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Clankriminalität in Niedersachsen: Behörden kündigen engere Zusammenarbeit an

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Von: Johannes Nuß

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Barbara Havliza (CDU), Justizministerin von Niedersachsen, und Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen, unterhalten sich im Landtag.
Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) und Innenminister Boris Pistorius (SPD) wollen mit einer verstärkten Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei gegen Clankriminalität im Nordwesten vorgehen. (Archivbild) © Holger Hollemann/dpa

Clankriminalität in Niedersachsen ist ein echtes Problem. Zur besseren Vernetzung der Behörden gibt es nun zwei neue Stellen bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Hannover – Die Behörden sollen stärker im Kampf gegen Clankriminalität in Niedersachsen zusammenarbeiten. Dazu wird das Personal bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück aufgestockt, gab Justizministerin Barbara Havliza (CDU) jetzt bekannt. „Besonderes Augenmerk richten wir auf die verstärkte Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei mit anderen Behörden, vor allem auch denen vor Ort“, sagte Havliza im Landtag in Hannover.

Clankriminalität in Niedersachsen: Netzwerk „Sicherheitspartnerschaft Clan“ wird weiter ausgebaut

Mit dem Haushalt 2022/23 würden in Niedersachsen zwei neue Stellen der Staatsanwaltschaft Osnabrück zugewiesen, die die behördenübergreifende „Sicherheitspartnerschaft Clan“ unterstützen sollen. „Ziel dieses Netzwerks soll die Bekämpfung der örtlichen Clankriminalität durch Erkenntnisaustausch und Abstimmung und damit gemeinsames Vorgehen der mit dem Thema in Berührung kommenden Behörden sein. Das dürfte ein Schlüssel im Vorgehen gegen diese Form der Kriminalität sein“, betonte die Ministerin.

Die Zusammenarbeit von Polizei, Justiz und anderen beteiligten Behörden im Zusammenhang mit der Bekämpfung vom Clankriminalität verläuft in Niedersachsen bereits sehr konstruktiv und fortschrittlich, heißt es dazu auch aus dem zuständigen Innenministerium in Hannover.

Organisierte Kriminalität stehe für eine hochkomplexe Form von Kriminalität, die im Stile großer Unternehmen streng hierarchisch organisiert und auf maximalen Gewinn ausgerichtet seien, hatte dazu Innenminister Boris Pistorius schon bei der Vorstellung des Lagebilds „Organisierte Kriminalität in Niedersachsen 2020“ gesagt. Bürgerinnen und Bürger könnten davon meist nur die Spitze des Eisberges erkennen.

Clankriminalität in Niedersachsen: „Menschenhandel, Drogenhandel oder Schleuserkriminalität ohne Skrupel“

„Was sich darunter abspielt, ist Menschenhandel, Drogenhandel oder Schleuserkriminalität, ohne Skrupel und Mitleid für die arglosen Opfer. Massenhafte Phishing- oder Erpressungs-Mails, organisierte Autodiebstähle, Geldautomatensprengungen oder betrügerische Callcenter-Anrufe gerade bei älteren Menschen. Hinter diesen Taten stecken fast immer organisierte Kriminelle. Darum haben wir schon vor Jahren das Personal bei der Polizei zur Ermittlungsarbeit deutlich und sukzessive verstärkt und auch die Organisationsstrukturen in den Behörden immer weiter optimiert“, sagte Pistorius damals.

2020 wurden der Clankriminalität in Niedersachsen 1951 Fälle zugeordnet. Vor allem geht es um Gewalttaten, Diebstahl, Betrug und Drogendelikte. 1886 Menschen wurden als Tatverdächtige oder Beschuldigte erfasst. Davon waren 85 Prozent Männer und 40 Prozent jünger als 25 Jahre alt. Knapp 40 Prozent der Tatverdächtigen in diesem Bereich waren Ausländer – Hauptherkunftsländer waren die Türkei, Syrien und der Libanon. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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