch langsam und lückenhaft. Mit dem neuen 5G-Netz soll sich das ändern. Für das 3G-Netz (UMTS) und seine Nutzer hat dies Auswirkungen.

Mit der Abschaltung des veralteten 3G-Netzes (UMTS) Ende Juni soll sich die LTE-Kapazität in Deutschland noch weiter erhöhen. Die LTE-Bandbreite im 2100er-Band steige dann um weitere 5 MHz auf 20 MHz. Die Systemtechnik in 17.000 von 18.000 Mobilfunkstationen sei inzwischen auf die UMTS-Abschaltung vorbereitet worden. Getestet hat Vodafone die 3G-Abschaltung bereits in Suhl (Thüringen) mit seinen rund 35.000 Einwohnern.

Dort habe man eine um bis zu 40 Prozent höhere Datenrate messen können. Anwender, die noch nicht über ein modernes Smartphone verfügen, konnten im herkömmlichen 2G-Netz (GSM) telefonieren. Für den Ausbau der LTE-Netze und neuen 5G-Netzwerken schaltet nicht nur Vodafone bis Ende Juni die alten UMTS-Netze ab, sondern auch die Deutsche Telekom. O2/Telefónica plant diesen Schritt bis Jahresende.

Diese Umstellung kann Auswirkungen für die Nutzer haben. Ein Blick in den Handyvertrag lohnt sich. Sollte dort nur die Verwendung des 3G-Standards festgelegt sein, könnte man womöglich seinen Internetzugang verlieren, schreibt die Arag-Versicherung. Dies gilt auch bei Prepaid-Tarifen. Um weiterhin surfen zu können, muss der Benutzer gezwungenermaßen auf 4G (LTE-Standard) aufrüsten. Problematisch wird es bei der Nutzung eines älteren Handys, das nicht 4G-tauglich ist. Dann steht man ohne Empfang da.

Handynetze in Deutschland: Was sind 3G, 4G und LTE

„G“ steht für Generation in der mobilen Datenübertragung. Demnach ist 3G der Vorgänger von 4G, welches wiederum von 5G abgelöst wird. Jede „Generation“ benutzt einen technischen Standard der Datenübertragung, der mit einer bestimmten Übermittlungsgeschwindigkeit einhergeht: Surft man mit einem 3G-Netz, nutzt man den UMTS-Standard (Universal Mobile Telecommunications System), der in Verbindung mit seiner modernsten Erweiterung, dem HSPA-Standard (High Speed Packet Access) beim Surfen eine Höchstgeschwindigkeit von 42 Mbit pro Sekunde erreicht. Beim moderneren 4G nutzt man den LTE-Standard (Long Term Evolution); die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ungefähr 300 Mbit pro Sekunde.

Ein Vorteil von 4G soll sein, dass es weniger Funklöcher gibt. Die sagt die Bundesnetzagentur: So sollen 96,5 Prozent des Landes von mindestens einem Netzbetreiber mit 4G versorgt sein. Die Bundesnetzagentur stellt eine App und ein Internetportal zur Verfügung, welche Funklöcher und Netzabdeckung für einen jeweiligen Anbieter anzeigen.

An diesen Orten gibt es 5G in Deutschland

Nach Angaben des Ericsson Mobility Report gibt es weltweit aktuell 213 Millionen 5G-Anschlüsse. Bisher ist das deutsche 5G-Netzwerk nur in einigen Regionen ausgebaut und nicht alle Anbieter bieten schon 5G-Tarife an. Sogenannte Netzabdeckungskarten geben Aufschluss darüber, ob und zu welchem Tarif man mit der Hypergeschwindigkeit surfen kann. Diese findet man in der Regel auf der Webseite des Mobilfunkanbieters. Vorsicht: Nicht alle Smartphones sind für das neue 5G gerüstet. Eine 5G-Abdeckung ist auf dem Netzabdeckungsportal der Bundesnetzagentur aktuell noch nicht einsehbar, schreibt die Versicherung.

Mobilfunkmasten sind das Rückgrat einer flächendeckenden Funkverbindung mit dem Standard 5G.

5G ist der Nachfolger der derzeit schnellsten Datenübertragung 4G. Die neue Generation zeichnet sich durch eine deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit (bis zu 20 Gbit/Sekunde) aus. Solche Geschwindigkeiten versprechen ein schnelleres und stabileres mobiles Internet. Auch könnte 5G-Streaming vereinfachen oder mobiles Gaming verbessern. Unterwegs Filme oder Serien in Sekundenschnelle zu laden, gehört zu den Möglichkeiten. Auch im Bereich Smart Home könnte sich etwas tun: Mit 5G lassen sich Haushaltsgeräte und Haustechnik vernetzen und auf Abstand bedienen. Dadurch kann man beispielsweise den Energieverbrauch senken und den Wohnkomfort erhöhen.

5G soll auf der Autobahn große Wirkung zeigen

Ebenfalls ist 5G wichtig für autonomes Fahren. Per Funk kann das Auto Software-Aktualisierungen laden und auch Steuersignale synchronisieren. Gemeinsam mit dem Mobilfunk-Anbieter Vodafone arbeitet Sony auf einer Teststrecke in Aldenhoven bei Aachen an solchen Funktionen. Dabei geht es unter anderem darum, auch bei hohen Geschwindigkeiten eine stabile Verbindung zum Mobilfunk-Netz zu halten.

Während die Verbraucher sich auf die neuste Generation von Smartphone freuen, weil sie 5G können, denkt Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) schon weiter. „6G wird die mobile Datentechnologie der Zukunft sein und unsere Kommunikation im nächsten Jahrzehnt revolutionieren“, sagte sie. Mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte /dpa

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