Mehr Technik, jüngere Nutzer von sozialen Medien

Cybermobbing an Niedersachsens Schulen nimmt zu

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Cybermobbing an niedersächsischen Schulen nimmt laut Experten des Landeskriminalamts (LKA) immer mehr zu.

Cybermobbing an niedersächsischen Schulen nimmt laut Experten des Landeskriminalamts (LKA) immer mehr zu.

Hannover - „Je mehr Technik im Spiel ist und je jünger die Teilnehmer in den sozialen Netzwerken sind, desto mehr Taten passieren auch", sagte Pia Magold vom LKA. 

Wie Pädagogen und Polizisten mit solchen Fällen am besten umgehen und wie Cybermobbing schon im Vorfeld verhindert werden kann, diskutierten rund 200 Fachkräfte aus Schule und Polizei auf einer Tagung am Mittwoch in Hannover. 

Mobbing kein Straftatbestand

Laut Pia Magold sind Mädchen häufiger unter den Opfern als Jungen. „Ich denke mal das hat damit zu tun, dass Jungs auch mal etwas an sich abprallen lassen“, sagte sie. Täter und Opfer seien meist in einem Alter zwischen 12 und 18 Jahren.

Eine konkrete Anzahl von Mobbingfällen in Niedersachsen kann die Polizei nicht nennen. Denn ein Straftatbestand namens Mobbing ist im Strafgesetzbuch nicht erfasst, berichtet Kreiszeitung.de*.

Häufigkeit von Cybermobbing erhöht

„Es gibt also ganz viele Straftaten, die am Ende ein Mobbing darstellen können", erklärte Pia Magold vom Landeskriminalamt. Dazu gehöre etwa Stalking oder üble Nachrede. Ihrer Einschätzung nach hat sich die Häufigkeit solcher Fälle in den vergangenen Jahren erhöht.

Polizei und Schulen arbeiten bei dem Thema schon seit einigen Jahren eng zusammen. So klären Polizisten im Unterricht zum Beispiel regelmäßig über ihre Arbeit in Verbindung mit Mobbingfällen auf. 

Cybermobbing in Schulen verhindern

Die Ermittler sagen: Oft sei dem Verursacher selbst das mögliche Ausmaß von Cybermobbing nicht klar. In Zukunft soll der Fokus der Zusammenarbeit von Pädagogen und Polizisten besonders darauf liegen, Cybermobbing in den Schulen zu verhindern. 

„Dazu müssen besonders die Eltern gut informiert werden“, sagte Jan ter Horst vom niedersächsischen Kultusministerium. Die Eltern sollten die ersten Ansprechpartner für ihre Kinder sein, betonte ter Horst. 

Soziale Netzwerke machen Cybermobbing rund um die Uhr möglich

Soziale Netzwerke würden Cybermobbing heute rund um die Uhr möglich machen. „Ausgrenzung ist kein neues Phänomen, aber die vermeintliche Anonymität im Netz setzt die Hemmschwelle herab“, sagte ter Horst.

dpa

*Kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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