Schutz der Bevölkerung

Der Eichenprozessionsspinner kehrt zurück: Kommunen wappnen sich gegen die giftige Raupe

Alle Jahre wieder kehrt der Eichenprozessionsspinner in viele niedersächsische Städte zurück. Nun wappnen sich die ersten Kommunen im Norden gegen die giftige, haarige Raupe.

  • Der Eichenprozessionsspinner wurde wieder in Niedersachsen gesichtet
  • Die giftige Raupe kann allergische Reaktionen bei Menschen auslösen
  • Im Emsland werden Biozide im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt

Nordhorn - Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Eichenprozessionsspinner in vielen Städten in Niedersachsen deutlich zu. Die ersten Kommunen haben in diesem Frühjahr bereits wieder damit begonnen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Menschen und Tiere leiden unter der haarigen Raupe, denn die feinen Haare können Hautirritationen, Augenreizungen und Atembeschwerden auslösen.

Im Westen Niedersachsens in Nordhorn etwa wurden in den vergangenen Wochen 200 spezielle Baumringfallen an Eichen angebracht. „In einigen Kommunen sind in diesem Jahr schon erste Raupen gesehen worden“, sagt der Sprecher der Stadt, Henrik Eickelkamp. Nordhorn setze vorrangig auf das Absaugen der Nester und der Raupen nach ihrer Verpuppung. Das sei die wirkungsvollste Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung, sagte der Sprecher.

Nordhorn: Ohne Biozide gegen den Eichenprozessionsspinner

Die Baumringfallen seien zu Testzwecken angeschafft worden, denn die Wirkung sei unter Fachleuten umstritten, berichtet kreiszeitung.de*. Damit sollen die Raupen direkt nach dem Schlüpfen gefangen werden. Auch sollen die natürlichen Fressfeinde der Raupen durch ökologische Maßnahmen gestärkt werden. Hierfür wurden beispielsweise 100 Nistkästen beschafft, die an die Bevölkerung herausgegeben werden. Biozide oder Giftstoffe sollen in Nordhorn aber nicht zum Einsatz kommen, betonte der Stadtsprecher.

Anders sieht es im Nachbarlandkreis Emsland aus. In Lingen etwa sollen die giftigen Raupen in der Nähe von Schulen und Kitas mit einem Biozid behandel werden. Im Emsland hatte der Umweltausschuss vor einem Monat beschlossen, an Orten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial solche Biozide zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners einzusetzen. In Nordhorn war im vergangenen Jahr praktisch jede Eiche von der Raupe befallen.

Buchsbaumzünsler treiben in Niedersachsen ebenfalls ihr Unwesen

Eine weitere Raupe, die in norddeutschen Gärten ihr Unwesen treibt, ist der Buchsbaumzünsler. Zwar ist dieser nicht gefährlich für den Menschen und wird lediglich bis zu fünf Zentimeter groß. Dennoch kann er ganze Hecken zerstören. Denn - wie sein Name schon vermuten lässt - ist sein Lieblingsgewächs der Buchsbaum. Was bei einem Buchsbaumzünsler-Befall im eigenen Garten zu tun ist, haben wir nachrecherchiert und zusammengefasst. 

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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