Erkundung abgeschlossen

Endlager-Suche: In Gorleben findet Abschlussbefahrung und Mauerabriss statt

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In Gorleben wird ein Teil der Mauer abgerissen. Die Erkundungsarbeiten vor Ort sind bereit eingestellt worden.

Mehr als vier Jahrzehnte dauert der Streit um den Salzstock in Gorleben als Standort eines geplanten Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll. Dann begann die Suche neu, die Erkundungsarbeiten wurden eingestellt. Jetzt folgt ein weiterer Schritt.

Gorleben - In Gorleben soll die Schutzmauer um den als Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll geltenden Salzstock geöffnet und später weitgehend abgerissen werden. Außerdem soll es eine symbolische Abschlussbefahrung unter Tage geben. 

Am Montag werde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ein Teilstück der Mauer an den Landkreis Lüchow-Dannenberg und die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg übergeben, kündigte BGE-Sprecherin Monika Hotopp an. Aus dem Bundesumweltministerium werde Staatssekretär Jochen Flasbarth teilnehmen.

Gorleben: Stopp nach jahrzehntelanger Erkundung

Bereits im Jahr 1979 - hier in Hannover - wurde gegen ein mögliches Endlager für Atommüll in Gorleben demonstriert.

Der Salzstock war jahrzehntelang erkundet worden. 2011 beschloss der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie, auch andere mögliche Standorte sollten nun geprüft werden. Einrichtungen im Salzstock wurden entfernt. 

„Die Fahrt soll unterstreichen, was schon alles zurückgebaut wurde“, sagte Hotopp. Von ursprünglich neun geplanten Erkundungsbereichen sei einer fast fertig erkundet worden. „Dieser wurde in den vergangenen Jahren in einen Dornröschenschlaf versetzt“, erklärte sie. Das übrige Bergwerk werde offen gehalten.

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Minister Olaf Lies: „Die Entscheidung für Gorleben war falsch“

Damit beginne die letzte Phase, das Erkundungsbergwerk Gorleben zu einem reinen Offenhaltungsbetrieb zurückzubauen, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums. Die Landesregierung werde sich weiterhin für eine faire und offene Suche ohne Vorfestlegungen einsetzen. 

„Der Abriss der Mauer in Gorleben ist ein ganz wichtiges Signal“, sagte Minister Olaf Lies (SPD) in Hannover. „Die Entscheidung für Gorleben war falsch, der Weg dahin hätte so nie stattfinden dürfen.“ Er werde sehr darauf drängen, sich nicht auf Salz und Ton zu beschränken, sondern die Suche nach Kristallingestein als Grundlage bei der Standortwahl ernst zu nehmen.

Stichwort: Das Endlagerprojekt in Gorleben

Um die Eignung des Salzstocks in Gorleben für die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll wird seit Jahrzehnten gestritten. Während einige Geologen Salzstöcke prinzipiell für geeignet halten, haben andere Experten erhebliche Bedenken. 

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte den Salzstock als mögliches Endlager vorgeschlagen. Gorleben sollte zum Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum werden. Viele Lokalpolitiker waren für das Projekt unweit der damaligen innerdeutschen Grenze, es versprach Jobs und hohe Steuereinnahmen. 

Die Pläne stießen jedoch schnell auf erbitterten Widerstand von Atomkraftgegnern. Angesichts massenhafter Proteste erklärte Albrecht schon 1979, eine Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben sei politisch nicht durchsetzbar. Das Endlagerprojekt blieb aber auf dem Tisch. 

Auch danach war der Salzstock jahrzehntelang die bundesweit einzige Option zur dauerhaften Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll. Erst 2011 kam die Wende. Der Bundestag beschloss einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022, auch andere mögliche Standorte sollten nun geprüft werden. 

Bis heute sind nach Angaben der seit 2017 zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung für das Projekt Gorleben Kosten in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro angefallen.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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