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In Zeiten von Omikron BQ.1.1: Rasanter Anstieg von Grippefällen in Niedersachsen

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Von: Carolin Gehrmann

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Die Grippesaison in Niedersachsen beginnt 2022 ungewöhnlich früh und äußerst heftig. Warum die steigenden Zahlen auch mit Corona und Omikron BQ.1.1 zu tun haben könnten.

Hannover/Bremen – Das Influenza-Virus greift derzeit in Niedersachsen um sich und sorgt für einen starken Aufwärtstrend bei den Grippezahlen. Insgesamt wurden bislang 676 Grippefälle durch das Landesgesundheitsamt (NLGA) registriert. Ein derart rasanter Anstieg ist nach Aussagen des NLGA ungewöhnlich früh. Neben dem erhöhten Risiko, sich mit der hochansteckenden Omikron-Variante BQ.1.1 des Coronavirus anzustecken, besteht nun verstärkt also noch eine zusätzliche Gefahr: Die, an einer Grippe zu erkranken. Gerade für vulnerable Gruppen kann nicht nur Omikron BQ.1.1 auch eine schwere Grippe ein großes Gesundheitsrisiko darstellen.

Grippewelle in Niedersachsen beginnt dieses Jahr früh: Rasanter Anstieg seit Oktober neben Omikron BQ.1.1

Die Symptome einer Corona-Infektion und einer Grippe können einander mitunter ähneln, doch handelt es sich um zwei unterschiedliche Erkrankungen, die auch durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen werden. Im schlimmsten Fall können einen sogar beide Krankheiten gleichzeitig erwischen – dann hat man es nicht nur mit einer Omikron BQ.1.1-Infektion, sondern mit einer unter Umständen gefährlichen Doppelinfektion zu tun. Bereits im Oktober hatten Experten vor einer möglichen Twindemie in diesem Winter gewarnt, in dem sich Omikron BQ.1.1 vermewhrt ausbreitet. Davon spricht man, wenn eine Corona-Welle und eine Grippe-Welle gleichzeitig auftreten und für hohe Zahlen bei den Krankheitsfällen sorgen.

Infektionen mit Grippe und Omikron BQ.1.1 in diesem Winter: Symptome unterscheiden sich

Dass sich bereits jetzt so viele Menschen nicht zwingend mit Omikron BQ.1.1, dafür aber mit dem Grippevirus infiziert haben, könnte ein Indiz dafür sein, dass es tatsächlich so kommen könnte. In den letzten beiden Wintern war die Grippesaison gewissermaßen „ausgefallen“, wie das LNGA erklärt. Das könnte auch maßgeblich an den Corona-Schutzmaßnahmen gelegen haben. Doch auch in den Jahren vor der Pandemie lagen die Zahlen bei den Grippefällen um die gleiche Zeit im Jahr noch deutlich unter dem jetzigen Wert von 676 Fällen: mit rund 10 bis 15 nachgewiesenen Fällen hatte man es laut NLGA in der Regel zu tun.

Grippe
Die Grippewelle in Niedersachsen beginnt dieses Jahr ungewöhnlich früh und heftig. © Maurizio Gambarini/dpa

Droht Niedersachsen jetzt eine riesige Grippewelle oder sogar eine Twindemie aus Influenza und Omikron BQ.1.1?

Meist nimmt die alljährliche Grippewelle erst wesentlich später im Winter so richtig an Fahrt auf: Ihr Höhepunkt liegt meist im Januar oder Februar. Laut NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil lasse sich derzeit aber noch nicht genau beurteilen, wie sich die aktuelle Grippesaison weiter entwickeln wird und wie schwer sie ausfallen könnte. Eine genaue Erklärung, warum der Anstieg jetzt so früh erfolgt, gebe es nicht.

Ein Problem könnte laut Feil allerdings sein, dass die Menschen durch den Wegfall der Grippesaisons in den letzten beiden Jahren keinen Immunschutz aufbauen konnten. Das Risiko für eine Influenza-Erkrankung sei dadurch höher ist als in den Jahren vor der Pandemie, da der natürliche Immunschutz, den Menschen nach einer überstandenen Grippe aufbauen, sich in den letzten zwei Jahren abgebaut hat. Denn durch die Corona-Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht oder der Isolationspflicht hatten die meisten auch keinen Kontakt mit Grippeerregern.

Grippe und Omikron BQ1.1: Grippe-Impfung senkt das Risiko gefährlicher Doppelinfektionen

Fest steht, das Immunsystem muss in Zeiten von Corona, Influenza, Erkältungsviren und Co. so einiges leisten. Um für die anstehende Grippesaison – wie schwer sie nun auch ausfallen mag – gut gerüstet zu sein, empfiehlt sich zusätzlich zur Corona-Impfung auch eine Grippe-Impfung. Gegen das Coronavirus und damit auch Omikron BQ.1.1 stehen bereits seit längerem auch Vakzine zur Verfügung, die einen guten Schutz vor der Omikron-Variante BA.5 bieten.

Und auch wenn sich bei den neueren Unterformen des Virus wie Omikron BQ.1.1 und Omikron XBB abzuzeichnen scheint, dass sie den Immunschutz durch eine Impfung besser umgehen können, so lohnt sich eine Impfung gegen Grippe allemal. Denn so kann man das Risiko einer unter Umständen gefährlichen Doppelinfektion für sich minimieren.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen die saisonale Influenza aktuell allen Menschen, die über 60 Jahre alt sind, die eine chronischer Vorerkrankung wie Diabetes oder Multiple Sklerose haben, allen Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Schwangeren ab dem 2. Trimester. Aber auch für Menschen, die im gleichen Haushalt mit besonders gefährdeten Personen leben, können diese durch eine Grippeimpfung vor einer Erkrankung schützen.

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